Glaubwürdig | 10.08.2019 Isabel Göring und ihre Schützlinge

Das Kinder- und Jugendzentrum "Nordlicht" in Eisenach ist ein offener Treff für Kinder und Jugendlliche. Hier hat Isabel Göring den Hut auf. Aus eigener Erfahrung kennt sie die Probleme ihrer Schützlinge. Ihr Ziel: die Kinder und Jugendlichen begleiten, fördern und stärken.

"Früher dachte ich, ich hätte ein Helfersyndrom, aber das stimmt nicht. Ich hab' einfach nur einen Draht zu Außenseitern", sagt Isabel Göring. Die 36-Jährige leitet in Eisenach das Kinder- und Jugendzentrum "Nordlicht". Die Einrichtung befindet sich in einem Problemviertel der Stadt. Über 60 Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien sind hier in verschiedenen Projekten und Kursen zugange. Einige von ihnen sind körperlich oder geistig eingeschränkt, manche verhaltensauffällig, andere ganz normal.

Aus eigener Erfahrung

Seit vielen Jahren widmet sich Isabel schon den benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Denn sie weiß aus eigener Erfahrung, was es heißt, eine Außenseiterin zu sein. Als Teenagerin geriet auch sie an den Rand der Gesellschaft. Ursprünglich hatte Isabel Krankenschwester werden wollen. Doch in der 8. Klasse wurde sie selbst zum Außenseiter, nahm Drogen, brach schließlich sogar die Schule ab. Erst später erkannte sie ihr Potenzial und begann zu kämpfen - zunächst für sich selbst, dann für die Kinder und Jugendlichen in Eisenach. Diese Zeit sei eine sehr wertvolle Erfahrung für sie gewesen, ist sie rückblickend überzeugt.

"Jeder ist wertvoll"

Jedem ihrer Kinder und Jugendlichen versucht Isabel zu vermitteln, wie wertvoll sie als Mensch sind. Damit sich ihre Schützlinge auch in der Natur austoben können, suchte sie lange einen geeigneten Ort. Sie fand die "Rauschende Pappel", einen Garten ganz in der Nähe. Isabel ist überzeugt, dass der Garten alle einander näher bringt. "Es passiert ganz von allein, wenn sie sich gemeinsam einen Traum erfüllen und etwas erreichen", so Isabel. Und in Gesprächen unterm Baum versucht sie, christliche Werte zu vermitteln, wie Liebe, Hoffnung, Respekt.

Für mich ist der Glaube, die Wertschätzung, die Anerkennung, dass einfach vorgelebt wird: Mensch, da gibt es jemanden, das bist in allererster Linie Du. Und dann gibt es da aber noch jemanden, der hört dir immer zu.

Isabel Göring

Zuletzt aktualisiert: 14. August 2019, 11:21 Uhr