Glaubwürdig | 23.01.2021 Hannah Rotzinger: Baptistin mit sozialem Engagement

Sie studiert Architektur in Weimar und hat ein Patenkind in Bolivien. Das Leben von Hannah Rotzinger änderte sich, als sie einen Freiwilligendienst in einem bolivianischen Kinderheim absolvierte.

Eine Frau lächelt.
Architektin Hanna Rotzinger Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Den Entschluss, Architektin zu werden und die Welt mit sozialen Bauprojekten ein Stück besser zu machen, fasste Hannah Rotzinger bei einem Aufenthalt in Südamerika. Für den Freiwilligendienst "weltwärts" arbeitete sie in Bolivien in einem Kinderheim. Hier lernte sie das entbehrungsreiche Leben vieler Kinder aus wirtschaftlich schwachen Familien, von Waisen und Straßenkindern kennen. Sie sah Armut, Gewalt und Verwahrlosung, aber auch unbändige Lebensfreude und Mut. Der Freiwilligendienst in Bolivien hat Hannahs Leben verändert und sie in ihrem Glauben bestärkt.

Nach Bolivien hatte ich die konkrete Vorstellung, dass ich gerne in der Entwicklungsarbeit mitwirken würde als Architektin.

Hannah

Patenschaft für Marina

Die Erfahrungen, die der Aufenthalt in Bolivien mit sich brachte, öffneten ihr die Augen für "den Luxus, in dem wir alle hier in Deutschland leben", sagt sie. Materielle Werte spielten in ihrem Leben ohnehin keine große Rolle. Taten zählen. So hat Hannah eine Patenschaft für ein Mädchen aus dem Heim übernommen, um das sie sich schon während des Freiwilligendienstes besonders kümmerte. Jeden Monat schickt Hannah der kleinen Marina nun Geld und Briefe, skypt mit ihr und packt Päckchen für sie.

Vier Kinder und eine Frau stehen lächelnd vor einer Häuserwand.
Hannah mit ihrem Patenkind Marina (Mitte) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Obwohl Marina manchmal schwierig ist, hat sie ein sehr großes Herz. Ihre hibbelige, aufgedrehte Art kenne ich auch von mir, als ich kleiner war. Ichch hab sie einfach richtig ins Herz geschlossen.

Hannah

Hannah ist Baptistin. Auf Glauben und Religion hat sie ihre ganz eigenen Sicht: "Für mich stehen nicht Traditionen, Bräuche oder die Kirchengemeinschaft im Vordergrund. Gott ist für mich in allem. Gott ist in allem. Das wurde auch so ein bisschen vielleicht geprägt durch die traditionelle bolivianische Religion. Sie glauben ja an die Pachamama, die Mutter Erde. Und für mich gab es gar keinen Widerspruch zu meinem Glauben, weil ich auch glaube, dass Gott in der Natur sehr stark zum Ausdruck kommt und sich dadurch auch sehr stark den Menschen mitteilen kann."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Glaubwürdig | 23. Januar 2021 | 18:45 Uhr