Porträt Im täglichen Dialog mit Gott: Der Maler Hans Aichinger

Der Leipziger Maler Hans Aichinger hat seit vielen Jahren sein Atelier auf dem Gelände der ehemaligen Baumwollspinnerei. Er gehört zum Kreis der Neuen Leipziger Schule und findet erst mit Mitte 40 zum Glauben.

Maler Hans Aichinger im Atelier
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Ob ich den Tanz eröffnet habe, oder ob Gott mich aufgefordert hat – es ist egal.“ 46 Jahre alt war der Leipziger Maler Hans Aichinger - Jahrgang 1959 - als er sich taufen ließ.  Dass er sich Gott als tägliches Gegenüber gewählt hat, ist das Ergebnis einer längeren Suche und dem gefühlten Scheitern als ehemaliger DDR-Künstler in der Marktwirtschaft der frühen 1990er-Jahre.

Maler Hans Aichinger im Atelier
Hans Aichinger beim Malen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Rein beruflich gab es natürlich ganz lange Phasen, die für mich extrem demütigend waren. Es war keine Ablehnung, die ich erlebt habe. Es war einfach komplettes Desinteresse.

Hans Aichinger

Doch so schnell war das letzte Wort nicht gesprochen. Heute werden seine Bilder von Kunstkennern und Kritikern hochgeschätzt und auch gekauft. Spricht er von seiner Arbeit, gerät er schnell ins Schwärmen.

Die schönste Arbeit der Welt. Es ist schon sinnstiftend und gibt mir Halt, nährt mich. Arbeit im besten Sinne

Hans Aichinger

Hans Aichinger malt Jugendliche zwischen dem Nicht-mehr-Kind und Noch-nicht-Erwachsen-Sein. Seine Gemälde wirken wie Film-Stills, seine Figuren agieren mit starken Gesten, gemalt in der Technik und im Licht der alten Meister. Seine Bilder sind das Ergebnis disziplinierter Arbeit und des täglichen Tanzes mit Gott im Gebet.