Glaubwürdig | MDR FERNSEHEN | 07.09.2019 | 18:45 Uhr Wie Elena Dolokov zum russich-orthodoxen Glauben fand

In dem Land, in dem Elena Dolokov aufwuchs, spielte Gott offiziell keine Rolle. Doch ihre Babuschka hat mit der Enkelin gebetet. Diese Erinnerung und die damit verbundenen Hoffnungen, Gefühle und Sehnsüchte legten das Fundament, auf dem Elena als Erwachsene zum Glauben fand.

"Glauben ist ein sehr lebendiger Prozess", sagt Elena Dolokov, die als junge Frau 1987 aus Rostow am Don zum Germanistikstudium nach Jena kam. Schon ihre Oma hatte ihr, die erst Pionierin, dann Komsomolzin war, vermittelt, dass sie in allen Belangen bei Gott Hilfe finden könne. Es war der Samen für Elenas Glauben.

Jena, die Universitätsstadt in Thüringen, kam ihr als junge Frau eng und klein vor, ihr fehlte der Trubel ihrer Heimatstadt, in der über eine Million Menschen leben. Als sie Anfang der 90er-Jahre ein Jobangebot erhielt, wurde sie trotzdem hier heimisch, gründete eine Familie. Alles schien perfekt. Bis zum Jahr 2005, als ihre Ehe in die Brüche ging. In dieser für sie emotional aufregenden Zeit begann sie zu beten und in die Kirche zu gehen. So entdeckte sie den russisch-orthodoxen Glauben für sich.

Wenn man richtig glaubt, bleibt man nicht stehen. Das ist es auch, was mich am orthodoxen Glauben fasziniert.

Elena Dolokov

Ein Gotteshaus für Jena

Im nahen Weimar gibt es eine lebendige Gemeinde mit einem eindrucksvollen, geschichtsträchtigen Gotteshaus. Es erinnerte Elena Dolokov an ihre Heimat und an die Kindheit. Doch auch in Jena gibt es viele Gläubige, und so hat Elena mit Freunden und viel Enthusiasmus im Plattenbaugebiet Jena-Lobeda Räume gesucht, gefunden und 2012 als Kirche eingerichtet. Jetzt finden auch hier Gottesdienste statt, wenn auch in einem kontrastreichen Ambiente.

Ob man in einem kleinen, einfachen Haus oder in einer sehr prachtvollen Kirche betet, spielt keine Rolle. Es kommt darauf an, wie offen die Menschen sind, wie sie ihre Herzen für Gott öffnen - und auch für andere.

Elena Dolokov

Kirchenraum
Die russisch-orthodoxe Gemeinde in Jena ist in zwei Räumen eines ehemligen Kindergartens in einem Plattenbau untergebracht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zuletzt aktualisiert: 07. September 2019, 15:56 Uhr