#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 18. Januar

2007: Orkan "Kyrill" wütet

Vom 18. bis 19. Januar 2007 tobt der schwere Orkan "Kyrill" über Mitteleuropa. Windböen bis zu 200 km/h reißen nieder, was nicht niet- und nagelfest ist, und richten erheblichen Schaden an. In Deutschland deckt der Orkan ganze Dächer ab, knickt Strommasten um und sorgt für massive Brachflächen in den Wäldern. Um die Bürger zu schützen, werden Betriebe, Behörden, Schulen und Kindergärten vorzeitig geschlossen. Trotzdem kommen in Deutschland mindestens 13 Menschen ums Leben. "Kyrill" wird zu einem der schlimmsten Stürme Deutschlands.

Geschichte

Kyrill - der Jahrhundertsturm

Die Sturmtiefs "Ylenia" und "Zeynep" haben in Deutschland Todesopfer gefordert. Ein Déjà-vu? Am 18. und 19. Januar 2007 hinterließ der Orkan "Kyrill" in Europa eine Spur der Verwüstung. 47 Menschen starben.

Orkan - Kyrill - bläst einer jungen Frau in Northeim den Schirm davon.
Auch wenn der Schirm schon aufgibt: Als es am 18. Januar 2007 zu stürmen beginnt, ahnt noch niemand, wie heftig "Kyrill" toben wird. Bildrechte: imago/Hubert Jelinek
Orkan - Kyrill - bläst einer jungen Frau in Northeim den Schirm davon.
Auch wenn der Schirm schon aufgibt: Als es am 18. Januar 2007 zu stürmen beginnt, ahnt noch niemand, wie heftig "Kyrill" toben wird. Bildrechte: imago/Hubert Jelinek
Der Himmel während des Orkans Kyrill 2007
Gegen Mittag erreicht das Sturmtief Deutschland. Böen bis zu 187 km/h reißen nieder, was nicht niet- und nagelfest ist. Bildrechte: IMAGO
Sturmschäden des Orkan Kyrill an einem Haus in Wittenberg
Hausdächer, wie hier in Wittenberg, werden reihenweise abgedeckt. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn
Zerstörtes Tiefkühllager der Ospelt AG nach dem Orkan Kyrill
In Apolda reißt "Kyrill" gleich eine ganze Fassade einer Lagerhalle weg. Bildrechte: imago/photo2000
Umgestürzter Baum auf einem Auto.
Tausende Autos werden unter Ästen oder ganzen Bäumen begraben. Bildrechte: imago/Dieter Matthes
Gedenken an das Todesopfer des Orkans Kyrill
In Deutschland kommen 13 Menschen durch "Kyrill" zu Tode. Auch ein 18 Monate altes Mädchen in Bayern. Bildrechte: IMAGO
Zerstörte Oberleitung einer Bahnstrecke bei Zerbst
Oberleitungen der Bahn werden zerstört. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn
Servicekraft der Deutschen Bahn verteilt Kaffee an die wartenden Reisenden nach Zugausfällen durch Orkan Kyrill am Münchener Hauptbahnhof.
Am Abend stellt die Deutsche Bahn zum ersten Mal in ihrer Geschichte den kompletten Fernverkehr ein. Bildrechte: IMAGO
Umgeknickter Hochspannungsmast nach dem Orkan Kyrill, bei Bad Tennstedt in Thüringen.
Die Sturmböen knicken Hochspannungsmasten um wie Streichhölzer. In einigen Teilen Thüringens sind die Menschen 36 Stunden ohne Strom. Bildrechte: IMAGO
Baumstümpfe am Grenz-Kammweg, vom Orkan Kyrill entwaldet.
In den Wäldern wütet "Kyrill" besonders heftig. Bildrechte: IMAGO
Orkan Kyrill
Allein in Thüringen hinterlässt der Orkan 6.300 ha Brache - eine Fläche von knapp 9.000 Fußballfeldern. Bildrechte: IMAGO
Ponsse Maschine im Einsatz nach dem Windbruch durch den Orkan Kyrill im Koblenzer Stadtwald.
Waldarbeiter sind wie Feuerwehr und Polizei im Dauereinsatz. Bildrechte: imago/Thomas Frey
Holzlager für Sturmholz nach Orkan Kyrill.
Allein in Nordrhein-Westfalen hinterlässt "Kyrill" mehr Brucholz, als sonst in einem ganzen Jahr geschlagen wird: 150.000 Festmeter. Bildrechte: IMAGO
Sengenberg bei Bestwig, alle Bäume wurden beim Orkan Kyrill 2007 komplett zerstört
Am Sengenberg im Sauerland hat man den zerstörten Wald nicht wieder aufgeforstet. Dort erwartet Wanderer jetzt ein Naturlehrpfad.
(Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV-Magazin "Zeitreise", am: 21.11.2017 | 21:15 Uhr)
Bildrechte: IMAGO
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1985: Smog-Alarm in BRD ausgelöst

Am 18. Januar 1985 wird in der BRD erstmals der Smog-Alarm der höchsten Stufe ausgelöst. Die kalte und windstille Wetterlage führt zu einer Dunstglocke über dem Ruhrgebiet. Die Messwerte der Luftverschmutzung erreichen einen bedenklichen Höchstwert. Ein großer Teil der Belastung hat seinen Ursprung in der DDR. Ostwind weht die Schadstoffe aus den Industrieregionen Halle, Leipzig und Bitterfeld-Wolfen nach Westen. In der DDR wird dieser Vorwurf von Politik und Medien bestritten. Im Kampf gegen den Smog wird dort sogar das Autofahren untersagt, die Schulen geschlossen und eine Zwangspause für alle Unternehmen verhängt, die Schadstoffe ausstoßen. Nach zwei Tagen lichtet sich der Dunst und die gefährlichen Werte sinken.

Smog-Alarm in BRD 1 min
Bildrechte: DRA/Aktuelle Kamera

1956: NVA-Gründung beschlossen

Am 18. Januar 1956 beschließt die Volkskammer die Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA) zum 1. März 1956. Zunächst ist die NVA eine reine Freiwilligen-Armee, bis 1962 die Wehrpflicht kommt. Dadurch wachsen die DDR-Streitkräfte auf über 170.000 Soldaten und Soldatinnen an. Die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 ist auch das Ende für die NVA, denn die Bundeswehr wird die Armee des wiedervereinigten Landes. Rund 51.000 NVA-Soldaten werden nach der Auflösung in die Bundeswehr übernommen. Für Frauen gibt es keine Möglichkeit, einen Dienst an der Waffe zu leisten. Rund 2.000 Soldatinnen werden entlassen.


1901: Erstes deutsches Kabarett gegründet

Am 18. Januar 1901 wird das erste Kabarett Deutschlands in Berlin eröffnet. Das von Schriftsteller Ernst von Wolzogen gegründete "Überbrettl" wird zum Hit und die ersten Vorstellungen sind ausgebucht. Doch der Erfolg bleibt von der Konkurrenz nicht unbemerkt. Schnell werden in Berlin freie Bühnen mit anderen Kabarett-Programmen bespielt. Trotz der großen anfänglichen Beliebtheit wandern immer mehr Menschen zur Konkurrenz ab. Das "Überbrettl" kommt in die Miesen, muss schließen und wird zunächst ein Lustspielhaus, dann ein Kino.

Eine Besucherin betrachtet am Freitag (05.10.2012) in der Ausstellung Alles Reklame! Die Plakatkunst der Künstlerkolonie Darmstadt das Plakat Ernst von Wolzogen s Buntes Theater von Edmund Edel aus dem Jahr 1901
Das "Überbrettl" ist das erste Kabarett in Deutschland. Es wird auch "Buntes Theater" genannt. Bildrechte: IMAGO / epd