In Rumänien sind die Bären los

Bären kennen wir hierzulande nur aus dem Tierpark und dem Zoo. Wir finden sie niedlich. In Rumänien sorgen die "Kuscheltiere" allerdings für Aufregung. Denn dort wagen sich Braunbären, die in den Karpaten leben, immer häufiger auch in die Städte und machen dort die Straßen unsicher.

Rumänien, ein Bär rüttelt an einer Mülltonne. 1 min
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Die Bären gehen in Siedlungen auf Nahrungssuche. Sie durchstöbern Mülltonnen, spazieren auf Straßen und Dächern, dringen in Vorgärten ein und versuchen in die Häuser zu kommen. Mitte Oktober bezahlte ein Bär seinen Ausflug nach Sibiu (Hermannstadt) mit dem Leben. Das 160 Kilogramm schwere Tier war auf den Dachboden eines Hauses geklettert und später über mehrere Vordächer balanciert, bis es im Hofe einer Möbelfabrik landete, in der sich rund 50 Menschen befanden. Nachdem zwei Zoomitarbeiter erfolglos versucht hatten, den Bären zu betäuben, wurde er erschossen.

Pro und Contra Bärenjagd

Seither liefern sich Tierschützer und Landwirte erneut einen Schlagabtausch. Während die einen die Jagd auf Braunbären verbieten wollen, fordern die anderen eine Quote. Schäfer und Landwirte beklagen sich, dass viel zu wenig zum Schutz ihrer Tiere vor Bären getan werde. In Rumäniens Karpaten leben rund 6.000 Braunbären. Immer wieder reißen sie Schafe und Kühe und greifen auch Menschen an. Es gab schon Verletzte und Tote.

(zuerst veröffentlicht am 11.11.2016)

Über dieses Thema berichtete HEUTE IM OSTEN auch im TV: MDR Aktuell | 18.11.2017 | 17:45 Uhr