Glaubwürdig | 27.06.2020 Horst Sakulowski: Maler, Grafiker, Videokünstler

Schon sehr früh in seinem Leben, in der Schulzeit, war sich Horst Sakulowski sicher, dass er als freier Künstler arbeiten will. Vor ihm sollte dann ein Leben voller Entdeckungen und auch Krisen liegen.

Horst Sakulowski
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Horst Sakulowski ist Maler, Zeichner, Grafiker und auch Videokünstler. In den 1960er-Jahren studierte er bei Bernhard Heisig an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst. Ein urchristliches Selbstverständnis ist in ihm seit seiner Kindheit in Saalfeld verwurzelt. Es gehört zu seinem Leben und zu seiner Kunst. 1967 zieht er mit seiner Frau ins thüringische Weida, wo er bis heute lebt und arbeitet. Hier engagiert sich der Künstler seitdem für das kulturelle Leben der kleinen Stadt, ist einer der Mitbegründer des Künstlerstammtisches auf der Osterburg.

Sein berühmtestes Gemälde, "Porträt nach Dienst" (1975/76), zeigt seine Frau schlafend im Sessel. Mit diesem Bild einer erschöpften Werktätigen, machte er auf der VIII. DDR-Kunstausstellung in Dresden Furore. Zum 450. Jubiläum des Bauernkrieges, der in der DDR als "frühbürgerliche Revolution" interpretiert wurde, malte Sakulowski 1974 keine heroische Schlacht. Stattdessen lässt er eine schwangere Frau durch eine verwüstete Landschaft schreiten. Ein Sinnbild der Zerstörung, das seine Aktualität bis heute nicht verloren hat. Vor allem seine Zeichnungen drehen sich immer wieder um die Frage, was widerführe Christus, dem Verkünder von Nächstenliebe und Toleranz, käme er heute in unsere Welt.

Horst Sakulowski
Der Künstler Horst Sakulowski Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Seine Werke sind nie beliebig oder gefällig, sie wollen die Welt durchdringen, suchen den Kern und die Essenz und sind dabei geprägt von der zutiefst humanistischen und christlich geprägten Weltsicht des Künstlers. Sakulowski, inzwischen Ehrenbürger der Stadt Weida, hat nun auf der Osterburg in Weida eine eigene dauerhafte Kabinettausstellung. Ihn freut es, wenn er mit Besuchern der Ausstellung ins Gespräch kommt.

Das einfache Gefühl, dass man nicht umsonst redet, wenn man von Hoffnung spricht oder von Erlösung, Vergebung und diesen Dingen. Sondern dass es sich lohnt. Und ich hoffe, ich habe noch genügend Zeit, um da noch einiges an konkreter Arbeit beizusteuern.

Horst Sakulowski

Horst Sakulowskis ständige Ausstellung ist kein Denkmal. Sie ist eine lebendige Einladung zur Kommunikation. In ihr steckt der Glaube daran, dass unsere Welt noch nicht verloren ist.