Alex Jacobowitz
Bildrechte: Dirk Meinhardt

Glaubwürdig | 20.10.2018 Alex Jacobowitz: Die Straße ist sein Konzertsaal

Ein orthodoxer Jude mit Schläfenlocken, Bart und Kippa steht auf der Straße und macht Musik auf dem Marimbaphon. Alex Jacobowitz hat die Sicherheit des Jerusalemer Sinfonieorchesters mit der Straße eingetauscht.

Alex Jacobowitz
Bildrechte: Dirk Meinhardt

Ein orthodoxer Jude mit Schläfenlocken, Bart und Kippa steht auf der Straße und macht Musik - auf dem Marimbaphon. Es ist eine Art Xylophon, das Alex Jacobowitz mit vier Schlägeln so traktiert, dass er damit Bach, Beethoven und Klezmer spielen kann. Zu all dem hat er immer einen flotten Spruch auf den Lippen und geleitet die Zuhörer von einem Stück zum nächsten.

Die Straße ersetzt den Konzertsaal

Der studierte Orchester-Perkussionist hat die Sicherheit des Jerusalemer Sinfonieorchesters mit der Straße eingetauscht. Er hatte keine Lust, im Konzertsaal stundenlang auf seinen Triangeleinsatz in einer Sinfonie zu warten. "Hier auf der Straße kann ich mein eigenes Orchester sein", sagt er. Und das Publikum hat er auf der Straße für sich allein.

Aufgewahsen ist Alex Jacobowitz in einer jüdischen Familie im US-Staat New York. Als Kind hatte für ihn der Glaube vor allem mit Liedern, gutem Essen, Familie zu tun. Zum Glauben fand er aber erst mit Anfang 20, als er nach dem Musikstudium für einige Zeit nach Israel ging.

In Israel konnte ich die jüdischen Texte und Kultur studieren. Dann konnte ich viel mehr verstehen über diese 3000 Jahre Kultur.

Alex Jacobowitz

Konzertsäle sieht Alex Jacobowitz heute trotzdem noch von innen, allerdings als Solist. Gern wird er von jüdischen Gemeinden und zu thematischen Events eingeladen. Alex Jacobowitz will durch seine Musik zeigen, dass das Judentum überlebt hat - und er musiziert, um den Ewigen zu loben, wie er sagt.

Straßenszene
Alex Jacobowitz begeistert seine Zuhörer. Bildrechte: Elke Thiele

Zuletzt aktualisiert: 22. Oktober 2018, 15:37 Uhr