Glaubwürdig | 27.02.2021 Ursula Schuch kämpft gegen die Einsamkeit im Alter

Unendlich einsam fühlte sich Ursula Schuch, als sie zum zweiten Mal Witwe wurde. Doch sie entdeckte, dass es anderen auch so geht und gründete eine Selbsthilfegruppe in Zeitz. Zum Singen lädt sie auch: "Das befreit!"

Ursula Schuch
Die gebürtige Thüringerin Ursula Schuch wollte sich nicht mit der Einsamkeit abfinden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Ein Jegliches hat seine Zeit" lautet der wichtigste Glaubenssatz von Ursula Schuch aus dem Burgenlandkreis.

Sich aufgehoben fühlen

Ursula Schuch ist zweifache Witwe. Ihr erster Mann starb an Krebs, als sie Anfang 40 war. Mit Ende 50 verlor sie dann auch ihren zweiten Partner an Krebs. Die Trauer und die Einsamkeit nach diesen Verlusten bewegten sie 2003 dazu, eine Selbsthilfegruppe für Trauernde und Hinterbliebene zu gründen.

An einem Tisch sitzen singende Frauen mit Gesangsbüchern
Zum gemeinsamen Singen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Man merkt, da sind ja noch andere, die das gleiche Leid haben. Für solche Situationen hat kein Mensch Verständnis, der das nicht mitgemacht hat. In der Gruppe fühlen wir uns aufgehoben.

Ursula Schuch

Seitdem kämpft die 75-Jährige gemeinsam mit Witwen und Witwern gegen die Einsamkeit und hilft ihnen bei der Trauerbewältigung. Immer wieder kommen Neue hinzu. Andere verlassen die Gruppe nach einer Weile. Viele aber sind längst Freunde geworden, die einander Halt geben.

"Singen befreit die Seele"

Auf einem Klavier liegen Notenhefte
Ehrenamtlich hilft sie auch in der Kantorei. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In ihrem Glauben fand Ursula Schuch schon oft Trost. Seit vielen Jahren kümmert sie sich um das Kirchen-Café Michel in Zeitz. Dort hat sie ein offenes Ohr für jeden, der kommt, egal ob mit oder ohne Konfession. Alle zwei Wochen bietet sie dort außerdem einen Singkreis an. Das Singen ist ihre Leidenschaft schon seit der Kindheit. "Singen befreit die Seele", sagt Schuch. Zusätzlich singt sie im Chor der Michaeliskirche in Zeitz und unterstützt die Kantorei ehrenamtlich.

Wir waren zu Hause evangelisch. Mein wirklicher Glaube ist entstanden, als mein erster Mann so schwer krank wurde. Da hab ich gemerkt, dass ich von irgendwoher Kraft kriege.

Ursula Schuch

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