Glaubwürdig | 03.02.2018 Dirk Künne und der lange Weg zum Zenmeister

Dirk Künne ist buddhistischer Meister und betreibt heute einen Tempel in Halle. Bis dahin war es für den heute 40-Jährigen ein langer Weg. Gefunden hat er sich selbst und eine Freiheit, die er sein Leben lang vermisste.

Zenmeister Dirk Künne
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Aufgewachsen im DDR-Sperrgebiet, beginnt Dirk Künne früh zu rebellieren. Er geht nach Magdeburg, schließt sich dort Linksautonomen an und nimmt Drogen. Dieser Flash von Freiheit endet, als er mit dem Gesetz in Konflikt kommt. Doch er besinnt sich, liest, sucht weiter und findet eher zufällig im Buddhismus eine These, mit der er etwas anfangen kann: Alles, was ich tue, fällt auf mich zurück!

Als er buddhistische Meditationstechniken erlernt und sich von einem Meister ausbilden lässt, beginnt er, sich selbst zu ergründen. Ängste auszuloten und dabei die eigene Kraft zu erkennen, wird für Dirk Künne zu einer Freiheit, die ihn bis heute trägt. Buddhismus ist für ihn weniger Religion als alltagstaugliche Lebenshilfe.

Wenn du stehst, stehe. Wenn du sitzt, sitze. Wenn du müde bist, lege dich hin und schlafe. Das ist das Ziel, das ist alles. Mehr gibt es nicht.

Dirk Künne

15 Jahre dauert seine Ausbildung zum Zen-Meister. 2006 ernennt ihn sein Lehrer zum Nachfolger. Seitdem leitet er den Zen-Tempel "Wolkentor" in Halle. Sein Tempel ist nicht nur Meditations-, sondern auch Begegnungsort. Hier gibt Dirk Künne diese Erfahrung weiter. Schulklassen macht er innerhalb des Ethikunterrichtes mit der fernöstlichen Religion vertraut. Mit den Schülern lotet er die Balance zwischen äußerem Zwang und eigener Möglichkeit aus.

Jeder sehnt sich danach, mal ganz einfach zu sein. So ein Zustand, den er vielleicht vage aus der Kindheit noch in Erinnerung hat. Wo man nicht besonderen Ansprüche genügen muss. Im Prinzip geht es bei der Meditation nur darum, alle Ansprüche loszulassen. Und das ist sehr schwer zu erreichen.

Dirk Künne