Glaubwürdig Edgar Nahrath
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Glaubwürdig | 13.10.2018 Der neuen Heimat auf der Spur: Edgar Nahrath

Edgar Nahrath ist Katholik, der sich auch für heidnische Kultorte im Erzgebirge interessiert und Geschichtsforschung in seiner neuen Heimat, im evangelisch geprägten Erzgebirge betreibt.

Glaubwürdig Edgar Nahrath
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Edgar Nahrath ist Bockau zu Hause. Aufgewachsen im Münsterland, bekommt er 1991 eine Stelle als Rechtsanwalt und Notar im sächsischen Zschopau angeboten. Er eröffnet eine Kanzlei und beschließt zu bleiben. Der heute 76-Jährige kauft mit seiner Frau ein altes Haus in dem kleinen Ort Bockau bei Aue und baut es aus.

Ein faszinierender Fund

Glaubwürdig Edgar Nahrath
Edgar Nahrath (links) und der Dorfpfarrer stöbern im Archiv. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das evangelisch geprägte Erzgebirge, seine neue Heimat, fasziniert Edgar Nahrath, vor allem die Geschichte seines neuen Heimatdorfes. Er beginnt zu forschen und stößt dabei gemeinsam mit dem Pfarrer auf eine alte und sehr umfängliche Chronik des Dorfes. 900 Jahre lückenlose Geschichtsschreibung! Einer der Chronisten war der evangelische Ortspfarrer George Körner, der 1750 einen Großteil der Chronik zu schreiben begann. Historische Ereignisse, Gemeindeangelegenheiten, Naturschauspiele, alles schrieb er nieder. Auf Körners Geheiß wird die Chronik weitergeführt - bis 1955.

"Alles, was es in Bockau gab, ist von Körner festgehalten worden. Das ist einmalig!", begeistert sich Edgar Nahrath. Deshalb gründet er 1998 in Bockau die "Magister George Körner Gesellschaft" und baut im Dorfmuseum ein dazugehöriges Begegnungszentrum auf. Die alte Chronik ist mittlerweile veröffentlicht und schon in zweiter Auflage ausverkauft.

Ein Ort des Nachdenkens

Doch es gibt auch eine stille Seite im Leben von Edgar Nahrath. Die fortschreitende Alzheimer-Erkrankung seiner Frau macht ihm zu schaffen. Irgendwann geht es nicht mehr, seine Frau kommt ins Heim. So oft es geht, besucht er sie dort.

Man muss das Leben annehmen, wie es ist. Sich darüber Gedanken zu machen, warum das eine oder andere so ist, bringt überhaupt nichts. Das kann auch keine Religion sagen. Ich habe es einfach so angenommen, habe es akzeptiert: Das ist so, und jetzt muss ich das Beste daraus machen.

Edgar Nahrath

Um nachzudenken, geht Edgar Nahrath gern zu einem Felsen in den Wald. Als Heimatforscher sucht er natürlich auch hier nach Spuren der Vergangenheit. Aber der Felsen, einst ein heidnischer Kultplatz, ist ihm vor allem Ort der Kraft, der Stärkung.

Ich kann mich im Glauben bestärken, wenn ich hier bin. Glaube ist etwas, was von Herzen kommt, wovon ich überzeugt bin, was mir Ruhe gibt. Das ist für mich Glaube.

Edgar Nahrath

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Edgar Nahrath an "seinem" Felsen im Bockauer Wald. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zuletzt aktualisiert: 16. Oktober 2018, 15:54 Uhr