Hauptsache Gesund | 01.11.2018 | 21:00 Uhr Gut gelaunt durch Herbst und Winter

Draußen ist es dunkel, neblig, nass-kalt: Die dunkle Jahreszeit beginnt – und die kann ordentlich auf die Stimmung schlagen. Doch die Stimmung lässt sich buchstäblich aufhellen, mit Tageslicht nämlich. Aber auch bestimmte Lebensmittel können glücklich machen.

von Raja Kraus

Was tun gegen Lichtmangel?

Eine Frau sitzt vor einer Tageslichtlampe und führt eine Lichttherapie durch.
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Mithilfe von UV-Strahlen produziert unser Körper Vitamin D. Vier Fünftel unseres Tagesbedarfs werden so gedeckt. Trotz des Schmuddelwetters heißt das für uns im Winter: Warm anziehen und viel an die frische Luft. Empfohlen wird mindestens eine halbe Stunde täglich. Denn die UV-Strahlung schafft es auch durch lückenlose Wolkendecken und kann so über unsere Haut, zum Beispiel im Gesicht oder an den nackten Händen, aufgenommen werden. Wem das nicht genug ist, der kann eine Lichttherapie beim Arzt machen. Mit einer speziellen Tageslichtlampe kann der Lichtmangel ausgeglichen werden. Wenn der Arzt einen massiven Vitamin-D-Mangel im Blut feststellt, helfen oft nur Vitamin-D-Tabletten. Auf eigene Faust sollte man die aber nicht einnehmen, denn eine Überdosierung kann schaden.

Essen kann man Vitamin D leider so gut wie gar nicht. Nur wenige Lebensmittel enthalten Vitamin D und meist nur in sehr geringen Mengen. Den Lichtmangel ausschließlich über die Nahrung auszugleichen, ist daher unmöglich.

Iss dich glücklich!

Ein aus Schokoladensplittern gelegtes Herz
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Ein bisschen Glück kann man aber trotzdem essen. Viele denken da wohl, na klar, gleich an Schokolade. Die gute Nachricht: Ja, die meisten von uns macht Schoki wohl wirklich glücklich. Die schlechte Nachricht: aber eher, weil unser Gehirn den Verzehr mit positiven Erinnerungen verbindet, als dass der Kakao wirklich direkt glücklich macht. In Schokolade ist der Stoff Tryptophan enthalten. Wird Tryptophan im Körper abgebaut, entsteht das Glückshormon Serotonin. Doch: Schokolade enthält viel zu wenig Tryptophan, um die Stimmung wirklich aufzubessern – und andere eiweißhaltige Lebensmittel enthalten Tryptophan genauso.

Wussten Sie, dass … … der erhöhte Tryptophan-Spiegel durch Kohlenhydrate nicht nur unsere Stimmung aufhellt, sondern auch direkte Auswirkungen auf unser Handeln hat? Wissenschaftler konnten zeigen: Mehr Kohlenhydrate im Frühstück führten bei Studienteilnehmern zu kritischerem Handeln. Bei Low-Carb-Diäten tritt der gegenteilige Effekt auf: Das Empfinden für Gerechtigkeit nimmt ab.

"Happy Food" für den Winter

Ein bisschen Glück kann man sich im Winter wirklich anfuttern. Für die Glücklichmacher unter den Lebensmitteln hat sich der Begriff "Happy Food" etabliert. Wir stellen einige Stimmungsaufheller vor:

Ingver
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Chilis sind mit Vorsicht zu genießen. Der Stoff Capsaicin treibt uns die Tränen in die Augen und reizt die Nervenzellen im Mund. Doch dieses Brennen bewirkt, dass unser Gehirn Endorphine ausschüttet – und die machen bekanntlich glücklich.

Ingwer funktioniert ähnlich. Der scharfe Inhaltsstoff Gingerol wird vom Gehirn als schmerzauslösend wahrgenommen – und daraufhin regnet es Glückshormone.

Vanilleschoten
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Beeren helfen uns, gelassen zu sein. Das liegt an ihrem Magnesiumgehalt, denn der mindert die Freisetzung von Stresshormonen im Körper.

Echte Vanille kurbelt, so vermuten Wissenschaftler, die Serotonin-Ausschüttung im Gehirn an. Schon der Geruch sorgt übrigens für Entspannung.

Omega-3-Fettsäuren gegen Depressionen

Mehrere Studien haben gezeigt: Omega-3-Fettsäuren können Depressionen erheblich lindern. Sie spielen eine wichtige Rolle für unsere Gehirnfunktion und haben eine entzündungshemmende Wirkung. Chronische Entzündungen und Depressionen stehen oft in einem Zusammenhang. In Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass die marinen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, etwa durch die Einnahme von Fischölkapseln, Depressionen und psychische Störungen verbesserte. Auch auf das alternde Gehirn wirken sie nachweislich positiv. Fette Seefische wie Lachs, Makrelen oder Hering sind besonders gute Lieferanten für marine Omega-3-Fettsäuren. Übrigens gehören Sie auch zu den wenigen Lebensmitteln, die Vitamin D in einer relativ hohen Dosis enthalten. Sie können die Stimmung im Winter also gleich doppelt aufhellen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 01. November 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2018, 10:44 Uhr