weichgezeichnete Nahaufnahme des Gesichts einer auf dem Rücken liegenden Frau im Profil
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Hauptsache Gesund | 17.05.2018 | 21:00 Uhr Wenn die Nase Probleme macht

Unsere Nase ist ein wahres Multitalent: Sie lässt uns riechen, sie wärmt, befeuchtet und reinigt die Atemluft und produziert täglich Unmengen an Nasensekret, das uns bei der Abwehr von Krankheitserregern hilft. Gerät das sensible System aus dem Takt, kann das ganz schön belastend werden.

von Beate Splett

weichgezeichnete Nahaufnahme des Gesichts einer auf dem Rücken liegenden Frau im Profil
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Das richtige Nasenspray

Das kennt jeder: Kann man nachts wegen einer verstopften Nase nicht schlafen, kann das ziemlich zermürbend sein. Dann ist es gut, ein Nasenspray zur Hand zu haben. In akuten Fällen schafft es schnell Abhilfe. Doch die Auswahl an Sprays und Tropfen ist groß, daher sollte man genau unterscheiden, was die Ursache für die Beschwerden ist, denn danach richtet sich, welches Nasenspray am besten geeignet ist. Diese Gruppen gibt es:

Symbolfoto zum Thema Nasenspray.
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Schnupfenspray:
Bei einem normalen Schnupfen, medizinisch auch "Rhinitis" genannt, schwellen die Schleimhäute an und in der Nase wird mehr Sekret gebildet. Deshalb enthalten Schnupfensprays vor allem stark abschwellende Substanzen, die die Nase schnell wieder frei machen. Das ist wichtig, damit sich Krankheitserreger nicht in den Nebenhöhlen festsetzen können. Schnupfensprays sind apotheken-, aber nicht rezeptpflichtig. Sie sorgen dafür, dass sich die Blutgefäße in der Nasenschleimhaut zusammenziehen. Durch die gedrosselte Blutzufuhr schwillt die Schleimhaut ab, außerdem wird weniger Sekret gebildet. Bei trockener Nasenschleimhaut oder kurz nach einer Nasen-Operation darf abschwellendes Spray nicht benutzt werden. Bei diesen Produkten besteht die Gefahr einer Abhängigkeit: Ärzte haben dafür sogar einen Namen: "Rhinitis medicamentosa". Das bedeutet, dass der chronische Schnupfen durch das Nasenspray erst verursacht wurde – als Folge einer zu langen oder sogar dauerhaften Nutzung. Deshalb dürfen diese Nasensprays nicht länger als eine Woche angewendet werden. Man sollte auch darauf achten, dass keine Konservierungsmittel enthalten sind, welche die empfindliche Schleimhaut zusätzlich schädigen.

Niesen
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Allergie-Spray:
Für allergischen Schnupfen wie Heuschnupfen, eine Hausstaub- oder Tierhaarallergie kommen vor allem Sprays mit Glucocorticoiden oder Antihistaminika zum Einsatz. Auch sie wirken abschwellend. Antihistaminika heben zusätzlich die Wirkung des Botenstoffs Histamin auf, der für die allergische Reaktion verantwortlich ist. Man bekommt sie rezeptfrei in der Apotheke. Bei einer schweren Niereninsuffizienz dürfen sie nicht verwendet werden. Als Nebenwirkung kann es zu Müdigkeit kommen, deshalb sollten diese Sprays am besten abends verwendet werden. Sie können auch über einen längeren Zeitraum benutzt werden. Das gilt auch für kortisonhaltige Nasensprays. Sie hemmen bestimmte Eiweiße, die bei der allergischen Entzündungsreaktion eine Rolle spielen und wirken somit auch anti-entzündlich. Diese Sprays sind rezeptpflichtig, doch es kann einige Tage dauern, bis die Wirkung eintritt. Da sie lokal begrenzt eingesetzt werden, sind unerwünschte Nebenwirkungen nicht so stark wie bei anderen Kortison-Medikamenten. Es können jedoch Kopfschmerzen und eine trockene Nasenschleimhaut auftreten.

Pflege-Spray:
Sie muss nicht immer verstopft sein, auch eine trockene Nase kann Probleme bereiten. Medizinisch spricht man dann von einer "Rhinitis secca". Dabei ist die natürliche Reinigungs- und Transportfunktion der Nase gestört, es kann vermehrt zu Infektionen kommen, da sich Bakterien und Viren an der trockenen, rissigen Schleimhaut leichter ansiedeln und schlechter abtransportiert werden. In dem Fall sind Pflegesprays das richtige Mittel der Wahl. Sie enthalten meist Dexpanthenol, Meerwasser oder Hyaluronsäure und dienen vor allem dazu, die trockene Schleimhaut in der Nase zu befeuchten. Sie kann sich dann leichter regenerieren. Sprays mit einem hohen Salzgehalt von mindestens neun Gramm Salz pro Liter wirken außerdem natürlich abschwellend. Dexpanthenol wirkt wundheilend. Pflegesprays gibt es freiverkäuflich in Apotheken und Drogerien.

Die Anatomie der Nase

Frau riecht an einem Zitronenbaum
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Unsere Nase besteht aus mehreren Höhlen: Neben den beiden Haupthöhlen links und rechts der Nasenscheidewand gibt es insgesamt acht Nasennebenhöhlen. Sie heißen Kieferhöhlen, Keilbeinhöhlen, Siebbeinhöhlen und Stirnhöhlen. Jede Nebenhöhle ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die ein Sekret bildet, das normalerweise über die Nase abfließt. Bei einer Entzündung schwillt die Schleimhaut an und es kommt zu einem Stau. In die Höhle gelangt keine Luft mehr und Krankheitskeime haben ideale Bedingungen, um sich zu vermehren. Dann kann eine verstopfte Nase zu einem chronischen Schnupfen werden. Die Betroffenen haben wochenlang Kopfschmerzen, Schnupfen und können schlecht riechen oder sogar schlecht hören. Einige Studien sagen, dass damit das Risiko für Depressionen, Herzinfarkt und Schlaganfall steigt. Bei einem länger anhaltenden Schnupfen sollte man also unbedingt zum Arzt gehen!

Normaler Schnupfen oder Allergie?

Mann drückt mit Finger gegen Nase
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Die Symptome von Heuschnupfen oder chronischem Schnupfen sind meist sehr ähnlich, deshalb sind beide Krankheitsbilder oft schwer zu unterscheiden. Leidet man häufiger unter Schnupfen oder einer verstopften Nase, sollte man die Ursache dafür abklären lassen. Für die richtige Behandlung ist es wichtig zu wissen, was dahinter steckt. Ein Arztbesuch ist dafür oft unerlässlich, doch schon ein kurzer Selbsttest kann erste Hinweise auf eine Allergie geben:

  • Gibt es nahe Verwandte, die unter einer Allergie leiden?
  • Müssen Sie häufig niesen?
  • Juckt oder kribbelt es in der Nase?
  • Kratzt es im Hals?
  • Tränen oder jucken die Augen?
  • Sind die Beschwerden in einer bestimmten Jahreszeit oder Umgebung besonders stark?
  • Leiden Sie unter Lebensmittelunverträglichkeiten (besonders bei Kernobst oder Nüssen)?

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 17. Mai 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2018, 10:59 Uhr