Weihnachtsgewürze
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Hauptsache Gesund | 14.12.2017 | 21:00 Uhr Die Heilkraft der Gewürze

Was wäre der Winter ohne die verführerischen Düfte von Zimt, Nelken und Kardamom? Diese klassischen Gewürze bereichern nicht nur die Küche, sie haben auch einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit: Sie stärken die Immunabwehr, wirken gegen Infektionen und können Magen und Darm besänftigen.

von Beate Splett und Annett Böhme

Weihnachtsgewürze
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Zimt: Wohltuend in der kalten Jahreszeit

Zimtstangen
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Würzig, herb und etwas süß, das ist das einzigartige Aroma von Zimt. Er zählt zu den ältesten Gewürzen. Nicht nur sein Duft, sondern auch seine Heilwirkung wird seit jeher geschätzt. Es gibt zwei verschiedene Sorten Zimt: "Der Unterschied ist ganz klassisch zu erkennen in der Farbe. Ein Ceylon Zimt ist deutlich heller und der Cassia ist deutlich dunkler. Auch diese dunklere Farbe ist ein Zeichen dafür, dass er aromatischer, würziger ist. Der Ceylon Zimt ist deutlich milder im Geschmack", weiß Gewürzexpertin Sigrun Böhme. Und es ist auch der Ceylon-Zimt, der in der Heilmedizin verwendet wird, egal, ob als Pulver, Stange oder Zimtblüte. Der Grund dafür ist, dass im Ceylon-Zimt kein Cumarin enthalten ist. Der Stoff kann in höheren Dosen schädigend für die Leber sein. Bei regelmäßigem Verzehr lautet die Empfehlung nicht mehr als einen Teelöffel pro Tag. Zimt hilft vor allem bei Verdauungsbeschwerden. Seine ätherischen Öle wirken schmerzstillend, antibakteriell und krampflösend. Und Zimt kann auch Beschwerden in den Wechseljahren und bei Harnwegsinfektionen lindern. Außerdem soll er den Blutzucker- und Cholesterinspiegel senken. Doch schon allein das Aroma wirkt wahre Wunder: "Der Geruch des Zimtes schafft eine Wohlfühlatmosphäre, die wir gerade in der dunklen Jahreszeit benötigen, um einen Lichtmangel auszugleichen. Dieser Duft hellt unsere Gemüter auf und lässt uns lächeln", schwärmt Sigrun Böhme. Wenn Zimt kühl, trocken und dunkel gelagert wird, dann hat man lange Freude an seinem Aroma und seiner Heilwirkung.

Gewürz-Tipps von Ernährungsberaterin und Diätassistentin Nicole Lins

Ernährungsberaterin Nicole Lins
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Gewürznelken gegen Entzündungen
Gewürznelken stammen von den sogenannten, zu Indonesien gehörenden Gewürzinseln im Pazifik und galten deshalb früher als besonders kostbar und exotisch. Ihr Name leitet sich ursprünglich ab vom Wort "Nagel", da die Blütenknospen kleinen Nägeln ähneln. Sie verfärben sich beim Trocknen braun. Im Orient gehören sie zu den traditionellen Küchengewürzen. Gewürznelken enthalten reichlich ätherische Öle, die das Wachstum von Viren, Bakterien und Pilzen hemmen können. Bereits im Altertum kannte man Gewürznelken als Hausmittel bei Zahnschmerzen. Sie wurden direkt aufs Zahnfleisch aufgetragen. Man hat in Studien herausgefunden, dass sie schmerzstillend und entzündungshemmend wirken und außerdem leicht betäuben. Auch bei entzündetem Zahnfleisch kann eine Gurgellösung aus Nelkenöl und Wasser Linderung verschaffen. Achtung: Da das Öl die Schleimhäute reizen kann, sollte man es nur sehr sparsam einsetzen.

Anis
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Anis bei Verdauungsproblemen
Anis wird hauptsächlich in der Türkei und in China angebaut. Ein Tee aus Sternanis-Samen ist ein wahres Allheilmittel: Er kann Husten lindern und sorgt für eine gute Verdauung. Dafür ein bis zwei Teelöffel Anis mit einer Tasse heißem Wasser eine Viertelstunde ziehen lassen, dann abseihen. Anis lindert zudem Sodbrennen und Mundgeruch.

Muskat gegen Übelkeit
Das Gewürz ist ein Klassiker in der Bäckerei, wird aber auch bei vielen herzhaften Gerichten eingesetzt. Die Muskatnuss ist der Samen des Muskatbaums. Dabei muss die Schale recht aufwendig entfernt werden. Als Antibrechmittel wird Muskat gegen Reiseübelkeit eingesetzt. In der Homöopathie wird es als Heilmittel gegen Nervosität verwendet.

Kardamom-Kapseln
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Kardamom bei Atemwegserkrankungen
Kardamom zählt zu den Ingwergewächsen und wird hauptsächlich in der asiatischen und arabischen Küche verwendet. Wie Zimt hat auch Kardamom einen hohen Anteil ätherischer Öle. Ein wichtiger Inhaltsstoff des Kardamomöls ist Cineol, das auch in Eukalyptus vorkommt. Es wirkt stark antibakteriell und schleimlösend und hilft deshalb bei Problemen der Atemwege. Außerdem blockiert der im Kardamom enthaltene Wirkstoff Gingerol einen Rezeptor im Magen-Darm-Trakt, der Brechreiz auslöst. Kardamom kann deshalb die Verdauung unterstützen und gegen Übelkeit helfen.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 14. Dezember 2017 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Dezember 2017, 09:10 Uhr