Zwiebeln
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Hauptsache Gesund | 26.04.2018 | 21:00 Uhr Gesunder Lauch: Wie Zwiebeln und Knoblauch helfen

Schon in der Antike war die Zwiebel als Heilpflanze bekannt. Im Mittelalter wurde sie sogar zur Bekämpfung von Pest und Cholera eingesetzt. Bis heute schätzen wir sie als Hausmittel bei Infekten. Ihre Wirkung ist inzwischen wissenschaftlich erforscht, mit erstaunlichen Ergebnissen!

von Beate Splett und Eva Jobst

Zwiebeln
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Schon seit Urgroßmutters Zeiten gilt die Zwiebel vor allem als bewährtes Mittel bei Infekten. Ob als Zwiebelsaft gegen Husten und Halsentzündungen, als Zwiebelsäckchen gegen Ohrenschmerzen oder als Auflage gegen Insektenstiche, ihre Anwendung ist genauso vielseitig wie ihre Einsatzmöglichkeiten. Forscher haben die medizinische Wirkung inzwischen im Labor untersucht und fanden den Grund für die vielen positiven Effekte:

Christian Henze: Zwiebel Tutorial
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Die Zwiebeln enthalten Sulfide, schwefelhaltige Verbindungen, die auch für den starken Geruch und das Beißen in den Augen verantwortlich sind. Sie bekämpfen Viren, Bakterien und Pilze und schützen die Pflanze so vor Krankheitserregern. Und das funktioniert auch bei uns Menschen. Die wertvollen Stoffe werden beim Zerkleinern der rohen Zwiebel freigesetzt. Immer wieder werden auch neue Anwendungen gefunden. So wird zum Beispiel Zwiebelsaft in einer Salbe in den ärztlichen Leitlinien zur Behandlung von Narben empfohlen. Auch zur Krebsvorbeugung soll eine rohe Zwiebel am Tag beitragen können. Experten schätzen übrigens besonders die roten Zwiebeln, da sie wertvolle Pflanzenfarbstoffe, sogenannte Anthocyane, enthalten, die sie noch gesünder machen.

Zwiebelrezepte von Kochbuchautorin Aurélie Bastian

Auf die Gesundheit wirkt rohe Zwiebel besonders gut. Doch auch gegart regt sie Appetit und Verdauung an. Besonders aus der französischen Küche ist die Zwiebel nicht wegzudenken. Ihr leicht süßlicher Geschmack ist wichtiger Bestandteil vieler Rezepte.

Hausarzt-Tipp: Zwiebelauflage gegen Insektenstiche

Dazu eine Zwiebel halbieren und leicht zerdrücken, sodass Saft ausläuft. Anschließend mit der angeschnittenen Fläche für etwa 15 Minuten auf den Insektenstich legen.

Gesunder Knoblauch?!

Eine Knolle, auf die ganz viele Gesundheitsbewusste schwören, ist der Knoblauch. Wie die Zwiebel, gehört er zu den Lauchgewächsen und soll ganz besondere Heilkräfte haben. Was ist dran an diesem Mythos?

Knoblauch
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Schon die alten Ägypter schätzten ihn als Heilpflanze und die Pyramidenbauer erhielten täglich eine Ration. Die Römer brachten ihn in unsere Gefilde, nicht nur im Kochtopf, sondern auch in den Sandalen, um Fußpilz vorzubeugen. Denn seit jeher gilt Knoblauch nicht nur als Speisezutat, sondern auch als Heilpflanze und soll wahre Wunder bewirken. Das bescherte ihm 1989 den Titel „Heilpflanze des Jahres“. Knoblauch wirkt entzündungshemmend. Das verdankt er den enthaltenen Sulfiden, also Schwefelverbindungen, die auch für den charakteristischen Geruch sorgen. Fakt ist aber auch: Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln werben mit der Wirkung der Inhaltsstoffe des Knoblauchs auf den  Cholesterinspiegel. Studien haben jedoch ergeben, dass dies nicht stimmt: Ganz gleich, ob Probanden ein Knoblauchpräparat,

Knoblauch pur oder ein Placebo einnahmen, die Cholesterinwerte änderten sich nicht. Ob er als Blutdrucksenker wirkt, wie es die Werbung behauptet, ist umstritten. Knoblauch enthält die Vitamine A, B1, B6 und C. Um jedoch den Bedarf an Vitamin C zu decken, müsste man täglich 800 Gramm, also etwa zehn große Knollen, essen. Fest steht auf jeden Fall: Knoblauch ist keine Zauberpflanze. Aber wer ihn mag, dem schadet er auch nicht.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 26. April 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. April 2018, 23:26 Uhr

Knoblauch
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Wie die Zwiebel gehört der Knoblauch zu den Lauchgewächsen und soll ganz besondere Heilkräfte haben. Doch stimmt das auch?

Hauptsache gesund Do 26.04.2018 21:00Uhr 01:37 min

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