Glaubwürdig Johanna Lemke-Prediger
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Glaubwürdig | 06.04.2019 Als Deutschlehrerin in Polen: Johanna Lemke-Prediger

1991 kam Johanna Lemke-Prediger als Deutschlehrerin nach Węgry in der polnischen Wojewodschaft Opole. Hier, im einstigen Oberschlesien, lebt ein Großteil der deutschen Minderheit in Polen. Johanna wollte ein Jahr lang an der Grundschule unterrichten. Heute nennt sie das Dorf ihr zweites Zuhause.

Glaubwürdig Johanna Lemke-Prediger
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Johanna Lemke-Prediger lebt in dem kleinen Dorf Węgry nordöstlich der Stadt Opole. Ursprünglich stammt sie aber aus Bitterfeld. 1991 kommt sie nach Węgry, um ein Jahr lang an der Grundschule des Dorfes den hier beheimateten Deutschen die Muttersprache zu lehren. Johanna ist damals die erste Deutschlehrerin, die nach Polen gesandt wird - Richtung Osten, zu einer Zeit, als alle in den Westen gehen. Die Familie ist schockiert, "aber was ist schon ein Jahr", denkt sie sich damals.

Die katholische Messe als Lehrstunde

Dorfkirche von Węgry
In der St. Josephskirche lernt Johanna Polnisch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Untergebracht ist sie bei einer Gastfamilie, mit der sie als evangelische Christin regelmäßig die katholische Messe besucht. So lernt sie selbst recht schnell Polnisch, denn die Messe wird in beiden Sprachen gehalten.

Schon bald wird Johanna respektiert. Das liegt vor allem auch an ihrem Engagement. Nicht nur als Lehrerin, sondern auch im Freiwilligendienst der Caritas in Opole bringt sie sich ein.

Aktiv am Gemeindeleben teilhaben

Bis zu ihrem Ruhestand unterrichtet Johanna an der Grundschule in Węgry. Und noch heute lebt sie hier. Obwohl sie längst im Ruhestand ist, initiiert, fördert und unterstützt sie kulturelle Projekte, liest an Seniorennachmittagen zweisprachig Geschichten vor, forscht mit Schülern an historischen Ereignissen und Persönlichkeiten, die Polen und Deutschland verbinden. Sprache und Glaube sind für sie verbindende Elemente.

Mir ist so viel Gutes hier widerfahren und eine neue Heimat gegeben worden. Ich muss dankbar sein, dass es mir hier so gut geht.

Johanna Lemke-Prediger

Zuletzt aktualisiert: 09. April 2019, 16:31 Uhr