Ein Einheimischer beobachtet Rauch, der 2008 von einem explodierten Miunitionsdepot, aufsteigt.
Explosionen im Minutentakt: Brennendes Munitionsdepot in der Ukraine. Bildrechte: dpa

Massenevakuierung nach Explosionen in ukrainischem Munitionsdepot

Ein Einheimischer beobachtet Rauch, der 2008 von einem explodierten Miunitionsdepot, aufsteigt.
Explosionen im Minutentakt: Brennendes Munitionsdepot in der Ukraine. Bildrechte: dpa

In der Nordukraine hat es erneut in einem Munitionsdepot der ukrainischen Armee gebrannt. Das Feuer brach den Einsatzkräften zufolge gestern am frühen Morgen aus. Noch gegen Mittag ereigneten sich nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte Detonationen im Minutentakt. 63 Menschen mussten wegen einer möglichen Rauchvergiftung behandelt werden. Mehr als 12.000 Menschen wurden aus der Gefahrenzone in Sicherheit gebracht.

Die militärische Anlage nahe des Dorfes Druschba befindet sich 135 Kilometer nördlich von Kiew. Der ukrainische Geheimdienst SBU ermittelt wegen "möglicher Sabotage".

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums waren mehr als 100 Feuerwehrleute und ein Löschpanzer im Einsatz. Wieviel Munition in den Depots lagerte, ist nach Angaben des Vize-Chefs des ukrainischen Generalstabs, Rodion Tymoschenko, geheim. Mehr als die Hälfte der Bestände seien jedoch noch vor dem Ausbruch des Feuers unbeschadet entfernt worden.

ein Militärangehöriger bei einer Pressekonferenz
Pressekonferenz: Rodion Tymoschenko informiert über den Stand der Dinge. Bildrechte: imago/Ukrinform

Es handelt sich um den sechsten Großbrand in Depots der ukrainischen Armee innerhalb von drei Jahren. Ein Grund dafür, dass in solchen Lagern immer wieder Feuer ausbrechen, sind die veralteten Munitionsbestände aus Sowjetzeiten. Im März 2017 wurden bei einem verheerenden Feuer und Explosionen in einem Munitionslager der Region Charkiw ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt.

Explosion in einem Munitionslager
Ruinen: Im März 2017 hatte es in diesem Munitionslager im Gebiet Charkiw gebrannt. Bildrechte: imago/Ukrainian News

 (afp/voq)


Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im: Radio | 09.10.2018 | 14:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2018, 23:59 Uhr