Hauptsache Gesund | 14.06.2018 | 21:00 Uhr Sicher grillen

von Anne Jensen

Wir Deutschen sind Weltmeister im Grillen. Doch leider kommt es ausgerechnet dabei immer wieder zu Unfällen. Die Zahl ist erschreckend: Etwa 4.000 Grill-Unfälle gibt es jedes Jahr. Die Hälfte davon passiert, weil immer wieder Brennspiritus oder flüssiger Grillanzünder auf die Grillkohle gegossen wird, um das Feuer schneller zu entfachen. Die Folge sind Verbrennungen: Ungefähr 400 Menschen erleiden jedes Jahr schwerste Brandverletzungen.

Besonders schwer verletzte Patienten werden in sogenannten Verbrennungszentren behandelt. In Mitteldeutschland gibt es solche Zentren in Kliniken, in Halle, Erfurt, Leipzig und Dresden. Das größte Brandverletztenzentrum befindet sich hier im Klinikum Bergmannstrost in Halle.

Diese Regeln machen das Grillen sicher

Ein junger Mann will Brennspiritus in einen brennenden Grill spritzen.
Bloß nicht! Bildrechte: IMAGO

  • Die wichtigste Regel: Hände weg von Spiritus und flüssigen Brandbeschleunigern! 
  • Nur feste, geprüfte Grillanzünder aus dem Fachhandel verwenden.
  • Grill kippsicher und windgeschützt aufstellen.
  • Spielende Kinder müssen mindestens drei Meter Abstand zum Grill halten.
  • Für den Notfall Löschmittel bereitstellen: Eimer mit Sand, Feuerlöscher oder Löschdecke.
  • Niemals in geschlossenen Räumen grillen oder den Grill zum Auskühlen reinstellen. Es besteht die Gefahr einer tödlichen Kohlenmonoxid-Vergiftung!
  • Brennendes Fett niemals mit Wasser löschen. Es besteht Explosionsgefahr! Am besten die Flammen abdecken.

Erste Hilfe bei Brandverletzungen

  • Ruhe bewahren!
  • Rufen Sie im Ernstfall sofort den Notruf 112!
  • Flammen durch Wälzen am Boden oder mit Wasser löschen.
  • Brandwunde leicht kühlen, am besten mit handwarmem Wasser.
  • Wegen Unterkühlungsgefahr nur die verletzten Stellen kühlen und nur zehn Minuten.
  • Bei großflächigen Verbrennungen (mehr 15 Prozent der Körperoberfläche) nicht kühlen.
  • Um Auskühlen zu vermeiden, den Verletzten warmhalten, am besten mit der Folie aus dem Erste-Hilfe-Kasten. Andere Decken, Kleidungsstücke oder Handtücher sind auch möglich.
  • Mit Wunde verklebte Kleidung NICHT entfernen.

Unterstützung für brandverletzte Kinder

Kinder treffen Grillunfälle oft besonders schlimm. Wenn sie während der Explosion direkt neben dem Grill stehen, können schwere Verbrennungen erleiden, vor allem im Gesicht. Sie selbst und die Familie stehen nach dem Unfall vor besonderen Herausforderungen. Unterstützung finden sie bei Paulinchen e.V., einer Initiative für brandverletzte Kinder. Der Verein berät und begleitet Familien mit brandverletzten Kindern in jeder Phase nach dem Unfall. Außerdem bietet Paulinchen e.V. auf seiner Internetseite Hilfe und Hinweise für die Zeit nach einem Brandunfall an.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 14. Juni 2018 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2018, 10:22 Uhr