Grit Trepte, Grundschullehrerin in Leipzig
Grit Trepte, Grundschullehrerin in Leipzig Bildrechte: Mia Media

Glaubwürdig | 15.09.2018 Grit Trepte - Lehrerin und Fels in der Brandung

Nach ihrem Lehramtsstudium gab Grit Trepte zunächst zehn Jahre Deutsch an einer Schule in Tschechien. Dann kam sie nach Leipzig. An der 100. Grundschule kümmert sie sich um die Migrationskinder.

Grit Trepte, Grundschullehrerin in Leipzig
Grit Trepte, Grundschullehrerin in Leipzig Bildrechte: Mia Media

Das lässt sie sich nicht nehmen: Grit Trepte begrüßt ihre Schützlinge persönlich zur ersten Stunde. Die 46-Jährige ist stellvertretende Direktorin an der 100. Grundschule in Leipzig, einem Plattenbau im Stadtteil Grünau. Außerdem unterrichtet sie Deutsch als Fremdsprache. Ihre Schüler stammen aus Krisen- und Kriegsgebieten, aus Syrien, dem Irak oder Afghanistan, aber auch aus Polen oder Bulgarien.

Das ist für mich eine Herzenssache. Ich hab' den Eindruck, dass es was Positives rüberbringt, auch für die Eltern: Hier sind nicht alle Türen zu, man muss sich nicht irgendwie durchfitzen, es ist jemand da.

Grit Trepte, Lehrerin und stellvertretende Direktorin in Leipzig
Eine Schulkalasse
Grit Trepte mit ihren Schützlingen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach ihrem Lehramtsstudium gab Grit Trepte zunächst zehn Jahre Deutsch an einer Schule in Tschechien. Dann kam sie nach Leipzig. An der 100. Grundschule kümmert sie sich um die Migrationskinder. Bevor sie in die regulären Klassen kommen, bringt sie ihnen die deutsche Sprache bei. Für viele von ihnen ist Grit Trepte aber mehr: ein Fels in der Brandung.

Loslassen können und andere annehmen, wie sie sind

Kinder im Unterricht
Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nicht nur, weil sie herzlich und mit Humor zu unterrichten weiß, sondern weil sie für die persönlichen Schicksale der Kinder immer ein offenes Ohr hat. Kraft für den Alltag findet sie in ihrem buddhistischen Glauben. Auf ihren Reisen nach Südostasien begegnete sie der Religion. Sie las viel darüber und fand sich im Buddhismus mit ihrer Lebenseinstellung wieder. Den Kern macht eins für sie aus: das Loslassen-Können.

Ich finde, man kann nur die Mitte haben, wenn man lernt, auch ohne andere Menschen, ohne Äußerlichkeiten, ohne bestimmte gewünschte Situationen glücklich sein zu können. Im Buddhismus finde ich sehr viel dazu und natürlich auch dazu, wie ich mit meinen Mitmenschen umgehen sollte: Die ehrliche Rede, das ehrliche Miteinander, den anderen anzunehmen, wie er ist …

Grit Trepte, Lehrerin und stellvertretende Direktorin in Leipzig
Zwei Kinder im Unterricht halten Stifte hoch.
Im Unterricht Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Atheistisch erzogen, war Grit Trepte immer auf der Suche. Heute meditiert sie mehrmals in der Woche vor ihrem Altar. Dabei kommt sie zur Ruhe und wieder zu sich, auch in besonders zehrenden Zeiten.

Die dynamische, lebensfrohe Frau verlor 2010 ihre Lebensgefährtin, die an Krebs starb.

Als ich dort gesessen habe die letzten Momente ... war es wirklich so, dass ich dachte: Entweder leg' ich mich daneben oder ich versuche, mit Hilfe meines Glaubens wieder ins Leben zurückzukommen.

Grit Trepte, Lehrerin und stellvertretende Direktorin in Leipzig
kleiner Schrein
Am privaten Altar Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ohne ihren Glauben hätte sie diese Erfahrung und den Verlust selbst nicht überstanden, sagt sie:

Auf ihren Glauben besinnt sie sich an ihrem Altar zu Hause, in der Natur oder im Urlaub auf Streifzügen durch asiatische Tempelanlagen. 

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2018, 10:22 Uhr