Glaubwürdig | 16.08.2020 Schwester Renate: "Ich hatte es mit einem lebendigen Gott zu tun"

Renate Peetz ist eine von 150 Diakonissinnen, die heute noch im Mutterhaus in Elbingerode wohnen. Streng religiös und an einem sehr besonderen Ort. In den Trümmern von Berlin fand sie zum Glauben.

Renate Peetz lebt seit mehr als 60 Jahren als Diakonisse im Mutterhaus im Oberharzer Ort Elbingerode. Nach dem Zweiten Weltkrieg, als sie Trümmer am Berliner Alexanderplatz beräumte, hatte sie ein Erweckungserlebnis.

"Ich bin ja eine kleine Trümmerfrau"

Wir haben auf dem Alex Mauersteine von Schutt getrennt. Dabei ist mir ein ziemlich großes Buch mit tollen Ornamenten aufgefallen [...] Ich habe dann dieses Buch aufgeschlagen und da stand in schwarzen dicken Schriftzügen, aber rot unterstrichen: 'Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht', sagt Jesus. Ich muss sagen, diese Situation ist derartig prägend in meinem Leben gewesen, dass ich wusste: Ich hatte es mit einem lebendigen Gott zu tun.

Schwester Renate

Von da an war ihr klar, dass sie ihr Leben in die Hände Gottes legen muss. Das tat sie – sie ging nach Elbingerode. Und dort fand sie auch eine erfüllende Tätigkeit: Im hauseigenen Krankenhaus wurde sie Stationsschwester in der Inneren Abteilung, später leitete sie die Krankenpflegeschule. Heute berichtet sie mit leuchtenden Augen von dieser Zeit.

Wir hatten keine Zeitbegrenzung, so wie es heute ist von den Kassen her. Wir hatten die Patienten drei bis vier Wochen. Hier draußen auf dem Flur haben wir Andachten gehalten. Unsere Schüler und auch wir Schwestern haben mit ihnen gesungen: abends, wenn ich durch die Zimmer gegangen bin mit dem Medizintablett. Dann wurde über Gesundheit und Krankheit, über Glauben, Leben und Erlebnisse in der Familie gesprochen – es war einfach nur schön!

Schwester Renate

Ein Leben für Kranke, ein Leben, um anderen zu helfen. Heute genießt Renate Peetz ihren Ruhestand – hält aber noch immer Andachten für Patienten des nahegelegenen Krankenhauses.