Glaubwürdig | 08.06.2019 Renate Peetz: "Ich hatte es mit einem lebendigen Gott zu tun"

Schwester Renate ist 84 Jahre alt. Sie ist eine von 150 Schwestern, die heute noch im Diakonissen-Mutterhaus in Elbingerode wohnen. Die evangelischen Diakonissen leben streng religiös.

Eine ältere Frau mit weißem Haar schaut lächelnd in die Kamera. 5 min
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Glaubwürdig Sa 08.06.2019 18:45Uhr 04:47 min

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Renate Peetz lebt seit mehr als 60 Jahren als Diakonisse im Mutterhaus im Oberharzer Ort Elbingerode. Nach dem zweiten Weltkrieg, als sie Trümmer am Alexanderplatz in Berlin zusammenräumte, hatte sie ein Erweckungserlebnis.

Schwester Renate Peetz.
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Ich bin ja eine kleine Trümmerfrau. Wir haben auf dem Alex Mauersteine von Schutt getrennt. Dabei ist mir ein ziemlich großes Buch mit tollen Ornamenten aufgefallen [...] Ich habe dann dieses Buch aufgeschlagen und da stand in schwarzen dicken Schriftzügen, aber rot unterstrichen: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht, sagt Jesus. Ich muss sagen, diese Situation ist derartig prägend in meinem Leben gewesen, dass ich wusste: ich hatte es mit einem lebendigen Gott zu tun.

Schwester Renate

Von da an war ihr klar, dass sie ihr Leben in die Hände Gottes legen muss. Das tat sie – sie ging nach Elbingerode. Und dort fand sie auch eine erfüllende Tätigkeit: Im hauseigenen Krankenhaus wurde sie Stationsschwester in der Inneren Abteilung, später leitete sie sie Krankenpflegeschule. Heute berichtet sie mit leuchtenden Augen von dieser Zeit.

Renate Peetz
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Wir hatten keine Zeitbegrenzung, so wie es heute ist von den Kassen her. Wir hatten die Patienten drei bis vier Wochen hier liegen. Hier draußen auf dem Flur haben wir Andachten gehalten. Unsere Schüler und auch wir Schwestern haben mit denen gesungen: abends, wenn ich durch die Zimmer gegangen bin mit dem Medizintablett. Dann wurde über Gesundheit und Krankheit, über Glauben, Leben und Erlebnisse in der Familie gesprochen – es war einfach nur schön!

Schwester Renate

Ein Leben für Kranke, ein Leben, um anderen zu helfen. Heute genießt Renate Peetz ihren Ruhestand – hält aber noch immer Andachten für Patienten des nahegelegenen Krankenhauses.

Impressionen Das Diakonissen-Mutterhaus Elbingerode

Versteckt im Oberharzer Ort Elbingerode steht ein außergewöhnliches Bauhaus-Gebäude: das Diakonissen-Mutterhaus "Neuvandsburg". Es wurde 1934 erbaut und besticht bis heute durch seine Architektur.

Drohnenbild des Mutterhauses von oben .
Im Oberharzer Ort Elbingerode steht das Diakonissen-Mutterhaus "Neuvandsburg". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Drohnenbild des Mutterhauses von oben .
Im Oberharzer Ort Elbingerode steht das Diakonissen-Mutterhaus "Neuvandsburg". Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eingang des Diakonissen-Mutterhauses Neuvandsburg.
Es besticht durch seine Bauhaus-Architektur. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Godehard Schwethelm steht vor einem Haus.
Der Architekt Godehard Schwethelm hatte 1930 von der Schwesternschaft den Auftrag bekommen, ein neues Mutterhaus zu bauen. Bildrechte: Diakonissen-Mutterhaus Elbingerode
Treppenaufgang.
Es sollte praktisch sein. Schwethelm setzte das neue Bauen um. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Bauarbeiter in einem Stahlbau-Skelett.
Er konzipierte einen Stahlskelettbau. Bildrechte: Diakonissen-Mutterhaus Elbingerode
Ein Mann steht in einem Kirchenraum.
Pfarrer Reinhard Holmer leitet das Mutterhaus mit einer Oberin zusammen. Bis heute faszinieren ihn die modernen Ansätze des Baus, zum Beispiel im hauseigenen Kirchsaal. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Ein Mann schiebt eine Faltwand auf. Dahinter ein Kirchsaal.
Man kann die Wände aufschieben und den Saal vergrößern. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Diakonissen-Mutterhaus-Anbau in einem Park.
Die Kirche von außen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Schwimmbad mit gelben und braunen Kacheln.
Direkt unter der Kirche befindet sich ein Schwimmbad. Es wurde mit überschüssiger Wärme betrieben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Diakonissen sitzen in einem Speisesaal.
Der Decke des Speisesaals wird durch drei Säulen getragen.

Quelle: MDR/as
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Zuletzt aktualisiert: 09. Juli 2019, 12:18 Uhr