Bukarest Ein Brand und seine Folgen

Der Brand am 30. Oktober 2015 im Bukarester Musikclub "Colectiv" gilt als beispiellose Tragödie in Rumänien. Er forderte 64 Tote, die Regierung musste zurücktreten.

Menschen legen Blumen und Grablichter nieder
Am 30.Oktober 2016, dem ersten Jahrestag des Brandes, haben sich mehr als 5.000 Menschen am Schweigemarsch beteiligt. Vor dem ehemaligen Club legten sie Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Bildrechte: Annett Müller/ MDR
Frau mit vielen Brandnarben hält Gitarre in ihren verstümmelten Händen
Die Bukaresterin Mariana Oprea gehört zu den Überlebenden des verheerenden Brandes im Musikclub "Colectiv" am 30. Oktober 2015. 180 Menschen wurden dabei verletzt, 64 Menschen starben - vor Ort oder an den Folgen des Brandes. Das Bild wurde im Sommer 2016 aufgenommen. Bildrechte: Annett Müller/MDR
Eine verletzte Person wird aus einem Krankwagen transportiert, mehrere Sanitärer helfen dabei.
Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Eigentümern des Clubs fahrlässige Tötung und Körperverletzung vor. Funken eines Feuerwerks auf der Bühne hatten die Schallisolierung in Brand gesetzt, in nur einer Minute stand der gesamte Konzertsaal in Flammen. Im Saal brach Panik aus, auf dem Weg zur einzigen offenen Tür wurden zahlreiche Menschen niedergetrampelt, andere wurden durch den Rauch des Feuers bewusstlos und verbrannten. Der Prozess gegen die Betreiber ist noch nicht abgeschlossen. Bildrechte: dpa
Rumänische Demonstranten 2015 in Bukarest
Nach dem Brandunglück kam es zu tagelangen Protesten. Nach Meinung der Demonstranten hatten nicht nur die Clubbesitzer geschlampt, sondern auch die staatlichen Behörden. Der Protest richtete sich gegen Korruption und Behördenschlamperei im Allgemeinen. Am 4. November 2015 trat der rumänische Premier Victor Ponta zurück. Das Brandunglück war der Tropfen, der bei seinen Kritikern das Fass zum Überlaufen brachte. Bildrechte: dpa
altes Gebäude, zum Teil plakatiert, Aufschrift pionierul, colectiv
Die frühere Schuhfabrik "Der Pionier" ("Pionierul"): Auf dem ehemaligen Betriebsgelände siedelten in den vergangenen Jahren kleine Firmen und auch der Musikclub "Colectiv" an. Der Club galt als improvisiert und deshalb als besonders hipp. Ermittlungen ergaben später, dass die Eigentümer keine Brandschutzgenehmigung hatten. Bildrechte: Annett Müller/MDR
großer Platz mit Wasserbecken, Grünanlagen und dreispurigen Fahrbahnen, die um Springbrunnen führen, viel großflächige Werbung
Die rumänische Hauptstadt gilt bei jungen Leuten als cool und morbide. Underground-Musikclubs schossen in den vergangenen Jahren wie Pilze aus dem Boden. Sie entstanden in leerstehenden Häusern oder Fabriken. Improvisation war trendy - bis zum Unglückstag. Bildrechte: Annett Müller/MDR
Menschen legen Blumen und Grablichter nieder
Am 30.Oktober 2016, dem ersten Jahrestag des Brandes, haben sich mehr als 5.000 Menschen am Schweigemarsch beteiligt. Vor dem ehemaligen Club legten sie Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Bildrechte: Annett Müller/ MDR
viele Grabkerzen, Blumen, Fotos auf Gehweg, zwei Frauen betrachten die Trauergaben
Vor dem ehemaligen Klub liegen das ganze Jahr über Blumen und brennen Kerzen zur Erinnerung an die Brandopfer. Bildrechte: Annett Müller/MDR
Frau mit vielen Brandnarben und verstümmelten Fingern schminkt sich
Mariana Oprea hat durch den Brand alle Finger ihrer linken Hand verloren, an ihrer rechten Hand funktionieren nur noch drei. Das macht einfachste Handgriffe im Alltag schwer und auch das Schminken. Bildrechte: Annett Müller/MDR
schwarze Handprothese auf Tisch
Für ihre linke Hand hat die junge Frau inzwischen eine Handprothese. Kosten: 75.000 Euro. Sie konnte sie sich nur dank Spenden leisten. Die Opfer des Brandunglücks erlebten eine riesige Welle von Solidarität und Anteilnahme. Oprea hofft, dass die Tragödie nicht so schnell vergessen wird. Bildrechte: Annett Müller/MDR
Frau mit verstümmelten Händen sitzt an Tisch, schwarzer Turban und schwarzes Kleid
Mariana Oprea sagt: "Ich werde ein Leben lang vom Unglück gezeichnet sein, doch ich betrachte mich dennoch als glücklichen Fall: Denn ich lebe." Bildrechte: Annett Müller/MDR
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Frau mit vielen Brandnarben hält Gitarre in ihren verstümmelten Händen
Die Bukaresterin Mariana Oprea gehört zu den Überlebenden eines verheerenden Brandes im Musikclub "Colectiv" am 30. Oktober 2015. Mehr als 150 Menschen wurden dabei teils schwer verletzt, 64 Menschen starben - vor Ort oder an den Folgen des Brandes. Die 29-jährige Mariana trug schwere Verbrennungen davon. Ihr ärmelfreies Kleid von damals ist an ihren Wunden sichtbar. Bildrechte: Annett Müller/MDR