Kurz und knapp Fakten über die letzte Volkskammer

Die Wahl erfolgte nach dem Verhältniswahlrecht. Es galt keine Sperrklausel. Damit konnten Parteien bereits ab einem Stimmenanteil von etwa 0,125 Prozent Abgeordnete in die Volkskammer entsenden. Die Wahlbeteiligung lag bei 93 Prozent.

Zusammensetzung

  • 400 Abgeordnete wurden in 15 Wahlkreisen gewählt. Die Konstituierung der Volkskammer fand am 5. April 1990 statt.
  • Insgesamt waren 14 Parteien, Gruppen und Organisationen in der Volkskammer vertreten.
  • 64,2 Prozent der Abgeordneten waren konfessionell gebunden, nur 15,6 Prozent gaben an, atheistisch zu sein. (Bevölkerungsschnitt 1990: 70 Prozent ohne konfessionelle Bindung)
  • Das Durchschnittsalter betrug 41,8 Jahre (Bundestag: 49,3 Jahre)
  • Der Frauenanteil lag bei 20,5 Prozent (Bundestag: 15,4 Prozent)
  • Elf Abgeordnete waren bereits Mitglieder der vorangegangenen Volkskammer (davon fünf bei der PDS)
  • Die Wahl des Ministerpräsidenten Lothar de Maizière (CDU) fand am 12. April 1990 statt.

Arbeit

  • 37 Plenartagungen bis zum 2. Oktober 1990. Insgesamt wurden 164 Gesetze verabschiedet, außerdem 93 Beschlüsse.
  • Der Beschluss über den Beitritt zur Bundesrepublik wurde während der 30. Tagung in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1990 gefasst. Ergebnis: 294 Ja- Stimmen, 64 votierten mit Nein, sieben Enthaltungen.
  • Die längste Sitzung war die 37.: Sie dauerte 16 Stunden und 20 Minuten.
  • Ab 3. Oktober wurden 144 Volkskammerabgeordnete Mitglieder des Deutschen Bundestags. Sie hatten dort Rederecht, aber kein Stimmrecht.