Aromaöle
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Hauptsache Gesund | 08.11.2018 | 21:00 Uhr Aromatherapie: Heilsame Düfte

Aromaöle duften nicht nur herrlich, sie werden auch immer häufiger zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Die Auswahl an Ölen ist riesig und die Qualität sehr unterschiedlich. Welche Öle sollten unbedingt in die Hausapotheke? Und was gibt es bei der Anwendung zu beachten?

Aromaöle
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Massageöle, Wickel, Bäder oder Duftkompressen – Aromaöle lassen sich unglaublich vielfältig einsetzen. "Ätherische Öle können die Selbstheilungskräfte anregen, Schmerzen lindern oder Erkrankungen vorbeugen", sagt Aromatherapeutin und Heilpraktikerin Tuula Misfeld. Die Leipzigerin hat einen ganzen Koffer mit unterschiedlichsten Düften ins "Hauptsache Gesund"–Studio mitgebracht.

Duftöle für die Hausapotheke

Über 450 verschiedene Aromaöle gibt es mittlerweile auf dem Markt. Für die Hausapotheke tun es erst mal ein paar Klassiker: "Pfefferminzöl hilft gut gegen Kopfschmerzen, Bergamotte wirkt wie alle Zitrusöle anregend und stimmungsaufhellend", empfiehlt unsere Expertin. Lavendelöl ist zudem ein Allroundtalent, das entspannend wirkt und einen erholsamen Schlaf fördert. Wichtig für die Hausapotheke ist auch ein gutes Trägeröl. "Ätherische Öle dürfen nicht pur auf die Haut aufgetragen werden. Man sollte sie immer mit Mandel- oder Olivenöl mischen und vor allem sparsam verwenden", so Tuula Misfeld.

Hilfreiche Exoten

Erstaunlicherweise gibt es etliche Düfte, die kaum jemand kennt, die aber häufig in der Aromatherapie eingesetzt werden. Einer dieser "Exoten" ist Cajeput, ein Öl, das aus den Blättern der Myrtenheide gewonnen wird. "Cajeput verwende ich gern gegen eine Erkältung. Ich gebe zum Beispiel einen Tropfen auf den Schal, bevor es aus dem Haus geht." Das macht die Nase frei und wirkt schleimlösend. Immortelle wird aus den Blüten einer mediterranen Strohblume gewonnen und gilt als Heil- und Wundöl. Es hilft gegen Prellungen und schmerzhafte Schwellungen. Und auch Neroli ist durchaus ein Öl für die "Hausapotheke für Fortgeschrittene". Es wird aus den Blüten der Bitterorange gewonnen und wirkt stimmungsaufhellend und gegen Ängste.

Schneller Allergietest

Bedenken sollte man, dass Aromaöle allergische Reaktionen auslösen können. Wer eine empfindliche Haut hat, sollte daher vor der Anwendung eine Kontaktprobe in der Ellenbeuge machen. Dafür wird etwas Mandel- oder Olivenöl mit einem Tropfen des Aromaöls vermischt. Diese Mischung trägt man dann in der Ellenbeuge auf. "Wenn nach etwa 15 Minuten keine Rötung oder Juckreiz auftritt, kann man das ätherische Öl bedenkenlos verwenden", so Tuula Misfeld.

Qualität ist das "A und O"

Flaschen mit ätherischen Ölen
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Beim Kauf von Aromaölen sollte man unbedingt auf die Qualität achten. Preiswerte, synthetische Öle haben ein höheres Allergierisiko oder können Kopfschmerzen auslösen. "Ätherische Öle sollten naturbelassen sein und keine synthetischen Zusatzstoffe enthalten. Zudem muss die Ursprungspflanze eindeutig auf dem Etikett verzeichnet sein", empfiehlt Aromatherapeutin Tuula Misfeld. Gute Öle haben zudem eine ausführliche Beschriftung, auf der vermerkt ist, wie und wo das Öl gewonnen wurde.

Haltbarkeit beachten

Da sich ätherische Öle nicht ewig halten, sollte man sich auf der Flasche notieren, wann man sie geöffnet hat. Teebaumöl beispielsweise wird schnell ranzig und hält nur etwa sechs Monate. Kräuteröle wie Lavendel oder Pfefferminze halten durchaus zwei Jahre. Damit die Öle nicht verderben, sollte man sie dunkel aufbewahren und keinen großen Temperaturschwankungen aussetzen.

Rezept: Roll-on gegen Schnupfen

Die schnelle Hilfe für Schnupfnasen. Eukalyptus macht die Nase frei, Cajeput wirkt schleimlösend und Bergamotte belebend. Mandelöl pflegt zudem die empfindliche Haut unter der Nase.

Zutaten:
10 ml Mandelöl als Basis
2 Tr. Cajeput
1 Tr. Eukalyptus radiata 
3 Tr. Bergamotte
1 leerer Roll-on (Apotheke oder Reformhaus)

So wird’s gemacht:
Die Öle mit dem Mandelöl vermischen und in einen leeren Roll-on füllen. Ein paar Mal hin und her wenden, damit die Kugel gut befeuchtet wird. Der Roll-on kann mehrfach täglich unter die Nase gerieben werden. Praktischerweise passt er in jede Tasche und ist damit ein guter Helfer für unterwegs.

Rezept: Aroma-Fußbad gegen Erkältung und Kopfschmerzen

Wenn die Füße eiskalt sind und der Kopf dröhnt, ist wahrscheinlich eine Erkältung im Anmarsch. Ein warmes Fußbad heizt dann ordentlich ein und nimmt gleichzeitig den Druck aus dem Kopf.

Frau riecht an Lavendel
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Zutaten:
20 g Salz
5 Tr. Lavendel
3 Tr. Weißtanne
5 Tr. Zitrone oder Bergamotte 
2 Liter warmes Wasser
Fußbadewanne oder Schüssel

So wird’s gemacht:
Die ätherischen Öle mit dem Salz vermischen. Das Salz wirkt wie ein Emulgator und sorgt dafür, dass sich die Öle gut mit dem Wasser vermischen. Für das Fußbad das Badesalz in zwei Liter warmen Wasser auflösen. Die Füße etwa 20 Minuten darin baden.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 08. November 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2018, 10:54 Uhr