Leben mit Rheuma - Der Chat zum Nachlesen

Rheuma ist immer mit Schmerzen verbunden. Was bringt Betroffenen Besserung? Im Chat beantworteten die Rheumatologen PD Dr. Matthias Pierer und Dr. Susette Unger von der Uniklinik Leipzig viele Fragen. Hier zum Nachlesen.

  • Moderator: Willkommen zum Chat! Wie lassen sich Rheuma-Erkrankungen am besten behandeln? Unsere Experten beantworten heute Ihre Fragen zu diesem Thema.
  • Moderator: Ich begrüße ganz herzlich die Rheumatologen Dr. med. Susette Unger und PD Dr. med. Matthias Pierer von der Uniklinik Leipzig. Schön, dass Sie hier sind!
  • Moderator: Beide nehmen jetzt Ihre Fragen entgegen. Los geht's!
  • Zuschauerfragen: Heiko Nitschke: Sehr geehrte Frau Dr. Unger und sehr geehrter Herr Dr. Pierer, ich bin 53 Jahre und bin seit 1997 (wurde Diagnose gestellt) "LE"-Patient und leide an dem systemischen Lupus. Mein Vater war auch LE und Rheumapatient (leider 1997 mit 56 Jahren verstorben ) und meine Tochter leidet auch an dem kutanen Lupus. Meine Frage: Ist das neue Medikament auch für "LE" Patienten geeignet?
  • Matthias Pierer: Sehr geehrter Herr Nitschke, das angesprochene neue Medikament ist für die Rheumatoide Arthritis in vielen Ländern zugelassen. Eine Wirksamkeit für den LE ist nicht belegt, aber Studien dazu sind zu erwarten.
  • Zuschauerfragen: ´Katja Thiele Bei mir (30) wurde im vergangenem Jahr Rheuma arthritis anhand der Entzündungswerte festgestellt . Am Anfang nahm ich Pretnistolon ein, jetzt Quensyl. Ich hatte einen Monat zuvor Keuchhusten, leide seit Geburt meines Sohn (3,5) unter chron. Mandelentzündung u. habe Hashimoto. Ich hatte nur geringe Schmerzen in der Hand und seit den Medikamenten keinerlei Symtome. Meine Hausärtzin vermutet dass das Blutbild durch Keuchhusten und Mandelentzündung verursacht wird. Kann das sein?
  • Susette Unger: Susette Unger: Per se können Infektionen eine Erhöhung der Entzündungswerte verursachen. Aber sie hatten ja auch Beschwerden in den Gelenken und möglicherweise wurde auch im Labor ein rheumaspezifischer Wert festgestellt, Sowohl Rheuma als auch Infektionen können diese Auffälligkeiten machen, differenzieren kann man es nur mit einer guten Untersuchung und Befragung.
  • Zuschauerfragen: susanne berndt: Kann man vorbeugen oder ist das in den Genen? Ist ibuprophen 600 sinnvoll? (Schmerztabletten ) Vielen dank
  • Matthias Pierer: Liegt Rheuma in den Genen? Eine Frage die so leicht nicht zu beantworten ist. Es gibt für viele Arten der rheumatischen Erkrankungen Risikogene, die , wenn man entsprechende in sich trägt, das Risiko eine solche Erkrankung zu bekommen erhöhen kann. Ein einzelnes Risikogen erhöht allerdings das Risiko für eine Erkrankung nur sehr gering, oft nicht mehr als 15%, so daß eine Erkrankung aus den Genen allein nie vorher gesagt werden kann.
  • Matthias Pierer: Zu Ibuprofen: es ist eines der besten Rheumamittel aus der Gruppe der NSAR. In der richtigen Situation kann man damit Entzündungsschmerzen oft gut lindern. Für die meisten rheumatologischen Erkrankungen ist es jedoch "nur" eine Ergänzung zu anderen Medikamenten.
  • Zuschauerfragen: Heike Fehrmann: Mein Mann (60) leidet an Psoriasis-Arthritis in den Händen (Gelenke) diagnostiziert wurde es im Januar. Seit der danach folgenden Reha muss er MTX spritzen und die Dosis wurde gestern vom Rheumatologen nochmals erhöht, da der Belastungsschmerz nicht nachlässt. Welche Möglichkeit besteht, schon jetzt an dieses neue Medikament zu kommen, wer könnte es verschreiben? Ich denke, es wäre eine gute Alternative zu MTX und seinen Nebenwirkungen. Grüße von 2 Sachsen aus der Pfalz
  • Susette Unger: Liebe Frau Fehrmann, zur Behandlung der Erkrankung sind viele Medikamente zugelassen. Es heißt aber nicht, dass diese neuen Medikamente nebenwirkungsärmer als MTX sind. Der Rheumatologe ist hier immer erster Ansprechpartner und entscheidet anhand von Labor, Beschwerden und vorallem Zusatzerkrankungen, welches Medikament das beste für Ihren Mann ist. Wenn keine Kontraindikationen bestehen, setzen wir immer erst MTX sein und wenn es gut wirkt, ist es ein gutes Medikament.
  • Scorpi: Guten Abend Frau Dr.Unger. Hatte Sie heute angerufen . Bin 53 Jahre seit 97 LE Patient. Mein Vater war LE Patient und meine Tochter auch. Gib es ein Zusammenhang. Hilft das neue Mittel auch bei mir.
  • Susette Unger: Per se ist der SLE keine genetische Erkrankung, wir kennen aber Familien, in denen es familiäre Häufungen gibt. Das neue Medikament ist leider für den SLE nicht zugelassen.
  • Susi: Kann Rheuma auch mit Muskelschwund einher gehen? Obwohl man sich viel bewegt? Mein Vater hat seit acht Jahren Rheuma, ist jetzt 73. Und an den Beinen sind kaum noch Muskeln.
  • Matthias Pierer: Muskelschwund ist bei verschiedenen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ein Problem. Einige der Erkrankungen befallen die Muskeln direkt (Muskelentzündung oder lateinisch Myositis genannt), andere führen eher durch Schmerzen in benachbarten Gelenken zu Muskelschwund durch fehlende Bewegung. Dann ist es wichtig, die entzündliche Situation zu beherrschen und physiotherapeutisch zu beüben. Das kann sehr langwierig sein, wird aber helfen.
  • Scorpi: PS.: Heiko Nitschke mein Name. LE Patient
  • Sabine: Lässt sich das Sjögren Rheuma auch zweifelsfrei ohne Lippenbiopsie nachweisen? Falls ja, wie?
  • Susette Unger: Typische Beschwerden (Mund-, Augentrockenheit), typische Befunde (Tränentest beim Augenarzt, Speicheltest (beim HNO Arzt) und typische Laborwerte (Bestimmte Antikörper sog SSA, SSB-AK), dann könnte man es auch ohne Lippenbiopsie diagnostizieren. Ist sich aber mit einer Biopsie der Diagnose dann ganz sicher.
  • kugel: Gibt es eine Diät die hilft?
  • Susette Unger: Eine Diät wogegen?
  • fermi: Mein Mann leidet an Psoriasis athritis, im Moment spritzt er Mtx was mit ziemlich viel Nebenwirkungen einhergeht wie sie ja sicher auch wissen. Wäre das neue Medikament eine Alternative?
  • Matthias Pierer: Für die PSA gibt es Studien zu Tofacitinib, deren Ergebnisse sind allerdings ausstehend. Da es sich um eine Form der Immunsuppression handelt, sind sicher auch einige weitere Erkrankungen später von Interesse.
  • joma: Sehr geehrtes Expertenteam, um welches neues Medikament handelt es sich und für welche Rheumaarten ist es einzusetzen.Leide unter diverse Rheuma-Arten mit mehr oder weniger starken Schmerzen, und habe leider diverse Allergien, u.a. kann ich auch einige Schmerzmittel nicht vertragen. Was raten Sie mir? viele Grüße
  • Matthias Pierer: Das Medikament heisst Tofacitinib (Handelsname Xeljanz). Es wird zunächst nur für Rheumatide Arthritis zugelassen sein. Wie schon angeklungen ist, wird es möglicherweise später auch für weitere Erkrankungen verfügbar sein.
  • Rosini: Hallo ich habe im Köper in verschieden Gelenken multple Knochenzysten Habe unter anderem Arthrose in beiden dauemensattelgelenken die jetzt ach operiert werden müssen . Ich hab seit einem dreiviertel Jahr Schmerzen im rechten Bein unterhalb des der Hüfte besonsers nachts bekomme seit einigen Wochen Cortison gespritzt was nach der ersten Injektion eine kuze linderung brachte aber jetzt ist stillstand und die schmerzen habe ich immer noch
  • Moderator: Hallo Rosini, Ihre Frage kam unvollständig an, weil sie etwas zu lang ist. Bitte schicken Sie sie uns noch einmal etwas kürzer (max. 500 Zeichen, ca. 6 Zeilen).
  • Moderator: Es darf mutig gefragt werden ...
  • Sabine: Was kann ich medikamentös und ohne Medikamente gegen die Beschwerden des Sjögren Rheumas (Muskel- u Gliederschmerzen im ganzen Körper, trockener Mund/Augen) tun?
  • Matthias Pierer: Eine symptomatische Behandlung beim "Drüsenrheuma", wie es auch bezeichnet wird, richtet sich an den Beschwerden, also den Symptomen aus. Für das trockene Auge sind eine Reihe von Präparaten verfügbar, ebenso für die verminderte Speichelproduktion. Schmerzen am Körper können zB mit NSAR wie Celecoxib oder Ibuprofen behandelt werden. Sollte diese Therapie nicht ausreichen, kann es nötig sein, auch das Immunsystem etwas zu bremsen.
  • steffi 1984: Guten abend, ich bin 32 Jahre und habe unter anderem bechterew. Seit über einem Jahr habe ich beidseitig grosse Schwellungen in der Schlüsselbeingrube, die sich keiner erklären kann, die auch Schmerzen beziehungsweise drücken. Ich weiss nicht mehr weiter. Ich weiss sie können keine ferndiagnosen stellen. Aber haben sie so etwas schon einmal in zusammenhang mit Rheuma gesehen? Vielen Dank fürs lesen. Mit freundlichen Grüßen
  • Susette Unger: Leider sehe ich sie nicht vor mir, so dass ich nur mutmaßen kann, was vorliegt. Es können große Lymphknoten sein, wobei beidseits eher untypisch ist. Es kann auch eine Fettverteilungsstörung sein oder es kann vom Schlüsselbein/Brustbein-Gelenk ausgehen. Man könnte einen Ultraschall machen und es rein durch untersuchen beurteilen, auch ein MRT käme bei ganz unklaren Schwellungen in Betracht.
  • Susette Unger: In dem man Beschwerden bekommt, die vorher nicht da waren. Man muss aber differenzieren, ob es von der Krankheit selbst kommt, vom Medikament oder von ganz anderen Sachen. Die Einstichstelle sollte regelmäßig gewechselt, vielleicht versuchen sie es mit einem gekühlten Alkoholtupfer von der Injektion.
  • suse40: Iich habe seit 3 Jahren seropositive rheumatoide <arthritis,habe diverse Medikamente ausprobiert und soll nun auf Enbrel eingestellt werden. Such nun nach Alternativen (zb.TCM)Gibts darüber Erfahrunswerte bzw. Ansprechpartner
  • Matthias Pierer: Eine seropositive RA ist eine Erkrankung, die für die Gelenke oft sehr zerstörerisch ist und irreparable Schäden hervorrufen kann. Enbrel, welches bei Ihnen nun zu Einsatz kommen soll, ist ein hoch wirksames Biologic, welches oftmals genau diese Zerstörung aufhalten kann. Alternative Therapien sind nach meinem Kenntnisstand mehrheitlich icht so effektiv, dass sie eine stabile Situation erreichen könnten. In Einzelfällen mögen sie jedoch auch zur Linderung beitragen.
  • Lea: Hallo, Wie merkt man das man Enbrel Spritzen nicht verträgt? Und wie kann man das brennen bei Enbrel Spritzen verhindern? Viele Grüße Lea.
  • Susette Unger: Susette Unger: In dem man Beschwerden bekommt, die vorher nicht da waren. Man muss aber differenzieren, ob es von der Krankheit selbst kommt, vom Medikament oder von ganz anderen Sachen. Die Einstichstelle sollte regelmäßig gewechselt, vielleicht versuchen sie es mit einem gekühlten Alkoholtupfer von der Injektion.
  • Rosini: multiple Knochenzysten imgesammten sklettsytem arthrose in gelenken daumen wird op. scmerezen im rechten bein seit dreiviertel jahr bekomme sit monaten Cortison 1 Injektion kurrze linder un aber nachts un in Ruhe Phasen immer noch schmerzen
  • Matthias Pierer: Ihre Situation scheint nicht restlos aufgeklärt. Eine gesicherte Diagnose sollte angestrebt werden. Dafür halte ich allerdings eine Vorstellung bei einem Rheumatologen für notwendig.
  • Sabine: Da ich eine vorgeschädigte Leber habe, gibt es auch Medikamente gegen das Sjögren Rheuma, die nicht die Leber schädigen? Gibt es evtl. nichtmedikamentöse Alternativen o Ergänzungen?
  • Susette Unger: Per se muss das Sjögren-Syndrom nicht mit Medikamenten behandelt werden, es kommt auf die Organbeteiligung an, wenn nur Trockenheit besteht helfen Tränenersatzmittel und Speichelersatz.
  • Gabi: Ich habe seit 2011 Polyarthritis, habe begönne mit MTX Tabletten, dann Spritzen, dann in Kombination mit Leflonomid. Später erhielt ich Humira in Kombination mit MTX, seit März 2016 bekomme ich Inflectra in Kombination mit MTX. Es geht mir zwar besser, doch von gut kann nicht die Rede sein. Ich bin 52 Jahre, habe jeden Tag meine Probleme, mich zu motivieren, meinem Vollzeit-Job nachzugehen. Bin eingestuft auf GdB 40 u. ein Antrag auf Gleichstellung ist gestellt. Hilft mir das neue Medikament?
  • Matthias Pierer: Ihre Krankengeschichte ist so sicher kein Einzelfall. Sie haben eine Reihe von wirksamen, zum Teil hoch effektiven Medikamenten, auch in Kombination bereits erhalten und sind noch nicht in einer stabilen Remission- also einem weitgehend gesunden Zustand. Der Verlauf der Behandlungen klingt an sich folgerichtig und korrekt. Das neue Medikament könnte eine Hoffnung für sie sein, allerdings brauchen sie etwas Geduld- Summer 2017 ist mit der Zulassung zu rechnen. Vorher aber gibt es Alternativen
  • Monade: Hallo! Müssen Patienten das neue Medikament dauerhaft einnehmen oder kann es nach einer Weile wieder abgesetzt werden? Vielen Dank!
  • Susette Unger: Um eine richtigen Effekt zu bewirken, muss man es ersteinmal dauerhaft einnehmen. Die rheumatoide Arthritis sollte dauerhaft therapiert werden, so dass es bei einsetzender Wirkung erstmal dauerhaft eingenommen werden muss. Bei langem stabilem Krankheitsverlauf kann man über eine Reduktion der Rheumamedikamente mit dem Rheumatologen beraten, alles ganz absetzen gelingt meistens nicht und sollte auch bei einer klassischen rheumatoiden Arthritis nicht gemacht werden.
  • sensibel: Guten Abend,habe seit 1 Jahr eine chronische Sehnenscheidenentzündung am rechten Sprunggelenk,u.nehme seit 5 Jahren Enbrel 50mg als Fertigpen,nun soll ich umgestellt werden auf Orencia,will es aber nicht wegen den starken Nebenwirkungen nehmen,was könnte noch helfen?
  • Susette Unger: Die zu erwartenden Nebenwirkungen sind vom Ausmass ähnlich wie bei Enbrel. Die Substanzen der sog. Biologikagruppe haben alle Nebenwirkungen, können aber auch sehr gut die Erkrankung in den Griff bekommen. Um die Rheumaerkrankung in den Griff zu bekommen, muss man schon Medikamente einsetzen, die per se alle Nebenwirkungen machen können. Das kommt auf ihre Rheumaerkrankung an, auf die Stärke der Ausprägung der ERkrankung und weitere Erkrankungen, die sie außer Rheuma haben.
  • vroni: Guten Abend,ich möchte gerne wissen, ob es neue Erkenntnisse und Therapien bei der Fibromyalgie gibt. Ich bewege mich viel, mach Rehasport und Wassergymnastik, nehme mild dosierte SSRI, Versuche zu entspannen, aber manchmal sind die Schmerzen in gelenknahen Bereichen sehr stark, vor allem bei Wetterwechsel und Wind, Hände und Beine schwellen an, starke Erschöpfung lähmt. Im Sommer ist es etwas besser, ich habe mich arrangiert, aber es ist oft sehr schwierig.
  • Matthias Pierer: Es gibt tatsächlich viele Erkenntnisse dazu, allerdings erkennt man zunehmend die Zusammenhänge zB. durch Hinbildgebung bei Schmerzreizen bei FMS-Patienten. Diese Ergebnisse der Grundlagenforschung haben allerdings das Konzept der Therapie der letzten Jahre nicht maßgeblich verändert. Ihre Maßnahmen scheinen mir ausgewogen und sinnvoll. Eine gewisse Akzeptanz höre ich ebenfalls heraus. All das sollten sie konsequent fortführen.
  • Diana : Diana: Hallo, mich interessiert ob Schuppenflechte auch Rheuma auslösen kann? Ich habe Schuppenflechte bereits seit 32 Jahren und Gelenkschmerzen.
  • Susette Unger: Ja, es gibt einen Zusammenhang, die sog. Schuppenflechtenarthritis. Ein ambulanter Rheumatologe kann ihnen da bei der Diagnose oder auch Ausschluss einer Gelenkbeteiliguung weiterhelfen.
  • schnatascha: Seit einigen Wochen habe ich starke Schmerzen in den Waden. Die Ärzte finden nichts. Schmerzmittel (Ibu, Paracetamol) bringen keine Linderung. Kann es Rheuma sein?
  • Susette Unger: Ja, es gibt Muskelerkrankungen, die per se Rheumakrankheiten sind, aber auch Venenschwäche, Gefäßverkalkungen und viele andere Krankheiten können dahinterstecken.
  • Antje: Hallo, meine Mutter hat rheumatische Polyarthritis und Arthritis. Spritze ihr jeder Woche MTX und aller 14 Tage Humira. Wöchentlich bekommt sie noch Folsäure und Dekristol.Achso täglich noch Prednison. Meine Frage ist, können diese Medikamente bzw. das Rheuma selbst die Sehkraft verschlechtern bzw. die Augen krank machen??? (Meine Mutter hat starke Kurzsichtigkeit und die Altersbedingte Makula - Degeneration)
  • Susette Unger: Prednisolon hat Nebenwirkungen auf die Augen, welche vorliegen könnte, kann der Augenarzt klären.
  • Sabine: Kann sich das Sjögren Rheuma auch von alleine wieder zurückbilden? Und was passiert, wenn man es nicht behandelt? Was wären schlimmstenfalls die Folgen?
  • Matthias Pierer: Der Verlauf der Erkrankung lässt sich nur schlecht vorausbestimmen. Allerdings bleiben die allermeisten Patienten auf dem "Krankheitsniveau", welches sie nach ca 2-3 Jahren erreicht haben. Danach kann es theoretisch noch zu Organbefall (außerhalb der Speicheldrüsen etwa) kommen. Das ist aber selten. Das heißt auch, daß die Lebenserwartung im Vergleich zu nicht betroffenen Menschen nicht beeinträchtigt ist.
  • Sabine: Rückfrage an Frau Unger: Ich leide zur Zeit am meisten an den Schmerzen des Sjögren Rheumas, möchte aber wegen der Leber keine Schmerzmittel nehmen. Was meinen Sie mit Organbeteiligung?Welche Organe sind gemeint? Wie erfolgt diese Untersuchung?
  • Susette Unger: Das Sjögrensyndrom zeigt sich per se durch Trockenheit (Augen, Mund), kann aber auch häufig Gelenkschmerzen machen, Nerven, Lunge, Haut, Gefäße, Niere können auch in seltenen Fällen beteiligt sein. Wenn nur Schmerzen, keine Schwellung da ist kann man auch Novalgin nehmen, das geht nicht auf die Leber oder wenn es schlimmer ist Quensyl. NSAR (zB Ibuprofen) und MTX, Azathioprin (wird manchmal eingesetzt) können Leberwerterhöhungen machen.
  • sonnenscheing: ich habe morbus bechterew und werde mit humira behandelt, das vorgestellte medikament hilft das auch bei dieser erkrankung?
  • Matthias Pierer: Zunächst ist eine Zulassung nur für die RA zu erwarten. In der Maus (ja, alle Substanzen die Menschen mittlerweile helfen haben eine Testphase in Nagern hinter sich) gibt es vielversprechende Ergebnisse. Das ist aber sehr neu und der Weg bis zur Zulassung mindestens 5-7 Jahre...
  • Anna: Hallo, bei meinem 24 jährigen Sohn wurde morbus bechterew diagnostiziert, wie kann ich heraus finden, ob ich auch betroffen bin? Ich habe auch noch einen 17jährigen Sohn, kann er auch davon betroffen sein.
  • Matthias Pierer: Mb Bechterew ist eine sehr schmerzhafte Erkrankung. Relativ einfach- keine Rückenschmerzen (nächtlich, morgendlich...)- kein Bechterew
  • Schildi: Müssen immer eine Entzündungen vorliegen um wieder mit einer Therapie anzufangen ich habe MB mit Gelenk Beteiligung
  • Matthias Pierer: Das ist eine schwierige Frage. Wenn ein einzelnes Gelenk (Hüftgelenk oder Kniegelenk) betroffen ist, kann es sein, dass die Entzündungswerte negativ sind und trotzdem eine Therapie ratsam ist.
  • Henriette : Meine Tochter ist 12 Jahre alt und seit einem Jahr einen diagnostzierten SLE. Sie nimmt aktuell Quensyl, verträgt dies auch ganz gut. Am meisten leidet sie unter andauernder Muedigkeit und ist wenig belastbar weil sie schnell erschöpft ist. Kann dieses neue Medikament unserer Tochter auch helfen? Was könnte ihr sonst helfen?
  • Susette Unger: Leider ist das neue Medikament bei SLE nicht zugelassen. Die Müdigkeit erleiden viele, viele SLE Patienten, uns fehlen da leider momanten spezifische Therapieoptionen, außer viel Bewegung und Sport und versuchen, damit erstmal in seinem Leben zurechtzukommen. Quensyl ist für den SLE ein sehr gutes Medikament. Bei Müdigkeit sollte aber auch immer Schilddrüsenfunktionstörung, Blutarmut, eine Depression, die oft bei SLE vorkommen kann, ausgeschlossen werden.
  • Uhlenbusch: Unser Enkelkind ist an dem Sorgten Syndrom erkrankt! Sie ist 18 Jahre! Könnte das neue Medikament auch für sie in Frage kommen! Leidet sehr unter Müdigkeit, und starke Entzündungen der Speicheldrüsen!
  • Matthias Pierer: Es ist nicht unmöglich- allerdings wäre es bis dahin ein recht langer Weg. Vom therapeutischen Prinzip her (YAK- Hemmung und damit Zytokinblockade) ist es allerdings ein vielversprechender Ansatz.
  • Stef: Guten Tag, ich habe seit Oktober 2015 rheumatoide Arthritis und nehme Azulfidine 2×2 täglich. Im Jahr 2010 wurde Multiple Sklerose diagnostiziert. Da spritze ich 3× wöchentlich Rebif 44 Interferon. Mir geht es gut. Das Rheuma macht mir mehr zu schaffen als die MS. Gibt es ein Medikamente für beide Erkrankungen.
  • Matthias Pierer: Ja, aber das muss natürlich zwischen ihrem Neurologen und Rheumatologen abgestimmt werden, ob es für Sie in Frage kommt.
  • baerbel09: Ich habe seit Jahren immer wieder Gelenkbeschwerden Kiefergelenke x-mal operiert am Ende Ohrknorpel transplantiert. Nervenkompressionssyndrome in beiden Ellenbogen ,Synovialzysten in der Hand, Tennisarm-Op. Chondropathia patella im Knie wurde operiert und so weiter...Laborwerte kein Rheuma, CRP positiv. Jetzt Op am Daumen mit Wucherungen im Grundgelenk ( schwere pannusartige Fibrose) bin am Ende was kann das sein?????
  • Susette Unger: Leider kann man per se keine Diagnose nur anhand der Aufzählungen stellen. Aber bei den vielen Beschwerden und einem hohen CRP kann schon eine Rheumaform vorliegen. Es gibt 300 verschiedene Rheumakrankheiten, einige zeigen ganz spezielle Auffälligkeiten im Speziallabor, andere nicht und sind trotzdem Rheuma, man kann es also nur aus einem Laborbefund nicht ausschließen. Sie sollten sich, wenn noch nicht geschehen, an einen ambulanten Rheumatologen wenden.
  • helju: Ich bin 58 Jahre. Bei mir wurde vor Ca. Sechs Jahren eine rheumatoide Arthritis und eine Osteoporose diagnostiziert. Ich nehme wöchentlich 15mg Methex. Es ging mir ganz gut. Seit letzten Sommer sind meine Fußgelenke betroffen. Hatte aber die Sache im Griff. Vor Ca. Fünf Wochen hatte ich extreme Beschwerden im rechten Fußgelenk. Erst ein MRT führte dazu, dass ein Ermüdungsbruch im Schienbein diagnostiziert wurde. Kann dies auch mit der Einnahme vom MTX zusammen hängen? Und wird der Bruch
  • Matthias Pierer: Ein Zusammenhang zu MTX ist unwahrscheinlich. Die RA erhöht allerdings das Risiko für eine Osteoporose, und diese ist ein Risiko für einen Ermüdungsbruch. Steroide sind oftmals ein weit größeres Problem. Knochendichte und Osteoporosediagnostik ist sinnvoll.
  • Vendettina: Ich habe bereits mehrere chronische Autoimmunerkrankungen (Asthma, Allergien, Zöliakie). Ist mein Risiko für weitere Autoimmunerkrankungen, wie Rheuma, erhöht? Und was kann ich tun, um das Risiko dafür zu senken?
  • Susette Unger: Vorallem bei Zöliakiepatienten können weitere Autoimmunerkrankungen auftreten, müssen aber nicht! Sie können außer einem gesunden Lebensstil, der für alle Erkrankungen empfohlen wird, und ihrer speziellen Ernährung leider nichts dagegen tun.
  • Diluca67: Hallo meine Vater ist mit Gichtschüben ins Krankenhaus gekommen angeblich, aber ich habe noch nie gehört das Gicht in Waden oder unter armen ist als nicht Direktinvestitionen den Gelenken und dieses dann mit Penicillin behandelt wurde und jetzt immer noch keine Besserung da ist. Wie oder was sollen wir machen er bekommt jetzt auch keine Gichttabletten mehr und der reumatologe ist im Urlaub er hat schmerzen ohne Ende
  • Matthias Pierer: Er sollte wieder vorgestellt werden- ggf. zunächst beim Hausarzt oder eben in einer Notfallaufnahme- wenn die Schmerzen zu stark sind.
  • Blume: Ich habe über 40 Jahre Schuppenflechte, Rheuma und nun 10 Jahre Gelenkprobleme und sehr schlimme Wirbelsäulenabnutzungen mit Entzündungen. Wie kann man das neue Medikament erhalten?
  • Matthias Pierer: Da sie vermutlich eine Schuppenflechtenarthritis haben, welche in die Gruppe der Spondyloarthritiden fällt, gemeinsam mit dem Mb. Bechere, ist es noch nichts für Sie.
  • Schnattifee: Bin 31 Jahre alt, hab seit 15 Jahren diagnostiziert Morbus Bechterew. Seit zwei Jahren habe ich ständig Schmerzen, verändertes Gangbild, Muskel- und Sehnenschmerzen. 2 Reha erfolgLos, Krankenhausaufenthalt brachte auch nix, 2 MRT auch nicht, verschiedene Schmerztherapien fehlgeschlagen. Bin arbeitsunfähig und habe Erwerbsminderungsrente beantragt. Blut ist völlig normal, Knochenszyntigrafie zeigt nix, MRT keine wesentliche Befundverschlechterung. Behandlung als Basis mit Humira. Was kann es
  • Susette Unger: Bei Patienten mit langen Rheumaerkrankungen kann sich der Schmerz manchmal verselbstständigen und ein chronisches bzw. sekundäres Schmerzsyndrom vorliegen. Vorher sollte , wie bei Ihnen scheinbar geschehen, immer eine Aktivität der Grunderkrankung ausgeschlossen werden. Physiotherapie, Psychotherapie, Bewegungstherapie, medikamentöse Schmerztherapie kann, falls ein solches Syndrom vorliegt, empfohlen werden, ein Wechsel des Humira auf ein anderes Präparat kann auch manchmal erwogen werden.
  • Tanja : Hallo, bei mir besteht seit einem Jahr Rheuma, was sich vor allem in den Füßen bemerkbar gemacht hat als Daktylitis beidseits. Weiterhin Schmerzen in den Händen und Armen. In einer Handinnenfläche einen Knoten. Seit 6 Monaten nehme ich Sulfasalazin. Die Daktylitis geht zurück. Die starken Schmerzen und vorher vorhandene Morgensteifigkeit sind jetzt besser aber nicht komplett weg. Wenn Sulfasalazin nicht mehr ausreichen sollte, besteht die Möglichkeit für mich das neue Apremilast zu bekomm
  • Matthias Pierer: Das wäre eine der Möglichkeiten...
  • Vendettina: Wie lange geht eigentlich der Chat immer?
  • Moderator: Hallo Vendettina, der Chat geht bis spätestens 22.30 Uhr.
  • Susette Unger: In der Lunge gibt es viele mögliche Veränderungen: Lungenentzündung, Lungenkrebs, auch ein Rheumaknoten der Lunge ist möglich. MTX kann eine schwere Lungenentzündung in seltenen Fällen auslösen, kann auch Rheumaknoten zB in der Lunge verschlimmern. Ein Absetzen des MTX sollte immer nur in Rücksprache mit dem Rheumatologen erfolgen und bei Ihrer Frau sollte noch ein Lungenfacharzt hinzugezoegen werden zur Abklärung der Veränderung.
  • Jürgen: Sehr geehrte Fr. Dr.Unger, sehr geehrter Herr Pierer, Meine Frau hat seit einigen Jahren erhöhte Reumawerte und nimmt das Medikament Lantarel 10 mg ein. Jetzt wurde bei ihr ein Befund an der Lunge fesgestellt. Sie hat das Medikament sofort abgesetzt. Meine Frage : War das Absetzen richtig und kann die Einnahme des Medikaments mit dem Befund im Zusammenhang Stehen ?
  • Susette Unger: Susette Unger: In der Lunge gibt es viele mögliche Veränderungen: Lungenentzündung, Lungenkrebs, auch ein Rheumaknoten der Lunge ist möglich. MTX kann eine schwere Lungenentzündung in seltenen Fällen auslösen, kann auch Rheumaknoten zB in der Lunge verschlimmern. Ein Absetzen des MTX sollte immer nur in Rücksprache mit dem Rheumatologen erfolgen und bei Ihrer Frau sollte noch ein Lungenfacharzt hinzugezoegen werden zur Abklärung der Veränderung.
  • Schildi: Okay bei mir ist es so ich habe bis letztes Jahr noch Remicade bekommen was sehr gut geholfen hat und seit dem hab ich wieder sehr dolle Schmerzen und meine Rheumatologin sagt keine Entzündungswerte keine Therapie kann aber keine NSAR mehr nehmen da ich ein Magenbypass habe (-50KG) HABEN SIE DA EIN RAT WIE ICH MICH VERHALTEN SOLL HERR PIERER
  • Matthias Pierer: Eine ähnliche Frage hatten wir schon- keine E-Werte- keine "Basis"-Therapie? Das ist oft so korrekt- allerdings eben auch nicht immer. Es muss geprüft werden, in wieweit es aktuell Manifestationen der Erkrankung gibt (BASDAI, MRT...). Das CrP ist nur eine Variable in der Gleichung. Wenn Sie keinen Konsens mehr finden können, müssen Sie wohl einen anderen Rheumatologen aufsuchen.
  • vroni: Man sieht Zusammenhänge durch Hirnbildgebung bei Schmerzreizen, d.h. FMS Patienten sind schmerzempfindlicher als Gesunde. Aber wie kann ich das ohne starke Medikamente lindern ?
  • Susette Unger: Wir verstehen aktuell noch nicht sehr viel von der Entstehung des sog. FMS, wissen aber, dass viele Medikamente hier gar nicht helfen, wissen aber dass Bewegung und Sport die Krankheit positiv beeinflussen. Viele FMS-Patienten erfahren keine LInderung durch SChmerzmedikamente, wir haben aber noch keine spezifischen Therapieoptionen, wirkungslose Medikamente sollten aber nicht lebenslang eingenommen werden, wenn sie keinen Effekt verspüren.
  • Magda: Guten Abend,bekomme leider keine Basismedikamente, da ich außer RA noch ColonCa hatte und nach kurzer MtX Gabe 2008 2010 einen neuen malignen Tumor hatte und 2012 den nächsten.Habe starke Schmerzen an den Händen und bekomme 5 mg Lodotra.Was kann ich tun???? Danke für eine Antwort und für Sie viel Gesundheit und Erfolg
  • Matthias Pierer: Eine Situation, in der das Abwägen einesNutzens und möglicher Risiken einer effektiveren Therapie als Lodotra besonders schwer fällt... Ich würde allenfalls RTX in Betracht ziehen. Abhängig von der Aktivität der RA und der Art/ Stadium ihrer jeweiligen Krebserkrankungen.
  • Gabi: Gibt es ggf. die Chance bei Diagnose Seropositive Rheumatoide Arthritis und Spondyloarthrits eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten? Bei noch Vollbeschäftigung gehe ich dauerhaft 2x/Woche zur Physiotherapie, 1x Rehasport im Wasser und 1x Rückenschule, alles dauerhaft zur Erhaltung. Das ist gut, doch sehr anstrengend!!! Würde gern kürzer treten, wer hat Erfahrung??
  • Susette Unger: Per se ist es möglich, wenden Sie sich an den Rentenversicherungsträger, die Formalitäten ggf. Gutachten etc. wird von Ärzten durchgeführt. Als Hilfestellung gibt es in Leipzig auch eine Rheumalotsin, die Ihnen vielleicht weiterhelfen kann .http://www.rheuma-lotse.de
  • Uhlenbusch: Gibt es noch andere Therapieansätze bei dem Sjörngren Syndrom ausser Quensyl, MTX oder Azathioprin??
  • Matthias Pierer: Ja. In jedem Falle die symptomadptierten Ansätze, aber darauf heben Sie sicher nicht ab. Für bestimmte schwerer verlaufende Erkrankungen (Organbefall) kommen auch weitere Immunsuppressiva in Betracht. Insgesamt ist die Datenlage für diese Therapieformen aber nicht sehr überzeugend.
  • Franziska : Guten Abend, mein Sohn leidet an Colitis ulcerosa u. Soll nun ein Biologie,Infiximax bekommen, wie schnell wird es wohl wirken. Sulfosalazin u. azufildine waren nicht erfolgreich. Er spritzt zusätzlich noch wöchentlich Methotrexat.
  • Susette Unger: Das Ansprechen ist sehr unterschiedlich, manche erfahren schon LInderung nach der ersten Gabe, manche später, manche haben kein Ansprechen. Wenn nach 3 Monaten keine Linderung eintritt, kann man keine Wirkung erwarten.
  • Melanie: Kann Sjögren Rheuma auch Gangstörungen, Gleichgewichtsprobleme und Taubheitsgefühle/Kribbeln verursachen?
  • Matthias Pierer: Prinzipiell sind derartige Beteiligungen des Nervensystems möglich, wenn auch nicht häufig.
  • Moderator: Gibt es noch Fragen? Dann bitte jetzt stellen. Der Chat ist nämlich bald zu Ende.
  • Gabi: Vielen Dank für die Beratung und Ihnen alles Gute. Bleiben Sie gesund!
  • Moderator: Vielen Dank! Das gebe ich gerne weiter.
  • Schnattifee: Wie kann Psychotherapie helfen? Mit welcher Diagnose sollte eine Überweisung zum Psychotherapeuten erfolgend?
  • Susette Unger: Es muss ersteinmak sicher sein, dass ihr Problem wirklich nicht an ihrer Rheumaerkrankugn oder einer anderen Erkrankung liegt.Erst bei sicherer Diagnose eines chron. Schmerzsyndroms kann soetwas empfohlen werden, um herauszufinden, ob es in ihrem Leben unentdeckte Schmerzverstärker, Auslöser gibt und zu lernen damit umzugehen.
  • Melanie: Vielen Dank für den sehr informativen Chat!
  • Moderator: :)
  • Tanja : Was kann man gegen starke Müdigkeit, Erschöpfung tun ? ( Ausser Schilddrüse kontrollieren, Bewegung)
  • Matthias Pierer: Wenn Sie die Tanja mit der Daktylitis sind?- Nun, dann schein zunächst das wichtigste zu sein, Ihre Erkrankung unter Kontrolle zu bringen, denn die ist sicherlich die wesentliche Ursache der Müdigkeit und Erschöpfung. Schlafhygiene, frische Luft, Bewegung- diese Dinge wirken unterstützend
  • Tanja : Ja..Vielen Dank..
  • Soho67: Guten Abend, ich bin 31 Jahre, habe rheumatoide Arthritis und seit geraumer Zeit nehme ich an, dass ich mein Lantarel 10 nicht mehr vertrage. Ich habe Verdauungsstörungen, mir ist häufig übel und ich habe Probleme mit der Konzentration. Was kann ich dagegen tun? Ist es vielleicjt sinnvoll die Dosis zu reduziren?
  • Susette Unger: Folgende Möglichkeiten gibt es: Dosisreduktion, wenn vertretbar, Folsäure sollte immer einen Tag nach Lantarel gegeben werden, Umstellung auf Spritzen oder Absetzen und Umstellung auf eine anderes Medikament, man sollte aber immer ausschließen, dass die Nebenwirkungen wirklich von dem Medikament kommen.
  • Tanja : Gibt es überhaupt ein Rheuma Medikament, welches nicht so anfällig für Erkältungen macht? (wg. Arbeit Kindern)
  • Matthias Pierer: Die Gruppe der NSAR (Ibuprofen etc.), aber auch Hydroxychloroquin, Sulfasalazin, bestimmte Biologica- es gibt aber individuell auch sehr unterschiedliche Erfahrungen diesbezüglich und ein Wechsel der Therapie zuweilen hilfreich.
  • Inki: Bei mir wurde psoriasis-arthritis diagnostiziert und ich habe gestern die erste mtx spritze gesetzt. Wäre das neue Medikament auch für mich eine Alternative?
  • Susette Unger: Es ist ersteinmal für die sog. rheumatoide Arthritis zugelassen, für ihre Erkrankung noch nicht. Aber wir beginnen meist die Therapie erstmal mit MTX und hoffe, dass das schon ausreichend ist und Ihre Beschwerden bekämpft.
  • Vendettina: Ich bedanke mich für den informativen Chat, vorallem, dass sich die Ärzte in ihrer Freizeit, für diesen informativen Abend Zeit genommen haben. Ich wünsche Allen noch einen schönen Abend und eine gute Nacht.
  • Stef2: An Dr. Pierer, welche Medikamente gibt es bei MS und RA, die beide Erkrankungen in einem versorgen?
  • Matthias Pierer: Auch hier ist Rituximab, ein Antikörper gegen B-Zellen gerichtet, eine Option. Das Problem ist, dass eine Zulassung für die MS nicht vorliegt, für die RA allerdings seit vielen Jahren.
  • Soho67: Vielen Dank für diesen Chat und dass sich die Ärzte heute Zeit genommen und die vielen Fragen beantwortet haben.
  • Moderator: Unser Chat ist zu Ende. Vielen Dank fürs Mitchatten!
  • Moderator: Ganz besonders bedanke ich mich bei Dr. Susette Unger und Dr. Matthias Pierer für die Menge an Antworten, die sie heute Abend gegeben haben.
  • Moderator: Diesen Chat können Sie in Kürze unter www.mdr.de/hauptsache-gesund noch einmal nachlesen.
  • Moderator: Nächste Woche geht es bei "Hauptsache Gesund" um das Tabuthema Hämorrhoiden, um Wasser und um unsere Füße. Zu letzterem Thema wird es dann wieder einen Chat geben.
  • Moderator: Ihnen allen jetzt einen schönen Abend und eine gute Nacht.