Theresa Hermann
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Glaubwürdig | 03.08.2019 Im Indianercamp zum Glauben: Theresa Hermann

Es war für Theresa eine schwere Zeit, als ihr Vater als Bankräuber verhaftet wurde. Doch in einem Feriencamp des Gemeindejugendwerks Sachsen fand sie Freunde und einen Weg zum Glauben. Heute arbeitet sie in ihrer Freizeit selbst in einem Indianercamp.

Theresa Hermann
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Theresa Hermanns Vater hat es als "Rotkäppchen" zu trauriger Berühmtheit gebracht: Er überfiel fast 30 Banken. Als Theresa elf Jahre alt war, wurde ihr Vater verhaftet und kam ins Gefängnis. Seitdem fehlte er an Geburtstagen und Feiertagen. Familienurlaube waren passé.

Theresa erinnert sich dennoch gern an diese Zeit, denn ihre Ferien verbrachte sie von nun an im Indiandercamp des Gemeindejugendwerks Sachsen. Der evangelische Verein organisiert Ferienlager für Kinder, deren Eltern in Haft sind.

Als ich elf Jahre alt war, ist mein Vater ins Gefängnis gekommen, weil er Banken ausgeraubt hatte. Meine Mutter hat im Gefängnis dann gelesen, dass es eine Indianerfreizeit für Kinder von Strafgefangenen gibt und hat mich gefragt, ob ich dort hingehen möchte. Da war ich am Anfang nicht ganz so überzeugt, ob das wirklich cool wird. Aber was ich noch ganz sicher weiß, ist, dass ich nach der ersten Freizeit ganz sicher wieder hierher wollte.

Theresa Hermann

Immer wieder dem Menschen eine Chance geben

Bis dahin konnte Theresa mit Religion wenig anfangen: Warum sollten Menschen, die böse Dinge tun, in die Hölle kommen? Muss auch ihr Vater büßen? Theresa fand im Indianercamp nicht nur gute Freunde, sondern schließlich auch ihren eigenen Weg, an Gott zu glauben. Außerhalb kirchlicher Regeln. Mittlerweile ist Theresa Ende Zwanzig, arbeitet als Rettungsschwimmerin und hilft in ihrer Freizeit selbst beim Indianercamp.

Theresa Hermann
Heute unterstützt Theresa die Arbeit in einem Indianercamp Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Als ich 13 Jahre wurde, war die Freizeit zu Ende. Die geht nur bis 13 Jahre. Ich wollte trotzdem weiterhin etwas mit diesen wunderbaren Menschen zu tun haben und da habe ich angefragt, ob ich mitarbeiten kann. Ich habe aus Sicht des Kindes nicht alles mitbekommen: wie viel Mühe und Arbeit dahinter steckt, wie viel Vorbereitung, wie viel Geduld die Mitarbeiter mitbringen müssen. Die Herausforderung ist, ruhig zu bleiben und immer wieder den Menschen eine Chance zu geben.

Heute hat Theresa wieder Kontakt zu ihrem Vater. Sie diskutieren viel, über das Leben, Schicksal, Gott. Teresa meint, Gott habe ihr Kraft gegeben - und die will sie nutzen.

Zuletzt aktualisiert: 05. August 2019, 09:24 Uhr