Ashgabad - Stadt aus Gold und Marmor

Blick auf die Ashgabad Medical University
2010 unterzeichnete Präsident Gurbanguly Berdimuhammadov, langjähriger Zahnarzt des Turkmenbaschi, der 2006 das Präsidentenamt übernahm, ein Dekret über die Errichtung einer Staatlichen Medizinischen Universität. Die Universität solle dazu beitragen, die Volksgesundheit zu erhöhen und die Kenntnis über die Krankheiten zu verbessern, heißt es in dem präsidialen Erlass. - Das Gebäude selbst gleichermaßen pompös und verspielt wie die meisten Gebäude in der Hauptstadt Turkmenistans. Und natürlich - aus Marmor und mit Gold gefließt. Bildrechte: IMAGO
Palast mit Kuppel in Aschgabat, Turkmenistan
Am Rand der zentralasischen Wüste Karakum liegt Ashgabad, die Stadt aus Gold und Marmor. Ashgabad ist die Hauptstadt Turkmenistans und mit knapp einer Million Einwohnern auch die größte Stadt des Landes. Bildrechte: IMAGO
Straße in Ashgabad
1948 hatte ein Erdbeben die orientalische Stadt komplett zerstört. In den 1950er- Jahren wurde Ashgabad als sozialistische Stadt wieder aufgebaut - mit Plattenbauten und Prachtboulevards. Nach der Unabhängigkeit des Landes 1991 entstand östlich der alten sozialistischen Stadt ein neues Zentrum mit monumentalen Repräsentationsgebäuden, Denkmalen, Hotels und Regierungspalästen. Eine der Achsen des neuen Ashgabad ist der sechs Kilometer lange, achtspurige Boulevard Bitaraplyk. Bildrechte: IMAGO
Ein Haus in Ashgabat
Gesäumt wird der Boulevard auch von neu entstandenen hochherrschaftlichen Wohnhäusern für die Nomenklatur Turkmenistans. Die Häuser sind umgeben von parkähnlichen Anlagen. Bildrechte: IMAGO
Monument zu Ehren von Präsident Saparmurat Niyazov mit einer stilisierten Darstellung des Landes in Aschgabat, Turkmenistan
Inspiriert wurde die Stadt aus Gold und Marmor vom einstmals allmächtigen Herrscher Turkmenistans, Saparmurat Niyazov, der sich den Beinamen Turkmenbaschi zugelegt hatte, "Herrscher aller Turkmenen". Niyazov hatte sich selbst zum Präsidenten auf Lebenszeit ausgerufen. In jedem Winkel Ashgabads erinnern noch heute Statuen an den 2006 verstorbenen Diktator. Hier ist er dargestellt als weiser nachdenklicher Mann, der versonnen auf die Landkarte seines turkmenischen Reiches blickt. Bildrechte: IMAGO
Zeremonie verschiedener Volksgruppen in traditionellen Gewändern auf dem Turkmenbashi-Platz vor dem Präsidentenpalast in Aschgabat
Eine Stadt aus Marmor und Gold muss man sich erst einmal leisten können... Geld aber ist nicht das Problem in Turkmenistan, einer zu Zeiten der UdSSR eher rückständigen und ärmlichen Sowjetrepublik. Turkmenistan nämlich fördert Erdöl und vor allem - Erdgas. Die Erdgasvorkommen Turkmenistans gelten als die viertgrößten der Welt. (Auf dem Bild: Eine Zeremonie verschiedener Volksgruppen auf dem Turkmenbaschi-Platz vor dem Präsidentenpalast 2004.) Bildrechte: IMAGO
Eine goldene Statue des Ende 2006 verstorbenen turkmenischen Präsidenten Saparmurat Nijasow
Der "Neutralitätsbogen" gilt als eines der Wahrzeichen Ashgabads. Der Bogen ist 75 Meter hoch, wurde 1998 eingeweiht und soll die "immerwährende Souveränität" Turkmenistans symbolisieren. Auf der Spitze des Bogens steht eine vergoldete Statue des Turkmenbaschi, der die einst bitterarme Sowjetrepublik 1991 in die Unabhängigkeit geführt und hernach autokratisch regiert hatte. Bildrechte: dpa
Passanten an einer Bushaltestelle in Ashgabad
Selbst die Bushaltestellen in Ashgabad sind nicht nur einfache Wartehäuschen, sondern selbstverständlich architektonische Kleinode aus Glas, Marmor und Blattgold. Bildrechte: IMAGO
Ashgabad Präsidentenpalast
Ebenfalls Ausdruck eines Cäsarenwahns - der Palast des Präsidenten Turkmenistans, errichtet nach Plänen des Turkmenbaschi in den Jahren zwischen 1994 und 1997. Der Palast besteht aus weißem Marmor, die Kuppel ist vergoldet. 80 Millionen Dollar soll die präsidiale Unterkunft, die von einer französischen Firma errichtet wurde, gekostet haben. Bildrechte: IMAGO
Große Moschee von Turkmenbaschi in Aschgabat
Und noch ein vom Turkmenbaschi höchstpersönlich in Auftrag gegebenes Bauwerk: Die "Moschee des Geistes von Turkmenbaschi". Sie liegt elf Kilometer vor den Toren von Ashgabad und ist die größte Moschee Zentralasiens und die Hauptmoschee Turkmenistans. Gekostet hat das durchaus eindrucksvolle Gebetshaus aus Gold, Marmor und edelsten Hölzern weit mehr als 100 Millionen US-Dollar. Bildrechte: IMAGO
Ashgabad Kulturzentrum
Das neu errichtete "Nationale Kulturzentrum Turkmenistans" beherbergt eine Bibliothek, einen Konzertsaal sowie das "Turkmenbaschi-Museum", in dem sämtliche Geschenke ausgestellt sind, die der "Herrscher aller Turkmenen" während seiner 16-jährigen Amtszeit im In- und Ausland erhalten hat. Bildrechte: IMAGO
Flagge in Ashgabad
Die größte Fahne der Welt weht in - Ashgabad. An der Spitze eines 110 Meter hohen Turms ist die turkmenische Fahne angeknüpft. Sie ist aus reiner Seide, 52 mal 53 Meter groß und wiegt eine halbe Tonne. Bildrechte: IMAGO
Blick auf die Ashgabad Medical University
2010 unterzeichnete Präsident Gurbanguly Berdimuhammadov, langjähriger Zahnarzt des Turkmenbaschi, der 2006 das Präsidentenamt übernahm, ein Dekret über die Errichtung einer Staatlichen Medizinischen Universität. Die Universität solle dazu beitragen, die Volksgesundheit zu erhöhen und die Kenntnis über die Krankheiten zu verbessern, heißt es in dem präsidialen Erlass. - Das Gebäude selbst gleichermaßen pompös und verspielt wie die meisten Gebäude in der Hauptstadt Turkmenistans. Und natürlich - aus Marmor und mit Gold gefließt. Bildrechte: IMAGO
Unabhängigkeitsdenkmal in Ashgabat, Turkmenistan
Ein weiterer Turm im Stadtbild Ashgabads - das 185 Meter hohe "Monument der turkmenischen Verfassung", 2011 errichtet. Bildrechte: IMAGO
Ashgabad Marriage Palace
Der turkmenische Präsident Gurbanguly Berdimuhamedov regte 2011, aus Anlass des 20. Jahrestag der Unabhängigkeit seines Landes, den Bau dieses spektakulären Gebäudes an - des Hochzeitspalastes, der offiziell "Palast des Glücks" heißt. Neben sieben Sälen, in denen gleichzeitig Trauungen stattfinden können, befinden sich in dem Palast exklusive Geschäfte für Hochzeitskleider und Schmuck, ein Verleih für Hochzeitskutschen und Luxusautos, diverse Foto-Studios sowie Schönheitssalons und Friseure. Bildrechte: IMAGO
das Yyldyz Hotel
Das luxuriöse 5-Sterne Hotel Yyldiz im Zentrum der turkmenischen Hauptstadt wurde 2013 eröffnet. 7.000 Tonnen Stahl und 14.000 Quadratmeter Glas in der Form eines Wassertropfens. Das Yyldiz-Hotel ist 107 Meter hoch, beherbergt unter anderem drei Präsidentensuiten und einen Bankettsaal mit mehr als 1.000 Plätzen. Bildrechte: IMAGO
Nyazow-Statue in Ashgabad
Und noch immer der Sonne zugewandt: Damit kein Schatten auf das Gesicht des Turkmenbaschi fallen kann, dreht sich die zwölf Meter hohe Statue des "Herrschers aller Turkmenen" noch immer jeden Tag einmal um sich selbst. Bewacht wird die goldene Statue von Adlern, den Wappentieren Turkmenistans.
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV in: Big Business in Turkmenistan, 11.11.2009)
Bildrechte: IMAGO
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