Glaubwürdig | MDR FERNSEHEN | 15.05.2021 | 18:45 Uhr Kathrin Schulze und Kristin Wießel: Arbeiten zwischen Hammer und Amboss

Die Schwestern Kathrin Schulze und Kristin Wießel packen im 150-Seelendorf Ipse an. Sie leiten eine Schlosserei in zweiter Generation. Und um junge Leute im Dorf zu halten, gründeten sie den Verein "Ipse excitare".

Die Schwestern Kathrin Schulze und Kristin Wießel 5 min
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Kathrin Schulze und Kristin Wießel hieven einen Metallzaun durch ihre Schlosserei. "Es ist wichtig, dass das Rad von einer starken Person gedreht wird – völlig egal, ob Mann oder Frau", sagt Kathrin Schulze. Gemeinsam mit ihrer Schwester leitet sie eine Schlosserei. Sie planen und fertigen vor allem Balkone, Treppen oder Zäune in Großaufträgen, gestalten auch moderne Emporen für historische Kirchen. Beide sind Stahl- und Metallfacharbeiterinnen. Den Betrieb haben sie von ihrem Vater übernommen, der mit Mitte 50 an Krebs gestorben ist. Nach der Übernahme vergrößern sie die ehemalige Dorfschmiede. Mittlerweile haben sie ein Dutzend Angestellte.

"Ipse excitare": Das Dorf am Leben halten

Vor dem Tod des Vaters wollte Kathrin Schulze Architektur studieren, Kristin Wießel arbeitete im Ausland. Doch sie entschieden sich dafür, den Familienbetrieb weiter zu führen. Und dafür, im 150-Seelendorf Ipse zu bleiben. Um jungen Leuten einen Anreiz zu bieten, auf dem Land zu bleiben, haben sie den Verein "Ipse excitare" gegründet. Excitare heißt aufwachen oder erwecken. Damit meinen die Schwestern vor allem die Kirche.

Sie leben ihren Glauben. Wichtig ist ihnen aber vor allem, die Menschen zusammen zu bringen. Deswegen organisierten ein Schokoladen-Konzert. Zu Musik rund ums Thema wurde auf dem Altar Schokolade gegossen. Die Christus-Figur verweilte derweil auf dem Dachboden, erzählt Kristin Wießel: "Wahrscheinlich hat er von oben runter geguckt und gesagt, 'Finde ich gut, was ihr hier macht. Weil mir ist wichitg, dass die Kirche nicht entweiht wird, aber auch, die Leute an einen Tisch zusammen zu bringen'."

Auch ihre Familien bringen die beiden Schwestern einmal in der Woche an einen gemeinsamen Tisch. Sie hoffen, dass ihre Töchter ebenso in ihre Fußstapfen treten werden, wie sie in die ihres Vaters getreten sind. Auch, wenn das gegen den Trend ist: "Wichtig ist, dass man sich für seine Aufgabe interessiert und dafür steht", sagt Kathrin Schulze.

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