Junge Frau füttert 77 Jährigen, der mit Latz am Esstisch sitzt.
Bildrechte: IMAGO

Hauptsache Gesund | 18.01.2018 | 21:00 Uhr Pflege: Wo Angehörige Hilfe finden

Ein schwerer Unfall, eine ernsthafte Erkrankung oder schlichtweg das Alter: Die Gründe für Pflegebedürftigkeit sind vielfältig. Über 70 Prozent der Pflegefälle in Deutschland werden zu Hause von Familienangehörigen versorgt. Für viele ist das kräftezehrender Job bis zur Selbstaufgabe.

von Jana Olsen

Junge Frau füttert 77 Jährigen, der mit Latz am Esstisch sitzt.
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Mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz hat das Bundesgesundheitsministerium die Situation in der häuslichen Pflege deutlich verbessert. Doch trotz aller finanzieller Unterstützung: Wer einen Angehörigen selbst zu Hause pflegt, stößt schnell an seine körperlichen und psychischen Grenzen. Um das zu vermeiden, gibt es einige Anlaufstellen, die Entlastung bieten:

Pflegekurse

Wer einen Pflegebedürftigen zu Hause betreut, für den ist ein spezieller Pflegekurs für Angehörige hilfreich. Hier werden praktische Kenntnisse vermittelt, die die Pflege und die Betreuung erleichtern. Neben Informationen über die richtige Lagerung und Bewegung des Patienten werden auch Ratschläge zur richtigen Ernährung, Hygiene bis hin zum rückenschonenden Heben und Tragen vermittelt. Zudem kann man sich mit anderen Teilnehmern und erfahrenen Pflegern über Probleme austauschen. Die Kurse werden kostenlos von den Pflegekassen, Wohlfahrtsverbänden wie dem Deutschen Roten Kreuz und kirchlichen Organisationen angeboten.

Unterstützung beim Wohnungsumbau

Die meisten Menschen möchten im Pflegefall in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Bauliche Anpassungen der Wohnung sind dann in vielen Fällen sinnvoll und notwendig. Dazu zählen beispielsweise der Umbau von Bad oder Küche, die Installation von Rampen, die Verbreiterung von Türen oder der Einbau eines Treppenlifts. Für solche Veränderungen können finanzielle Unterstützungen bei den Pflegeversicherungen beantragt werden.

Ambulante Pflegedienste

Eine Pflegerin hilft einem Mann beim Hinsetzen und Aufstehen aus dem Bett.
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Jede Pflegesituation ist anders. Dafür gibt es die unterschiedlichsten Unterstützungsmodelle. Schon ein Besuch des Pflegers am Tag kann enorm entlasten – egal ob in Form einer Kurzzeit-, Tages- oder Nachtpflege beziehungsweise als Urlaubsvertretung. Es können aber auch anerkannte Haushalts- und Serviceangebote oder Alltagsbegleiter finanziert werden, die bei der Bewältigung alltäglicher Arbeiten im Haushalt helfen. Erkundigen Sie sich, inwieweit die Pflegekasse Ihrem Angehörigen professionelle Pfleger bezahlt.

Patientenverfügung

85 jähriger Demenzpatient in seinem Krankenbett versucht mit seiner 82 jährigen Ehefrau Karten zu spielen.
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Im Pflegefall steht oft die Frage: Was möchte eigentlich der Betroffene selbst? Gut, wenn man sich dann schon vorher Gedanken gemacht hat. Eine Vorsorgevollmacht und eine Patientenverfügung schaffen Klarheit – für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen.

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz bietet eine Broschüre an, die hilft, eine eindeutige und zugleich den eigenen Wünschen angepasste Verfügung zu erstellen. Sie kann kostenfrei beim Publikationsversand der Bundesregierung und  Telefon: 030 18 272 27 21 kostenfrei bestellt oder im Internet herunterladen werden.

Telefonseelsorge

Für Beratungsgespräche in seelischen Notlagen haben die evangelische und katholische Kirche eine gemeinsame, kostenlose Seelsorgenummer. Unter 0800/1110111 sowie 0800/1110222 können Sie rund um die Uhr anonym und vertraulich über Ihre Bedenken, Enttäuschungen und Überforderungsgefühle reden. Der Anruf ist kostenfrei.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 18. Januar 2018 | 21:00 Uhr