Die in dicken Wollsocken steckenden Füße einer im Bett liegenden Frau, schauen unter der Bettdecke hervor.
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Hauptsache Gesund | 01.02.2018 | 21:00 Uhr Kalte Füße: Was steckt dahinter?

von Jana Olsen

Die in dicken Wollsocken steckenden Füße einer im Bett liegenden Frau, schauen unter der Bettdecke hervor.
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Ein schwacher Kreislauf, zu enge Schuhe oder eine sich anbahnende Erkältung: Die meisten Ursachen für kalte Füße sind glücklicherweise harmlos. Es gibt aber auch ernsthafte Gründe. Wer etwa mit drei übereinander gezogenen Socken im Sommer wie im Winter trotzdem kalte Füße hat, sollte unbedingt zum Arzt gehen. Denn in etwa 20 bis 30 Prozent der Fälle können sich hinter kalten Füßen auch Erkrankungen verbergen. Sie lassen sich aber in den meisten Fällen behandeln.

Durchblutungsstörungen

Die computergrafische Darstellung eines Blutgerinnsels.
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Durchblutungsstörungen sind eine ernstzunehmende Ursache für kalte Füße. Grund dafür sind Gefäßverengungen. Die vom Herzen weit entfernten Hände und Füße werden geringer oder kaum durchblutet. Tritt das Kältegefühl plötzlich auf, kommt es zu Gefühlsstörungen im Fuß und schmerzt es, sollte zügig ein Arzt aufgesucht werden, denn diese Symptome sind typisch für einen Gefäßverschluss, der lebensbedrohlich werden kann. Ein größeres Risiko für solche Gefäßverschlüsse haben Patienten mit Diabetes, Bluthochdruck und Raucher.

Schilddrüsenunterfunktion

grafische Darstellung eines Schilddrüsentumors
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Wer eine Schilddrüsenunterfunktion hat, friert schneller. Bei einer Unterfunktion produziert die Schilddrüse weniger Hormone als der Körper eigentlich braucht. Deswegen läuft dann auch die körpereigene "Heizung" nur auf Sparflamme und betroffenen haben ein permanentes Kältegefühl. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann der Hausarzt mit einer Blutuntersuchung diagnostizieren.

Niedriger Blutdruck

Sprechstundenhilfe misst den Blutdruck einer Patientin.
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Niedriger Blutdruck ist ein häufiger Auslöser von kalten Händen und Füßen. Junge und schlanke Menschen sind davon eher betroffen als ältere. Niedriger Blutdruck ist in der Regel unbedenklich. Unter Umständen kann ein niedriger Blutdruck auch eine Folge einer Schilddrüsenunterfunktion sein oder durch Medikamente ausgelöst werden.

Medikamente

Eine aufgehaltene Hand mit verschiedene Tabletten.
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Medikamente können mitverantwortlich für kalte Hände und Füße sein. Solche Nebenwirkungen haben beispielsweise

  • Betablocker (werden vorwiegend bei Bluthochdruck und Herzerkrankungen verordnet),
  • Diuretika (zum Beispiel bei Herzschwäche und Niereninsuffizienz) und
  • Antidepressiva.

Auch Medikamente, die eine Gefäßverengung auslösen wie Migränemittel, können für kalte Hände und Füße sorgen. Viele Krebspatienten haben während oder nach einer Chemotherapie mit einer erhöhten Kälteempfindlichkeit zu kämpfen.

Eisenmangel

Auch Eisenmangel kann die Kälteempfindlichkeit steigern. Häufig davon betroffen sind Menschen, die verstärkt zu Blutungen, wie etwa Nasenbluten, neigen. Blutungen können aber auch versteckt auftreten, insbesondere durch chronische Entzündungen im Magen-Darm-Bereich. Ein Eisenmangel lässt sich mit einem Bluttest nachweisen.

Mit Bädern und Ölen gegen kalte Füße

Wenn ernsthafte Ursachen für kalte Füße ausgeschlossen beziehungsweise abgeklärt sind, kann man Einiges selbst tun, um die Durchblutung in den Füßen anzukurbeln.

Füße in einer Schüssel
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Ansteigendes Fußbad
Das ansteigende Fußbad gehört zu den Klassikern gegen kalte Füße. Und so geht es: Stellen sie die Füße in eine Fußbadewanne oder eine ausreichend große Schüssel. Die Füße sollte bequem darin Platz haben. Beginnen Sie mit einer Wassertemperatur von etwa 35 Grad. Gießen Sie dann langsam wärmeres Wasser nach, bis Sie innerhalb von 15 Minuten etwa 40 Grad erreicht haben. Trocknen sie nach dem Bad die Füße gut ab, und ziehen Sie sich warme Socken an. Am besten ist es, wenn Sie im Anschluss noch eine halbe Stunde ruhen.

Senfmehlfußbad
Auf dafür brauchen Sie eine Fußbadewanne, eine ausreichend große Schüssel oder einen Eimer, sowie Senfmehl (aus der Apotheke) und Wasser. Geben Sie zwei bis drei Esslöffel Senfmehl in etwa 37 Grad warmes Wasser. Stellen Sie die Füße etwa zehn Minuten in das Fußbad und spülen Sie sie anschließend gut ab. Senfmehl wirkt durchblutungsfördernd, kann die Haut aber durchaus stark reizen. Probieren Sie daher beim ersten Mal vorsichtig aus, ob Sie das vertragen und wenden Sie Senfmehl nicht bei Allergien oder Hautkrankheiten an.

Rosmarin
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Massageöl mit Rosmarin
Rosmarin fördert die Durchblutung und bringt den Kreislauf in Schwung. Er eignet sich daher gut als Zusatz für Massageöle gegen kalte Füße. Sie brauchen Mandelöl und ätherisches Rosmarinöl. Verrühren Sie beides etwa im Verhältnis 10:1. Für eine Fußmassage reichen 20 Milliliter Mandelöl und zwei Tropfen ätherisches Öl. Erwärmen Sie die Mischung leicht im Wasserbad. Starten Sie die Massage an den Waden. Das stimuliert die Muskulatur und den Wärmetransport bis in die Zehenspitzen. Streichen Sie mehrmals auf und ab und massieren Sie die Zehen einzeln mit kreisenden Bewegungen.

Fußgymnastik heizt ein!

Bewegung bringt den Kreislauf und die Durchblutung in Schwung. Sie sorgt dafür, dass die Wärme bis in die Zehen transportiert wird. Hier einige Übungsanregungen:

Frau steht auf Zehenspitzen
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Übung 1:
Laufen Sie öfter mal in der Wohnung auf Zehenspitzen oder den Fersen. Wer mag, kann auch eine Runde auf den Außen- und Innenkanten der Füße gehen. Jeweils etwa zehn Schritte, das ganze fünf Mal hintereinander.

Übung 2:
Im Sitzen die Zehen im Wechsel einkrallen und strecken. Danach die Füße abwechselnd hoch und runter ziehen. Wahlweise können Sie auch Gegenstände mit den Füßen aufheben oder Papier zerreißen. Alle Übungen zehn Mal wiederholen.

Übung 3:
Stecken Sie jeweils einen Finger in die Zehenzwischenräume und bewegen Sie die Zehen dann eine Minute lang. Das sieht etwas komisch aus und ist vielleicht nicht sehr angenehm, hilft aber.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 01. Februar 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Februar 2018, 10:16 Uhr