Olympia-Doku "Wir gegen uns" Teil 1: Olympisches Wettrüsten - der Weg nach München

Die Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 1972 in München gehört zu den markantesten Momenten der deutschen Sportgeschichte: erstmals tritt das DDR-Team mit eigener Flagge und Hymne auf.

Mit dem Einmarsch des DDR-Teams bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München war die Trennung im deutsch-deutschen Sport endgültig abgeschlossen. Erstmals gingen zwei deutsche Mannschaften unter ihrer eigenen Flagge und Hymne an den Start.

Anekdoten und Archivmaterial zu groteskem Kampf um Überlegenheit

Protagonisten sind die beiden Journalisten Dieter Adler und Volker Kluge, der Bürgermeister des Olympischen Dorfes 1972 in München und spätere Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, Walther Tröger, sowie der Olympiazweite von 1964 im 5.000-Meter-Lauf, Harald Norpoth. Sie beschreiben ihre Erlebnisse, gespickt mit interessanten Archivmaterialien, das groteske Hin und Her zwischen Ost und West im Kampf um sportliche Überlegenheit. Nach dem einschneidenden Ereignis Mauerbau ist diese Zeit geprägt vom verordneten Miteinander zum ständigen Gegeneinander. Traten bis 1964 in Tokio die Sportler noch in einer gemeinsamen Olympiamannschaft an, wurden nach dem Entscheid des Internationalen Olympischen Komitees im Herbst 1965 aus ehemaligen Teamkollegen sportliche Rivalen. Der damit verbundene Verlust des westlichen Anspruchs auf Alleinvertretung wurde gleichzeitig zum Anstoß eines der wichtigsten deutschen Nachkriegsprojekte - die Olympiabewerbung München 1972. Nahm man diese im Osten zuerst gar nicht so richtig ernst, galt der spätere Zuschlag als Beginn für ein einzigartiges Wettrüsten in der deutschen Sportgeschichte.

Anekdoten und kuriose Hintergrundgeschichten

Olympia Spezial 1 min
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Mit der Chance, den Klassenfeind auf eigenem Boden zu schlagen, perfektionierte die DDR ihr Sportsystem Stück für Stück. Im Streben der Staatsführung nach weltweiter Anerkennung, erlangte der Spitzensport dabei oberste Priorität. Die Bundesrepublik wollte sportlich dagegen halten, merkte aber zeitig, dass man in dem Duell mit dem kleinen Nachbarn immer öfter das Nachsehen hatte.