Glaubwürdig | 30.05.2019 Siegfried Arand - Der Hüter des Jakobusweges im Eichsfeld

Viele Menschen haben das Pilgern für sich entdeckt - so wie Siegfried Arand. Er sorgt dafür, dass noch mehr den rechten Weg nach Santiago de Compostela finden. Er stellte mit Gleichgesinnten Wegweiser auf dem Eichsfelder Jakobusweg auf.

Siegfried Arand liebt es, unbekannte Wege zu beschreiten, historische Steige in Archiven aufzuspüren, Pfade zu finden. Der Geografielehrer ist auch Pfadfinder und die meisten Kilometer des neuen Jakobusweges durch das Eichsfeld gehen auf seine Kappe. 60 Betonstelen hat er mit seinem Verein schon an Weggabelungen aufgestellt, sie weisen die Richtung nach Santiago de Compostela. Arand selbst hat den wohl berühmtesten aller Pilgerwege noch nicht ganz bis zum Atlantik geschafft, seine Strecke teilte er in Etappen auf und gibt sich 10 Jahre dafür - 300 Kilometer fehlen ihm noch.

Man erlebt beim Pilgern Höhen und Tiefen, wie in seinem eigen Leben. Und man kann beim Pilgern zur Ruhe kommen. Mein Leben ist in Gottes Hand.

Siegfried Arand
Siegfried Arand bei der Pflege seiner Wegsteine Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Für die kleine Sehnsucht zwischendurch ist der Eichsfelder Jakobusweg mehr als ein Trost - es ist eine tiefe Heimaterfahrung. Siegfried Arand hält sich bei der Wegbeschilderung an die alten Landkarten der Pilger und gräbt die historische Strecke durch die Region wieder aus. Dabei schärft sich sein Blick für die vergessenen Hinweise am Wegesrand: Es finden sich Jakobuskirchen in den Ortschaften und Reste von Pilgerherbergen. So bringt der Weg in die Ferne den Eichsfeldern auch die Heimat ein Stück näher.

Zuletzt aktualisiert: 09. Juli 2019, 15:06 Uhr