Portrait einer lächelnden Frau
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Hauptsache Gesund | 08.03.2018 | 21:00 Uhr Wie verhalten bei Falten?

Im Laufe eines Lebens werden die Gesichtsmuskeln unzählige Male angespannt und zusammengezogen: Beim Lachen, beim Grübeln, beim Wütendsein. Gleichzeitig verliert die Haut an Elastizität. Mit zunehmenden Jahren entstehen so Falten. Zornesfalten, Sorgenfalten, Krähenfüße – Lassen sie sich ausradieren?

von Raja Kraus

Portrait einer lächelnden Frau
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Die Faltenbildung gehört zum Altern. Es ist ein natürlicher Prozess, der nicht unterbunden werden kann. Es gibt aber in der Schönheitsmedizin Möglichkeiten, die Falten – zumindest zeitweise – zu glätten. Und auch auf natürliche Art und Weise kann man die Faltenbildung verlangsamen.

Botox: Wundermittel oder Gift?

Arzt setzt Injektion an Augenbraue einer Frau an
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Das Wort Botulinumtoxin trägt es schon im Namen: Es ist ein Gift! Doch in geringer Dosierung durch den Arzt gespritzt, gilt es als weitgehend unbedenklich. Botox wird knapp unter der Haut in die Muskulatur gespritzt. Hier blockiert es einen Botenstoff, der das Zusammenziehen des Gesichtsmuskels auslöst. Mit Botox bleibt der Muskel also entspannt. Nach ein bis zwei Wochen hat das Botox seine volle Wirkung und auch die behandelte Stelle im Gesicht "entfaltet". Der Effekt hält zirka vier bis sechs Monate an.

Zur Vorsicht raten Experten bei der Höhe der Dosierung. Eine Überdosierung kann nämlich zu einem sogenannten "Maskengesicht" führen, bei dem die Mimik erstarrt, weil zu viele Muskelpartien den Stoff aufgenommen haben. Wer sich aber nicht häufiger als alle sechs Monate und sich nur beim Arzt spritzen lässt, kann dieses Risiko umgehen.

MDR-Reporter Stefan Marx hat sich im Selbstversuch einer Botox-Behandlung unterzogen. Zwei Zornesfalten längs zwischen den Augenbrauen hat er sich glattspritzen lassen. Sein Fazit: "Es bringt auf jeden Fall was! Meine Familie hält mich jetzt für freundlicher, das ist schon mal gut." Jünger sehe er dadurch aber nicht unbedingt aus. Der Nachteil – von seinen Kindern wird Stefan Marx jetzt nicht mehr so richtig ernst genommen: "Ich kann jetzt nicht mehr böse gucken!"

Mit Botox gegen Krankheiten Wussten Sie dass Botox auch gegen verschiedene Krankheiten hilft? Bei besonders schweren Fällen von chronischer Migräne wird Botox vorbeugend in bestimmte Hals- und Kopfmuskeln gespritzt. Auch bei einer schwachen Blase hilft die Behandlung mit Botox: ein Teil des Blasenmuskels wird gelähmt, der Harndrang lässt nach. Krämpfe nach Schlaganfällen werden mit Botox gelöst. Und sogar für die Behandlung von Depressionen könnte Botox wichtig werden: Forscher vermuten, dass zum Beispiel die Glättung der Zornesfalte auch die Stimmung aufhellt.

Wie funktionieren Hyaluronsäure-Filler?

Hyaluronsäure ist eine körpereigene Substanz, die auch in der Haut vorkommt. Eine ihrer wichtigsten Funktionen ist es, Wasser zu binden. Dadurch wirkt die Haut frisch und straff. Werden Falten also mit einem Hyaluronsäure-Gel unterspritzt, wird für mehr Volumen gesorgt. Das geschieht einerseits durch das Gel selbst, andererseits dadurch, dass es während seines Abbaus weiter Wasser an sich bindet. Der Hyaluronsäure-Filler wirkt also schnell – aber auch hier hält der Effekt nicht ewig. Je nach Patient und je nach individuellen Merkmalen dauert der Abbau des Fillers zwischen drei und zwölf Monate.

Auch Hyaluronsäure-Filler gelten, ähnlich wie Botox, als weitgehend unbedenkliche Behandlungsmethode. Trotzdem ist es ratsam die Unterspritzung von einem Arzt und nicht etwa im Schönheitssalon vornehmen zu lassen.

Faltencremes: Nutzen oder falsches Werbeversprechen?

Eine Frau cremt sich die Wangen ein
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In der Werbung wird viel versprochen – auch Faltenfreiheit dank Anti-Aging-Cremes. Ein beliebter Inhaltsstoff ist auch hier Hyaluronsäure. Die Wirkungsweise ist dieselbe wie bei der Unterspritzung – der Effekt hingegen weniger stark und nur einige Stunden von Dauer. Andere Inhaltsstoffe sind kurze Aminosäureketten wie Glutamin und Kreatin. Sie verbessern nachweislich das Hautbild, denn sie regen die Zellbildung und den Stoffwechsel an und verzögern so die Faltenbildung. Besonders schnell – aber auch besonders kurz – wirken Cremes mit Silikaten: Eingearbeitete Partikel füllen die Falten oberflächlich aus und glätten sie optisch.

Kurzweilig können kosmetische Anti-Aging-Produkte geringfügige Verbesserungen bringen. Allerdings trocknen einige Produkte die Haut langfristig aus. Nicht jeder schnelle Helfer ist also dauerhaft gut. Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die Liste der Inhaltsstoffe. Denn eine gesetzlich vorgeschriebene Menge an Anti-Falten-Wirkstoffen, die enthalten sein müssen, gibt es nicht. Es heißt also nur: Je weiter vorne ein Anti-Aging-Wirkstoff steht, desto mehr ist davon enthalten.

Schönheit von innen: Geht Faltenfreiheit auch natürlich?

verschiedene Nuss-Arten
Nüsse statt Nikotin: Auch ein achtsamer Lebenswandel beugt Falten vor. Bildrechte: IMAGO

Wer nicht zu Spritzen oder Cremes greifen will, kann die Faltenbildung durch natürliches Zutun mindern und herauszögern. So lässt hohe und häufige Sonneneinstrahlung die Haut schneller altern. Auch Stress, rauchen und zu viel Alkohol, sowie Wassermangel im Körper und nährstoffarme Ernährung nehmen der Haut ihre Elastizität und führen schneller zu Falten. Deshalb sind eine gesunde, vitalstoffreiche Ernährung und die Versorgung des Körpers mit viel Wasser besonders wichtig. Nur mit ausreichend Wasser können Mineralstoffe überall hin transportiert werden und Abfallprodukte wieder abtransportiert werden. Das Trinken von Wasser fördert auch unmittelbar die Durchblutung der Haut.

Verschiedene Vitamine und Aminosäuren schützen die Haut vor UV-Strahlung, fördern die Regeneration von Zellen, wirken durchblutungsfördernd oder regulieren die Wasserversorgung. Diese finden sich vor allem in verschiedenen Kernen und Nüssen, Trockenobst und Getreide. Aber auch Spinat, Feldsalat, Kohl und Bohnen unterstützen die optimale Versorgung der Haut. Der Verzehr von viel Fleisch hingegen soll die Entstehung von Falten eher begünstigen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 08. März 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2018, 22:37 Uhr