Leberflecken auf Arm
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Hauptsache Gesund | 06.12.2018 | 21:00 Uhr Hautflecken und andere Hautveränderungen

Unsere Haut verändert sich ständig. Das ist zum Glück meist harmlos. Doch wenn Veränderungen in Form von Hautflecken und Erhebungen auftreten, werden viele unruhig. Klarheit schafft dann erst der Gang zum Hautarzt.

von Jana Olsen

Leberflecken auf Arm
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Die häufigsten Hautveränderungen:

Café-au-lait-Flecken
Wie der Name schon ahnen lässt, haben diese Flecken eine hellbraune Färbung wie Milchkaffee. Die gutartige Hautveränderung kann am ganzen Körper auftreten und bis zu 20 Zentimeter groß werden. Café-au-lait-Flecken sind in der Regel harmlos. Treten sie jedoch gehäuft am ganzen Körper und in einer bestimmten Größe auf, können sie ein Hinweis auf Neurofibromatose, eine seltene Erbkrankheit, sein.

Hände mit Altersflecken
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Altersflecken
Die dunklen Pigmentablagerungen sind harmlos und treten mit zunehmendem Alter häufiger auf. Weil Altersflecken eine Spätfolge von zu viel Sonneneinstrahlung sind, kommen sie vorwiegend an jenen Stellen vor, die am meisten der Sonne ausgesetzt sind, also vor allem im Gesicht und an den Händen. Wenn sie stören, können sie mittels Laser entfernt werden.

Hämangiom
Die kleinen hellroten Flecken entstehen, wenn sich oberflächlich gelegene kleine Blutgefäße erweitern. Das "senile" Hämangiom bildet sich ab dem mittleren Erwachsenenalter und ist in der Regel harmlos. Bei etwa einem Drittel aller Neugeborenen treten großflächige Hämangiome (Blutschwämmchen) auf, die sich meist komplett von allein zurückbilden.

Alterswarze
Eine Alterswarze kann flach oder leicht erhaben sein und fühlt sich etwas wächsern an. Alterswarzen treten vor allem am Oberkörper und im Gesicht auf. Sie sind unbedenklich, sollten aber durch ihre Ähnlichkeit zum Melanom von einem Hautarzt abgeklärt werden. Wenn sie an Stellen liegen, die stören, kann man sie mit Laser, Vereisung oder Kürettage (Ausschabung) entfernen lassen.

Mann bei bildgebender Hautuntersuchung
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Melanom
Der schwarze Hautkrebs entwickelt sich oft aus einem Muttermal. Wenn also ein Muttermal größer und dunkler wird, zu jucken oder zu nässen anfängt, sollte man unbedingt zum Arzt. Denn je früher Hautkrebs entdeckt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Wenn möglich, wird das Melanom operativ entfernt und medikamentös behandelt.

Keloide
Die wulstigen, aber gutartigen Wucherungen können nach Verletzungen, Operationen oder nach kleinen Eingriffen wie dem Stechen von Ohrlöchern oder Piercings entstehen. Eine chirurgische Entfernung führt häufig dazu, dass die Wucherung wiederkommt. Im Rahmen einer Kryotherapie können Keloide vereist und reduziert werden. Die Behandlung ist meist recht langwierig.

Xanthelasmen
Das sind gelbliche Fettablagerungen im Bereich der Augenlider. Hier kann eine Fettstoffwechselstörung zugrunde liegen, doch oft entwickeln sie sich ohne erkennbare Ursache. Sie können auch an den Knien, Ellenbogen, Händen und Füßen auftreten. Störende Xanthelasmen können mithilfe von Laser, Skalpell oder Vereisung entfernt werden.

Hautcheck alle zwei Jahre Ab einem Alter von 35 Jahren bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre eine vorsorgliche Untersuchung zur Hautkrebs-Früherkennung beim Hautarzt. Wer Hautveränderungen an sich beobachtet oder auf Nummer sicher gehen möchte, sollte diese Möglichkeit wahrnehmen.

Diagnose per Smartphone

Smartphone.
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Zum ersten Mal dürfen Hautärzte jetzt ohne persönlichen Kontakt zum Patienten eine digitale Diagnose bei einem verdächtigen Hautfleck stellen. Die Landesärztekammer Baden-Württemberg hat kürzlich einen Antrag für die erste teledermatologische Smartphone-Diagnose genehmigt. "AppDoc" ist ein Gemeinschaftsprojekt von Ärzten und Wissenschaftlern des Deutschen Krebsforschungszentrums, der Uniklinik Heidelberg und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen.

Patienten können drei Fotos eines verdächtigen Hautflecks einschicken und müssen Fragen zu ihren Symptomen beantworten. Bei AppDoc befunden dann Fachärzte mit mindestens zehn Jahren Berufserfahrung den Fall. Die Anwendung funktioniert sowohl als App also auch über die Website www.online-hautarzt.net. Der Service ist für Nutzer anonym und kostet 35 Euro. Allerdings ersetzt die Diagnose per Smartphone nicht unbedingt den Arztbesuch. Bei Fällen, die digital nicht eindeutig zu beurteilen sind oder die behandlungsbedürftig erscheinen, bleibt ein Arztbesuch unvermeidbar.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 06. Dezember 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Dezember 2018, 09:30 Uhr

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