Olympia-Doku "Wir gegen uns" Teil 2: München '72 – zu Besuch beim Klassenfeind

München 1972: Es sollten heitere Spiele werden. Für die DDR-Sportler bot sich die Chance, auf dem Boden des Klassenfeindes aufzutrumpfen. Getrübt wurde die Stimmung durch den Anschlag auf die israelische Mannschaft.

München 1972 – zum ersten Mal seit den "Nazi-Spielen" 36 Jahre zuvor fanden in Deutschland wieder Olympische Spiele statt. Sollte es für den Westen eine friedlich-freundliche Veranstaltung werden, war es für den Osten die perfekte Chance, den "Klassenfeind auf eigenem Boden" zu schlagen.

Tragische Geschichten - spannende Duelle

Eine außergewöhnliche Ost-West-Geschichte bietet die Entscheidung im 50-km-Gehen: Titelverteidiger Christoph Höhne aus der DDR bekommt unmittelbar vor dem Wettkampf eine Vorladung zur Mannschaftsführung. Der Vorwurf: geplante Republikflucht. Westathlet Bernd Kannenberg profitiert und holt sich souverän die Goldmedaille.

Bernd Kannenberg und Christoph Höhne 1 min
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Feiger Anschlag auf israelische Sportler

Außer den hart umkämpften deutsch-deutschen Duellen, wie dem legendären 4x100m-Staffelfinale der Damen oder dem hochklassigen Finale in der Mannschaftsverfolgung im Bahnradsport, prägte ein Ereignis die eigentlich als heiter geplanten Spiele – der Anschlag palästinensischer Terroristen auf die israelische Olympia-Mannschaft. Neben zahlreichen TV-Teams, die dieses Ereignis live im Fernsehen übertrugen, verfolgten auch die meisten DDR-Sportler das dramatische Geschehen ungewollt aus nächster Nähe. Direkt gegenüber vom Ort des Attentats, bei dem letztlich 17 Menschen das Leben ließen, lag das Quartier der Ost-Sportler.

Manfred Wolke, deutscher Olympiasieger im Boxen und Boxtrainer. 1 min
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