Glaubwürdig | 06.07.2019 Seelsorgerin Regina Krause: "Ich gebe, was ich geben kann"

Seit vielen Jahren arbeitet Regina Krause in der Telefonseelsorge. Durch ihr Ehrenamt fand sie auch einen neuen Zugang zum Glauben.

Eine ältere Frau mit dunklem kurzen Haar schaut lächelnd in die Kamera. 5 min
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Glaubwürdig Sa 06.07.2019 18:45Uhr 04:43 min

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"Ich musste erst noch lernen, die Schicksale der Anrufer nicht so nah an mich heranzulassen", erinnert sich Regina Krause an den Anfang ihrer Zeit bei der Telefonseelsorge. Mittlerweile ist sie mit 20 Dienstjahren eine der erfahrensten ehrenamtlichen Mitarbeiter bei der diakonischen Einrichtung Halle. Einmal wöchentlich übernimmt sie einen Dienst, der schon mal bis zu neun Stunden dauert. Die Arbeit bei der Telefonseelsorge hat die 68-Jährige geprägt.

Gespielte Patientin

Ihre Erfahrungen aus dem Ehrenamt bringt sie auch bei Rollenspielen mit Medizinstudenten ein. Hier spielt sie regelmäßig unterschiedliche Patienten im Gespräch mit angehenden Ärzten, die so das richtige Verhalten mit Menschen üben, die Angst und Kummer haben.

Telefonseelsorgerin Regina Krause
Telefonseelsorgerin Regina Krause im Gespräch Bildrechte: MDR, Mia Media

Regina Krause ist evangelisch getauft und konfirmiert, hat aber zu DDR-Zeiten irgendwann die Anbindung zur Kirche verloren. Ihr Engagement bei der Telefonseelsorge war ursprünglich nicht christlich motiviert, doch durch die zahlreichen Andachten und gemeinsamen Gebete mit den Anrufern hat sie wieder einen neuen Zugang zum Glauben gefunden. Sie fühlt sich wohl mit ihrem Glauben, auch ohne Kirchenmitglied zu sein.

Ich werde kein eifriger Kirchgänger werden. Es genügt mir, was ich habe. Diesen Glauben, den ich lebe. Ich gebe, was ich geben kann, an Kraft und an Lebenszeit. Und ich denke mir: Das ist es ja, was auch menschliches Leben wertvoll macht.

Regina Krause

Zuletzt aktualisiert: 08. Juli 2019, 10:53 Uhr