#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 6. April

1917: Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg

Am 6. April 1917 erklären die USA dem deutschen Reich den Krieg. Die Vereinigten Staaten halten sich bis dahin aus dem Krieg heraus, unterstützen aber die Entente-Mächte (Frankreich, England, Russland) mit Wirtschaftshilfen und Waffenlieferungen. Im Februar 1917 erklärt das Deutsche Reich den uneingeschränkten U-Bootkrieg. Das veranlasst die USA zum Abbruch jeglicher diplomatischer Beziehungen und wenige Monate später zum Kriegseintritt. Um Soldaten für die US-Berufsarmee zu gewinnen, wird beispielswiese mit "Uncle Sam" für den Armeebeitritt geworben. Bis zum Kriegsende 1918 kämpfen etwa zwei Millionen US-Soldaten in Europa. Der Kriegseintritt der USA gilt als entscheidend für den Sieg der Entente-Mächte.

US-Militärübung 1917
US-Militärübung im Ersten Weltkrieg 1917 Bildrechte: IMAGO / glasshouseimages

1926: "Luft Hansa" nimmt Betrieb auf

Am 6. April 1926 nimmt die im Januar 1926 gegründete Deutsche Luft Hansa Aktiengesellschaft mit ihrem ersten Linienflug den Flugbetrieb auf. Vom Flughafen Berlin-Tempelhof startet der Fokker-Grulich Hochdecker zum Flug nach Zürich über Halle, Erfurt und Stuttgart. Die "Luft Hansa" übernimmt das Logo des Vorgängerunternehmens "Deutschen Luftreederei", den blau-gelb stilisierten Kranich. Wenige Monate später wird eine Flugverbindung nach Moskau und Paris, sowie an Nord- und Ostsee etabliert. Im Jahr 1926 werden über 55.000 Fluggäste gezählt. Am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wird der Flugverkehr eingestellt.
1953 wird die heute tätige Lufthansa AG gegründet. Sie erwirbt die Namensrechte und das Firmenlogo der ursprünglichen "Luft Hansa". Sie ist aber kein rechtlicher Nachfolger des Unternehmens. Auch mit der von 1955 bis 1963 bestehenden "Deutsche Lufthansa GmbH", der ersten Fluggesellschaft der DDR, steht die Lufthansa AG in keiner Beziehung.

Passagiere einer Fokker-Grulich Hochdecker auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof 1926
Erster Linienflug der "Luft Hansa": Passagiere des Fokker-Grulich-Hochdeckers auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof am 6. April 1926. Bildrechte: dpa

1941: Beginn des Balkanfeldzug gegen Jugoslawien und Griechenland

Am 6. April 1941 greift die deutsche Wehrmacht im Rahmen des Balkanfeldzuges ohne Kriegserklärung Jugoslawien und Griechenland an. Nach einem Putsch in Belgrad im März 1941 fordert Hitler die Bestrafung und Zerschlagung des einst verbündeten Jugoslawiens. Diese beginnt am 6. und 7. April mit einem Bombenangriff von über 500 Kampfflugzeugen auf die Hauptstadt Belgrad.
Innerhalb weniger Wochen werden beide Länder besetzt. Die Kämpfe sind die letzten siegreichen deutschen "Blitzkriege" und zugleich der Beginn der Partisanenkriege. Am 17. April wird die Gesamtkapitulation unterzeichnet.

1980: DDR und Bundesrepublik führen Sommerzeit ein

Am 6. April 1980 wird die Sommerzeit in DDR und Bundesrepublik eingeführt. In der Bundesrepublik gibt es bereits seit der Ölkrise 1973 Diskussionen über die Zeitumstellung. Im Sommer 1979 wird die westdeutsche Debatte abrupt unterbrochen. Die DDR-Regierung verkündet, ab April 1980 die Sommerzeit einzuführen. Die Bundesrepublik zieht nach und beschließt zügig das "Gesetz zur Einführung der Sommerzeit", um unterschiedliche Zeitzonen innerhalb Deutschlands zu vermeiden. Da das Hauptziel der Energieeinsparung bisher nicht erreicht wurde, beschließt das Europäische Parlament 2019, die Zeitumstellung wieder abzuschaffen. Bislang konnten sich die EU-Mitglieder aber nicht auf eine gemeinsame Zeit einigen.

Illustration Sommerzeit - gelbe Sonne 1 min
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Mo 04.04.2022 15:04Uhr 01:19 min

https://www.mdr.de/geschichte/ddr/politik-gesellschaft/video-611186.html

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Am 6. April 1980 wurden in West- und Ostdeutschland zum ersten Mal eine Stunde vorgestellt. Hauptargument: Energieeinsparung. Probleme gab es beim internationalen Bahnverkehr.

MDR FERNSEHEN Di 05.04.2005 16:50Uhr 01:42 min

https://www.mdr.de/geschichte/stoebern/damals/video186632.html

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1994: Völkermord in Ruanda gegen Tutsi beginnt

Am 6. April 1994 beginnt in Ruanda in Afrika der Völkermord durch die Bevölkerungsmehrheit der Hutu an den Tutsi. In den Jahren zuvor kam es zu wiederholten Gewaltausbrüchen zwischen den beiden Völkergruppen. Letztendlich löst der Tod des zu den Hutu gehörenden Präsidenten Habyarimana den Genozid aus. Er war am Vortrag durch einen Flugzeugabschuss gestorben, den die Hutus den Tutsi zuschrieben. In den folgenden drei Monaten tötet das radikale Hutu-Regime etwa 800.000 Menschen, die mehrheitlich den Tutsi angehörten. Heute gibt es in Ruanda "Versöhnungsdörfer", in denen Täter mit Menschen zusammen leben, deren Angehörige getötet wurden.

2016: Letzte Überweisung der Altstadtmillion an Görlitz

Am 6. April 2016 bekommt die Stadt Görlitz das letzte Mal die sogenannte "Altstadtmillion". Ein anonymer Spender überwies der sächsischen Stadt seit 1995 jährlich eine Million D-Mark, später 511.500 Euro für die Sanierung der Altstadt. Mit dem Geld des unbekannten Spenders kann die Stadt mehr als 1.500 private, als auch öffentliche Projekte mit über zehn Millionen Euro unterstützen. Auch bekannte Sehenswürdigkeiten wie die Görlitzer Frauenkirche und Nikolaikirche, das Schloss Klingewalde oder die Turmuhr des Rathauses können durch die Spende restauriert werden. Die geförderten Objekte werden durch eine Edelstahltafel mit der Aufschrift "Gefördert durch die Altstadtstiftung Görlitz" sichtbar gekennzeichnet.

Das Jugendstilkaufhaus in Görlitz. 3 min
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Mo 05.04.2021 22:50Uhr 02:39 min

https://www.mdr.de/geschichte/stoebern/video-506680.html

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2016: Leipziger Gericht legalisiert privaten Cannabis-Anbau

Am 6. April 2016 fällt das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein Urteil, das den privaten Cannabis-Anbau zu medizinischen Zwecken im Einzelfall legalisiert. Geklagt hat ein an Multipler Sklerose erkrankter Mann, der sich die Kosten von mehr als 1.000 Euro pro Monat nicht leisten kann. Erstmals erlauben Richter mit diesem Urteil einem Schmerzpatienten den Anbau von Cannabis in den eigenen vier Wänden. Die Gesetzesänderung, die parallel zum Prozess in Bearbeitung war, ist seit März 2017 gültig. Seitdem dürfen Ärzte schwerkranken Patienten symptomlinderndes Cannabis auf Rezept der Krankenkassen verschreiben.

Arztfragebogen zur Beantragung von medizinischem Cannabis.
Seit März 2017 dürfen Ärzte, außer Zahnärzte, medizinisches Cannabis verschreiben. Bildrechte: MDR/Karsten Möbius

2020: Stadt Jessen hebt Quarantäne auf

Am 6. April 2020 wird die Quarantäne von zwei Ortsteilen in Jessen in Sachsen-Anhalt nach einem Beschluss des Landkreises Wittenberg vorzeitig aufgehoben. Der Grund für die Lockerung nach 12 Tagen sind stagnierende Infektionszahlen. Nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim hat der Landkreis die beiden Stadtteile mit mehr als 8.000 Bewohnern abgeriegelt.