Eckart von Hirschhausen
Bildrechte: dpa

Hauptsache Gesund | 13.09.2018 | 21:00 Uhr Intervallfasten - Abnehmen wie Eckart von Hirschhausen

Beim Intervallfasten fastet man keine ganzen Tage, sondern lange Tagesabschnitte. Auch Dr. Eckart von Hirschhausen schwört drauf. Er hat damit zehn Kilogramm abgespeckt. Er hat Essenszeiten quasi verschlafen.

Eckart von Hirschhausen
Bildrechte: dpa

Dr. Eckart von Hirschhausen, bekannter Fernseharzt und Kabarettist, hat durch das Intervallfasten zehn Kilo abgenommen und schwört regelrecht darauf. "Intervallfasten ist keine Diät, es ist eine Lebensweise", betont er. Geschafft hat er das mit der bekanntesten Form des Intervallfastens, mit der so genannten 16:8-Methode, kombiniert mit mehr Bewegung. Ziel dieses Ernährungskonzeptes ist es, die Körperzellen anzuregen, mehr Fett zu verbrennen. Und das gelingt, indem man 16 Stunden am Tag fastet und nur an den verbleibenden acht Stunden Nahrung zu sich nimmt.

16:8-Methode - Mit Schlaf abnehmen

Eine junge blonde Frau schläft
Bildrechte: IMAGO

"Wann isst keiner von uns? Im Schlaf! Das muss man nutzen!", erklärt Dr. Eckart von Hirschhausen. Die Rechnung ist einfach: Wer an die acht Stunden Schlaf noch vier vorher und vier Stunden danach dranhängt, hat die 16 Stunden Essenpausen bereits zusammen. "Und das Tollste ist, in den restlichen acht Stunden darf man essen, was man will. Nie mehr Kalorien zählen, nur noch die Stunden", freut sich Hirschhausen. Er hat übrigens die 16:8–Methode nur an zwei Tagen pro Woche durchgeführt und trotzdem abgenommen. Sein Tipp an die Zuschauer von Hauptsache Gesund: "Ran an den Speck. Und wer nicht genießt, wird ungenießbar!“

Was beim Fasten im Körper passiert

Von Natur aus ist der Mensch auf Hungersnöte vorbereitet. Er übersteht längere Perioden ohne Nahrung gut, weil der Körper Energiereserven in verschiedenen Organen und Geweben speichern und im Notfall wieder freisetzen kann. Dieser Überlebensmodus des Urmenschen funktioniert bis heute. Und genau den machen sich alle Fastenkonzepte zunutze. Denn durch zeitweisen Nahrungsentzug, durch das Fasten also, bekommt der Stoffwechsel einen Impuls, seine Speicher zu öffnen und verstärkt zu arbeiten.

Cholesterinwerte auf der Auswertung eines Blutbilds
Bildrechte: IMAGO

So wird zum Beispiel der Zucker- und Cholesterinstoffwechsel angekurbelt. Die Cholesterin- und Blutzuckerwerte bessern sich. Fasten vermindert das Risiko für Diabetes und entlastet die Leber. Auch die Darmflora verändert sich positiv durch den Nahrungsentzug. Zudem sinkt der Blutdruck leicht. Und es gibt wissenschaftliche Hinweise, dass Fastenkonzepte eine positive Wirkung bei rheumatischen Erkrankungen haben. Auch wer seinem Gehirn etwas Gutes tun will, sollte immer mal wieder fasten. Denn das soll sogar einer Demenz entgegenwirken.

Klassisches Heilfasten vs. Intervallfasten

Als klassisches Fasten ist vor allem das Heilfasten nach Dr. Otto Buchinger, erstveröffentlicht im Jahr 1935, verbreitet. Dabei verzichtet man zeitweise - je nach Verordnung bis zu drei Wochen- vollständig auf feste Nahrung. Säfte, Tee und Gemüsebrühe sind in gewissem Umfang erlaubt. Auch wenn die Teilnehmer dabei etwas Gewicht verlieren, ist Heilfasten zur reinen Gewichtsabnahme ungeeignet und auch nicht das Ziel. Das Konzept ist zudem bei manchen Grunderkrankungen, wie Diabetes zum Beispiel, ohne ärztliche Betreuung gefährlich und lässt sich nicht gut in einen Berufsalltag integrieren.

Intervallfasten dagegen macht sich die guten Stoffwechseleffekte des Fastens zunutze, ohne dass den ganzen Tag auf Nahrung verzichtet werden muss. Denn schon nach 14 Stunden Fasten beginnt der Körper mit der inneren Reinigung.

Achtung! Bei allen Intervallfastenmethoden ist es extrem wichtig zu trinken. Möglichst zwei bis drei Liter Wasser oder Tee pro Tag. Das verhindert Kopfschmerzen und Müdigkeit und ist wichtig für den Stoffwechsel.

Die meistverwendeten Varianten

Schwarzwälder Kirsch-Dessert im Glas
Bildrechte: MDR/Jens Trocha

Am Bekanntesten, auch durch Eckart von Hirschhausen, ist die so genannte 16:8–Methode. Dabei wird mindestens 16 Stunden am Stück nichts gegessen. Zuckerfreie Getränke ohne Alkohol, Kaffee und Tee ohne Milch sind erlaubt. In den verbleibenden acht Stunden darf maßvoll Nahrung aufgenommen werden. Mehr Regeln gibt es im Grunde nicht. Der Trick ist, die lange Hungerphase mit der Nachtruhe zu verbinden. Wer gerne früh zu Abend isst, kann das beispielsweise um 18 Uhr tun. Dann wird 16 Stunden bis zum Frühstück um 10 Uhr nichts gegessen. Dieser Rhythmus lässt sich aber auch an andere Lebensweisen anpassen. Wer abends erst gegen 20 Uhr zum Essen kommt, kein Problem. Seine Fastenzeit von 16 Stunden dauert dann aber bis zum Mittagessen am Folgetag an.

Die 5:2–Methode ist eine andere Variante des Intervallfastens. Hier wird an fünf Tagen der Woche normal gegessen. An zwei Tagen - und die sollten übrigens nicht nacheinander liegen - wird das Essen stark eingeschränkt. Es wird also nicht gar nichts, sondern viel weniger gegessen. Bei Frauen dürfen 500 Kcal und bei Männern 600 Kcal auf die Teller. Vorteil dieser Methode ist, dass man terminlich flexibel ist. Wenn ein Familienfest oder eine Einladung zum Essen ansteht, verschiebt man den Fasttag einfach auf einen anderen Wochentag.  

Essen nach 5:2 –  Praktische Tipps

Ein Saisonarbeiter steht auf einem Feld und hält in seinen Händen Heidelbeeren.
Bildrechte: dpa

Fünf Tage normal essen, zwei Mal pro Woche nur 500-600 Kalorien? Doch was kann man da eigentlich essen? Generell gilt, dass man sich von den drei Mahlzeiten Frühstück, Mittag und Abendessen noch zwei am Tag leisten kann. Zweite wichtige Regel: das, was man dann jeweils zu sich nimmt, sollte reich an hochwertigem Eiweiß sein. Das verhindert Muskelabbau an den Fastentagen. Hochwertige Eiweißquellen sind beispielsweise Nüsse, rote Linsen, mageres Fleisch, Quark, Käse oder Eier. Beispiele für die einzelnen Mahlzeiten sind:

So könnte ein Tagesessensplan aussehen Frühstück:
200 g Naturjoghurt
120 g Heidelbeeren
3 Esslöffel Haferflocken

Mittagessen:
Gedünsteter Fisch mit Gemüse
oder ein Gemüseomelette

Abendessen:
Bunter Gemüsesalat mit Hähnchenbruststreifen

Zwischendurch:
Ein Glas Gemüsebrühe
Eine Handvoll Nüsse

Nicht ohne den Arzt - Vorsicht bei Vorerkrankungen!

Bestimmte Menschen sollten lieber Abstand von Intervallfasten nehmen oder sich in jedem Fall von ihrem Arzt beraten lassen. Dazu gehören unter anderem Patienten mit niedrigem Blutdruck, Diabetiker oder Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit oder Krebspatienten.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 13. September 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. September 2018, 10:42 Uhr