Kurzporträts der Männer der Zarin Katharina und ihre Männer

Katharina die Große - Die Zarin aus Zerbst

Sendungsbild
Katharina mit ihren Liebhabern, V.l.: Potjomkin (Clemens Deindl), Katharina (Beate Weidenhammer), Subow (Christian Werner). Bildrechte: MDR/Axel Berger

Katharina die Große (1729-1796)

Katharina II. wurde 1729 als deutsche Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst-Dornburg in Stettin geboren – ein unscheinbares Mädchen, das mit Hilfe ihrer Mutter Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf, in den darauf folgenden Jahren eine Frau von Welt wird. 1745 wird sie mit dem Zaren Peter III. verheiratet. Die Ehe ist alles andere als harmonisch. Die beiden sind zu verschieden. Sie verschreibt sich der Literatur und Wissenschaft, ihr Mann dem Heer und Preußen. Mit Hilfe von Geliebten schafft sich Katharina jedoch den ungeliebten Gatten vom Hals, zieht die Macht in Russland an sich und kann sie halten. Die ehemalige deutsche Prinzessin wird Zarin. Nicht nur ihre strenge Regierungsweise, sondern auch ihre Bildung und Aufgeklärtheit, verhelfen Russland zum Aufstieg zur europäischen Großmacht. 1796 stirbt Katharina II. und hinterlässt Sohn Paul als Erben.

Peter III. (1728-1762)

Peter III. wurde 1728 in Kiel geboren – sein Vater: Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf, seine Mutter: Tochter Peters des Großen. Durch einen biologischen Zufall kommt er auf den Thron: Seine Tante, Zarin Elisabeth, hat keine eigenen Kinder und ernennt ihn zu ihrem Erben. 1745 wird er mit Prinzessin Sophie Auguste von Anhalt-Zerbst-Dornburg (später Katharina II.) vermählt. Die Ehe geht schief. Peter liebt Preußen, Katharina Russland; Peter begeistert sich für Zinnsoldaten, Katharina für Voltaire; Peter mag Uniformen, Katharina gründet Wohlfahrtsverbände. Als seine Tante Elisabeth 1761 stirbt, besteigt er den Thron. Er kann sich jedoch nicht einmal ein Jahr halten. Peter III. wird 1762 von den Orlow-Brüdern ermordet.

Sergej Saltykow (1726-1756)

Sergej Saltykow ist zur Zeit der jungen Großfürstin Katharina ein Kammerherr am Hofe. Er plant seine Zukunft nicht selbst, er wird verplant. Sieben Jahre ist das Großfürstenpaar schon kinderlos. Schließlich verliert Kaiserin Elisabeth die Geduld. Sie verlangt nach einem Thronfolger, den der Ehemann nicht zeugen kann oder will. Saltykow wird mit Hilfe Elisabeths der Liebhaber Katharinas und kann als Vater des Erben, Paul I., gelten. Saltykow und Katharina haben damit ihre Pflicht getan.
Schnell wird er ihr untreu, verrät sie, berichtet sogar über die Affäre mit ihr. Das trifft Katharina sehr und prägt ihr Verhältnis zu Männern im weiteren Leben. Saltykow wird von der Zarin als Diplomat nach Schweden, später nach Hamburg geschickt.

Stanisław Poniatowski (1732-1798)

Er ist der Sohn eines polnischen Politikers und der Prinzessin Konstantia Czartoryska. Als er an den Hof zu Kaiserin Elisabeth nach Petersburg berufen wird, lernt er die damalige Großfürstin und spätere Kaiserin Katharina II. kennen. Er wird ihr Liebhaber. Stanisław Poniatowski hat gute Manieren, ist der gebildetste Mann, den sie jemals haben wird. Und für ihn ist Katharina die Liebe seines Lebens. Im Dezember 1757 bringt sie ein Mädchen zur Welt. Die kleine Anna gilt – mit Sicherheit – als Tochter Poniatowskis. Katharina schickt ihn jedoch nach Polen zurück und macht ihn dort 1764 zum polnischen König Stanislaus II. August. Poniatowski schafft es, Polen die erste Verfassung Europas zu geben, die eine Gewaltenteilung festlegte. Er war der letzte König von Polen.

Grigori Orlow (1734 – 1783)

Er gehörte zum russischen Adel und zur Armee, kämpfte im Siebenjährigen Krieg und kam als Eskorteoffizier nach Petersburg. Orlow war wohl ein Kerl wie ein Baum, Offizier beim Garderegiment, mit besten Verbindungen in die Armeespitze. Mit diesen Eigenschaften gefällt er Katharina II. Als er und seine Brüder ihr helfen, ihren Mann Peter III. 1762 vom Thron zu putschen, wird er gut belohnt. Der draufgängerische Grigorij Orlow wird für die nächsten zwölf Jahre der neue Mann an ihrer Seite. Er ist der, dem sie mehr als jedem anderen ihren kometenhaften Aufstieg verdankt. Sie ernennt ihn zum General und Befehlshaber der Artillerie, nimmt ihn jedoch nicht zum Ehemann. Orlow muss schließlich Potemkin den Platz räumen, wird aber reich belohnt. Bis zu seinem Tod, 1783, ist er im Dienste Russlands viel auf Reisen.

Grigori Potemkin (1739-1791)

Grigori Potemkin stammt aus einer Militär-Familie. Sein Vater war Major. Er ist 1762 mit dabei, als die Orlow-Brüder Peter III. vom Thron und Katharina II. auf den Thron befördern. Potemkin soll nicht schön gewesen sein, aber charismatisch und wohl auch eitel. Denn als er ein Auge verliert, verlässt er den Petersburger Hof. Erst nach dem Türkenkrieg 1774 kehrt er zurück und wird Katharinas offizieller Liebhaber. Die Zarin findet in Potemkin einen starken Mann und ebenbürtigen Partner. Beide träumen von der Vormachtstellung Russlands, haben hochfliegende Pläne. Als Liebespaar halten sie es nur etwas mehr als zwei Jahre miteinander aus, doch als Regenten des Landes bis zum Lebensende. Potemkin erobert für Katharina die Krim und hebt die wirtschaftliche Stellung des Südens. Er stirbt 1791 in den Armen seiner Nichte und Frau, Gräfin Barnicka.