Rote Bete in der Erde
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Hauptsache Gesund | 04.10.2018 | 21:00 Uhr Heilsames Herbstgemüse

Mit Rote Bete Leber entgiften und Blutdruck senken. Mit Sellerie Blasen- und Nierensteine verhindern. Mit Kohl den Schutz gegen Krebs aktivieren. Der Herbst bietet eine herrliche Auswahl an Wurzeln, Knollen und Kohlsorten. Großmutters Gemüse neu entdeckt!

Rote Bete in der Erde
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Kleingärtner Heinz Kohlmann aus Dresden genießt in diesen Tagen die Früchte seiner Arbeit. Ganz vorne dabei ist die rote Bete: "Mein Favorit ist eigentlich die sauer eingelegte rote Bete. Und ganz toll finde ich eine schöne warme Rote-Bete-Suppe zum Abendessen. Rote Bete mit Kartoffeln, ein bisschen saure Sahne dazu, das ist so mein Ding." Doch die Rote Bete ist nicht nur für ihren guten Geschmack bekannt. Die Ernährungsberaterin Susanne Bilz empfiehlt ihren Patienten die Knollen auch aus gesundheitlichen Gründen: "Die rote Bete ist eigentlich eine Nährstoffbombe. Sie hat sehr viel Eisen für die Blutbildung, Vitamin C für das Immunsystem und Folsäure, ein B-Vitamin, was an sehr vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt ist. Und die rote Bete hat noch Stoffe, die den Leberstoffwechsel anregen, den Gallenfluss erhöhen und somit die Fettverdauung anregen." Also ist die Knolle ein wahres Superfood! Sie hat positive Auswirkungen auf die verschiedensten Bereiche des menschlichen Körpers!

Rote Bete, ganz und aufgeschnitten.
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Rote Bete fördert die Regeneration beschädigter Muskeln. Außerdem senkt sie den Blutdruck. Der Verzehr stärkt das Herz und macht das Gehirn fit. Außerdem steigert sie die körperliche Ausdauer um zwei Prozent, wirkt also wie ein Bio-Dopingmittel. Doch sie hat auch Nachteile, zum Beispiel große Mengen an Nitrat. Die Oecotrophologin Susanne Bilz erklärt: "Das Problem ist, dass Nitrat in Nitrit umgewandelt werden kann und dann in Nitrosamine, und diese sind krebserregend. Aber es gibt da eine Möglichkeit, das ist die Zugabe von Vitamin C. Durch Vitamin C, zum Beispiel durch Zitronensaft, kann die Bildung der Nitrosamine vermindert werden." Obwohl es Rezeptideen für rote Bete wie Sand am Meer gibt, sollte man die Knollen also nur in Maßen genießen. Einmal in der Woche Rote Bete ist aber unproblematisch. Deshalb lässt sich Heinz Kohlmann nicht stören und nascht seine Rote Bete weiter. Die Knollen enthalten zudem den Farbstoff Betanin, sagt Susanne Bilz: "Zum einen ist Betanin eine effektive Antioxidans und schützt die Gefäße vor freien Radikalen und damit vor Arteriosklerose. Es wirkt zum anderen auch krebs- und entzündungshemmend. Und das Beste überhaupt: Betanin ist beteiligt an der Bildung von Glückshormonen." Vielleicht entspannt sich Heinz Kohlmann gerne mit Chips und Saft aus Roter Bete.

Herbstliche Powerknollen

Knollensellerie
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Sellerie
Roh und fein geraspelt als Salat, entfaltet Sellerie seine volle Wirkung. Die Knolle ist reich an ätherischen Öle, Ballaststoffen, Kalium, Kalzium und Eisen. Sellerie enthält zudem Terpene, die das Krebsrisiko senken und das Wachstum von Mikroorganismen hemmen. Er regt den Stoffwechsel an. Im Magen fördert das Gemüse die Säurebildung. Sein hoher Kaliumgehalts belebt und baut Wasseransammlungen (Ödeme) ab.

Petersilienwurzel
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Petersilienwurzel
Petersilienwurzel liefert außergewöhnlich viel Vitamin C. Mit einer Portion (200 Gramm) decken wir unseren täglichen Bedarf schon zu über 80  Prozent. Dazu kommen B-Vitamine, reichlich Eiweiß, Kalzium, Eisen und eine gute Menge Ballaststoffe. Die Wurzel lässt sich zum Beispiel zu feinen Pürees oder schmackhaften Suppen verarbeiten. Pommes aus Petersilienwurzeln enthalten nur halb so viele Kohlenhydrate wie Kartoffelfritten.

Pastinake
Die inneren Werte einer Pastinake sind B-Vitamine, Folsäure, Vitamin E, Kalium und Vitamin C. Das Wurzelgemüse enthält den Quellstoff Pektin und macht daher lange satt. Ätherische Öle in der Pastinake wirken leicht antibakteriell.

Topinambur
Topinambur ist die Wunderknolle für Diabetiker. Den Namen verdankt die braune Knolle dem Indianerstamm Topinambou. Sie ähnelt zwar optisch der Kartoffel, hat aber sehr viel weniger Kalorien und Stärke, dafür mehr Eiweiß und ist vor allem viel Inulin. Der Stoff ist ein unverdauliches Kohlenhydrat, was den Blutzucker- und Insulinspiegel nicht steigen lässt. Inulin macht sehr satt. Studien haben außerdem ergeben, dass sich Topinambur sehr positiv auf das Mikrobiom auswirkt.

Knollengemüse: Blattgrün nicht wegwerfen

Normalerweise kommt das Blattgrün von Kohlrabi, Möhren oder Radieschen weh. Eigentlich ist das aber eine ungeheure Verschwendung, sagt Ernährungsmedizinerin Dr. Anne Fleck: "Man weiß heute, dass zum Beispiel in dem Blatt viel mehr Vitamine, Mineralstoffe und vor allen Dingen gesunde Eiweiße stecken, als in der Knolle. Dreimal so viel Eisen, dreimal so viel Magnesium, sechsmal so viel Vitamin C, siebenmal so viel Kalzium." Doch der Mensch ist kein Wiederkäuer. Wie soll man dieses unheimlich gesunde Grün aufnehmen? Die Lösung ist: Ab in den Mixer! Aus dem grünen Abfall wird ein neuer grüner Wundertrank. Die Gemüseblätter dazu mit Obst mischen. Als Faustregel gilt: 50 Prozent Blattgrün und 50 Prozent Früchte. Und die dürfen ruhig auch mal aus der Tiefkühltruhe kommen. Dr. Anne Fleck lobt solch einen Shake: "Ganz klar hilft er uns bei der Prävention, bei der Vorbeugung von Arterienverkalkung, damit als Folge Herzinfarkt, Schlaganfall, Demenz, Morbus Alzheimer, Morbus Parkinson aber auch entzündliche Erkrankungen, rheumatische Erkrankungen, aber auch zum Beispiel Osteoporose."

Extratipp von Susanne Bilz: Brokkolisprossen!

Brokkolisprossen
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Ich keime gerne Sprossen unterschiedlichster Art. Besonders wertvoll sind mir Brokkolisprossen. Bei ihnen ist die Konzentration an Sulforaphan, einem krebshemmenden Antioxidans, um ein Vielfaches höher als im gekochten Brokkoli. Das Keimen ist ganz einfach. Die Saat mindestens eine halbe Stunde oder besser über Nacht in Wasser einweichen und danach in ein Keimgerät geben. In den ersten zwei Tagen mit einem Teller abdecken, denn Brokkoli ist ein Dunkelkeimer. Danach dürfen sie wieder Licht bekommen, aber bitte keine direkte Sonne. Nach ungefähr vier Tagen sind die Sprossen erntereif. Achtung: Die Keimlinge bilden sogenannte Faserwurzeln, die am Anfang ein wenig an Schimmel erinnern. Sie sollten nach wenigen Tagen verschwunden sein. Ich gebe die Sprossen als Beigabe zu fast allen Gerichten, also auf Gemüse, Salat, belegte Brote, gekochte Eier oder Rührei, auf Avocado, als Zutat in den grünen Smoothie.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 04. Oktober 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Oktober 2018, 08:58 Uhr