Kind malt Herz
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Hauptsache Gesund | 11.01.2018 | 21:00 Uhr So schützen Sie Ihr Herz

Fast jeder vierte Sterbefall in Deutschland geht auf eine Herzerkrankung zurück. Doch die Chance, einen Herzinfarkt zu überleben, ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Auch ältere Patienten profitieren zunehmend von den Fortschritten der modernen Herzmedizin.

von Jana Olsen und Michael Kästner

Kind malt Herz
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Unser Herz ist nur so groß wie eine Faust, bewegt im Laufe eines Lebens aber so viel Blut, wie ein ganzer Öltanker fassen würde. Es arbeitet Tag und Nacht. Und wenn es versagt, geht es um Leben und Tod. Am Herz zu erkranken, trifft uns sprichwörtlich mitten ins Herz. Es ist unser Motor und Sitz unserer Gefühle. Und deswegen macht es auch Angst, wenn Rhythmusstörungen, eine Herzschwäche oder Klappendefekte es aus dem Takt bringen.

Herzschwäche bleibt häufig lange unerkannt

Schätzungen gehen davon aus, dass etwa drei Millionen Menschen in Deutschland an einer Herzschwäche leiden. Die Symptome entwickeln sich oft schleichend über Monate und Jahre hinweg. Tückisch. Denn oft wird die Krankheit erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Eine mangelnde Herzleistung äußert sich anfangs durch Atemnot bei körperlichen Belastungen, man ist einfach schnell außer Puste. Weitere Warnzeichen sind Wassereinlagerungen vor allem in den Beinen, Müdigkeit oder vermehrtes nächtliches Wasserlassen. Alles Symptome, die so mancher auf "das Alter" oder "Trainingsmangel" schiebt – ein Trugschluss.

Blutdruckmessgerät neben Stethoskop
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Risiko Bluthochdruck
Erhöhter Blutdruck gilt als wichtigster Risikofaktor für die Entstehung einer Herzschwäche. In Anpassung an den erhöhten Druck versucht das Herz, seine Pumpleistung zu steigern. Das überfordert es noch weiter. Der Herzmuskel reagiert darauf mit verstärktem Wachstum, die Anforderungen  an die Pumpleistung werden noch größer. Irgendwann kann das Herz nicht mehr mithalten, die Leistungsfähigkeit lässt nach. Zudem sind Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen eine häufige Ursache für eine Herzschwäche. Durch diese kommt es zu Durchblutungsstörungen. Der Herzmuskel wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und arbeitet nur noch eingeschränkt. Seltenere Ursachen sind Klappenfehler, schwerwiegende Herzrhythmusstörungen oder Grippeviren.

Eien Frau greift sich an die Brust
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Genaue Diagnose wichtig
Zur Diagnose wird der Arzt den Blutdruck messen, Laboruntersuchungen veranlassen, ein EKG schreiben, einen Ultraschall vom Herzen und gegebenenfalls auch eine Herzkatheter-Untersuchung machen lassen. Zur Behandlung gibt es dann eine Vielzahl von Medikamenten: Blutdrucksenker, Blutfettsenker, Gerinnungshemmer. In einigen Fällen wird das nicht ausreichen. Je nach Schädigung des Herzens können eine Klappenoperation, ein Schrittmacher, eine Bypass-Operation, ein Stent bis hin zu einer Herztransplantation nötig werden.

Gesundheitscheck wahrnehmen
Es gibt etliche Risikofaktoren, die man selbst in der Hand hat. Bluthochdruck, schlechte Blutfettwerte und Übergewicht lassen sich durch eine gesunde Ernährung günstig beeinflussen. Stress, Bewegungsmangel und Rauchen belasten das Herz. Wer seinem Herzen etwas Gutes tun will, sollte letzteres lieber sein lassen, sich ausreichend bewegen und regelmäßig den Gesundheitscheck beim Hausarzt wahrnehmen. Denn je früher eine Diagnose erfolgt, desto besser sind die Behandlungserfolge.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 11. Januar 2018 | 21:00 Uhr