Glaubwürdig | 22.06.2019 Mehr als Basteln und Billard - Olaf Schwertfegers "Poppi" in Köthen

Olaf Schwertfeger arbeitet seit über 20 Jahren im diakonischen Freizeittreff "Popcorn" in Köthen. Dorthin kommen Kinder und Jugendliche, die sich mit Gewalterfahrungen, Mobbing oder Suchtproblemen konfrontiert sehen. Er ist ihr "Fels in der Brandung".

Olaf Schwertfeger bezeichnet sich als Berufsjugendlichen, auch wenn er nun schon 60 Jahre alt ist. Seit über 20 Jahren arbeitet er im diakonischen Freizeittreff "Popcorn" in Köthen.

Kinder gehen in den Freizeittreff "Popcorn" in Köthen.
Grundschüler kommen zu Besuch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ins "Poppi" kommen Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 20 Jahren. Dort können sie kochen, basteln, tanzen oder Billard spielen. Aber sie bekommen auch Hilfe, wenn sie mit Gewalterfahrungen und Mobbing oder Suchtproblemen zu kämpfen haben. Eltern, Lehrer und Sozialarbeiter holen sich ebenfalls Rat in der Einrichtung der Jakobskirchgemeinde.

Sich gegenseitig annehmen

Kinder im Freizeittreff "Popcorn" in Köthen.
Spiele, die den Teamgeist stärken. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Olaf Schwertfeger ist heute Leiter in dem Hauses. Außer sonntags ist sein "Poppi" immer geöffnet. 15 bis 30 Jugendliche kommen täglich, viele leben zu Hause aus schwierigen Verhältnissen. "Wenn Kinder und Jugendliche hier lernen, sich gegenseitig zu respektieren und mit ihren Stärken und Schwächen umzugehen, ist schon viel gewonnen", sagt Schwertfeger, der den rauhen Umgangston unter Schülern beklagt.

Auch verbale Gewalt ist super verletzend. Es geht gar nicht so um die Prügeleien, die es auch gibt. Es geht einfach um dieses raue, aggressive, gewalttätige Reden und Sprechen.

Olaf Schwertfeger
Spiel zum Teamgeiststärken
Fingerspitzengefühl ist gefragt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ausgrenzung und Mobbing sind besonders für Heranwachsende schmerzhafte Erfahrungen. Schwertfeger bietet im "Poppi" deshalb Gewaltpräventionskurse an. Das Ziel: mit- statt gegeneinander arbeiten. Der Sozialpädagoge versucht, den Kindern bewusst zu machen, wie sie sich selbst in Konfliktsituationen verhalten. Das Miteinander zu stärken und den Kindern etwas Positives mit auf den Weg geben, das hat sich Olaf Schwertfeger zu seiner Aufgabe gemacht. Denn:

Sich gegenseitig annehmen mit allen Stärken und Schwächen, die wir als Menschen haben, und uns da unterstützen und das Möglichste dafür leisten, das ist Gebot für einen Christen, finde ich.

Olaf Schwertfeger

Nebenbei will er so auch Vorbehalte gegenüber der Kirche abbauen, ohne zu missionieren.

"Wir wollen zeigen, wir Christen sind ganz normale Menschen. Und wenn dann jemand sagt, euren Glauben finde ich toll, dann umso besser!"

Kinder spielen.
Spaß haben in der Gemeinschaft. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zuletzt aktualisiert: 23. Juni 2019, 19:53 Uhr