Wie Osteuropa Fasching feiert

Kroatien

Eine Frau in einem grünen Drachenkostüm.
Wie in Köln oder Mainz nimmt die ganze Stadt am Karneval teil. Ohne Kostüm wagt sich an den Tagen vor Aschermittwoch kaum jemand auf die Straße. Höhepunkt ist der Karnevalssonntag: Rund zehntausend Narren aus allen Teilen des Landes kommen zum größten Maskenumzug Kroatiens. Bildrechte: imago/Pixsell

Ungarn

Fasching im ungarischen Mohács

Der Faschingsumzug von Mohács ist der berühmteste Ungarns. Sechs Tage lang ziehen die Busó mit ihren furchterregenden Masken durch die Stadt. Und alles ist erlaubt: Schließlich weiß keiner, wer unter den Masken steckt.

Eine Menschgruppe trägt traditionelle Masken am Buso-Karneval in Mohacs.
Das Faschingsfest in Mohács, die Busójárás, ist das größte und berühmteste Ungarns. Tausende Schaulustige reisen alljährlich im Februar in die Stadt an der Donau, um den Umzug der Busó mit ihren furchterregenden Masken zu erleben. Bildrechte: IMAGO
Eine Menschgruppe trägt traditionelle Masken am Buso-Karneval in Mohacs.
Das Faschingsfest in Mohács, die Busójárás, ist das größte und berühmteste Ungarns. Tausende Schaulustige reisen alljährlich im Februar in die Stadt an der Donau, um den Umzug der Busó mit ihren furchterregenden Masken zu erleben. Bildrechte: IMAGO
Mohacs
Die Busó treffen sich am ersten Faschingstag auf einer kleinen sumpfigen Insel in der Donau. Dann setzen sie mit kleinen Booten über ans Festland in Mohács. Bildrechte: IMAGO
Mohacs
Der Legende nach haben sich die Einwohner von Mohács 1526 auf diese Inseln nach der Niederlage gegen die Osmanen gerettet. Gut 150 Jahre später, 1687, sind die Busó ans Festland übergesetzt und haben die Osmanen in der Schlacht von Mohács vertrieben - weil ihre Masken so furchterregend waren. Bildrechte: IMAGO
Mohacs
Einer anderen Überlieferung nach ist der Ursprung der Busójárás ein uraltes Ritual, um den Winter zu vertreiben und den Frühling einzuläuten ... Weiter geht es dann jedenfalls zu Fuß nach Mohács hinein ... Bildrechte: IMAGO
Mohacs
Die Busó haben große Hörner oder Ratschen dabei, mit denen sie ständig gehörig Krach machen, um die Osmanen und den Winter derart zu erschrecken, dass beide Reißaus nehmen. Bildrechte: IMAGO
Maske
Die Kostüme der Busó haben sich im Laufe der Jahrhunderte nicht verändert. Zum Kostüm gehören ein Schafpelz und eine Maske. Bildrechte: IMAGO
Gesichtsmaske mit Hörner
Die Masken werden aus Weidenholz geschnitzt. Etwa ein Dutzend Holzschnitzer gibt es in Mohács. Für eine Maske benötigen sie gut zwei Arbeitstage. Die Hörner stammen meist vom örtlichen Metzger. Bildrechte: IMAGO
Straßenfest
Sechs Tage lang dürfen die Busó tun und lassen, was sie wollen. Jeder Schabernack ist erlaubt. Denn schließlich weiß niemand, wer sich unter den Masken versteckt. Bildrechte: IMAGO
Mohacs
Mittlerweile ist es Tradition, dass die Einwohner von Mohács Karnevalsfreunde aus anderen Städten Ungarns oder gar aus dem Ausland einladen, beim Busójárás dabei zu sein. Der Hintergedanke: Je mehr Busó beim Umzug dabei sind, desto leichter lassen sich Osmanen und Winter vertreiben. Bildrechte: IMAGO
Menschenmenge um Feuer herum bei traditionellen Karnevals Feierlichkeiten in Mohacs, südliches Ungarn
Wenn am Faschingsdienstag die Nacht hereinbricht, wird auf dem Marktplatz ein großes Feuer entzündet und der Winter in Gestalt einer Strohpuppe verbrannt. Es ist der Höhepunkt des Faschings. Die Busó stehen dann noch eine Weile um das Feuer herum und schauen, ob die Puppe auch wirklich verbrannt ist. Bildrechte: IMAGO
Zwei Männer laufen auf einer Straße
Am nächsten Morgen gehen die Busó nach Hause. Im folgenden Jahr werden sie wiederkommen, um die Osmanen und den Winter in Mohacs erneut zu vertreiben.
(Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: MDR um 4 | 15.02.2017, 16:00 Uhr.)
Bildrechte: IMAGO
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Polen

Thüringen

Alaaf und Helau auf Polnisch

Räubertanz, Pferdeschlittenrennen und Holzmasken: Nicht nur am Rhein wird Karneval gefeiert, ausgefallene Karnevalsfeste gibt es auch in Polen. Und kulinarisch hat Polen zum Karneval auch einiges zu bieten.

Personen mit großen bunten Hüten und Umhängen
Ein Höhepunkt in der polnischen Karnevalshochburg ist der traditionelle Festumzug, im Bild das Spektakel von 2017. Narren mit bunten Kostümen ziehen durch die Straßen, Sternensinger und Folklore-Tanzgruppen geben ihre Kunst zum Besten. Bildrechte: MDR/Wojciech Kubina
Personen mit großen bunten Hüten und Umhängen
Ein Höhepunkt in der polnischen Karnevalshochburg ist der traditionelle Festumzug, im Bild das Spektakel von 2017. Narren mit bunten Kostümen ziehen durch die Straßen, Sternensinger und Folklore-Tanzgruppen geben ihre Kunst zum Besten. Bildrechte: MDR/Wojciech Kubina
Ein maskierter Karnevalist mit bunten Tüchern bei einem Straßenumzug.
Aber aufgepasst! Gestalten mit furchteinflößenden Masken aus Holz und bunten Bändern belagern dann die Straßen und fordern Wegezoll von durchfahrenden Autos. Bildrechte: Wojciech Kubina
Karneval Polen
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Festivitäten ist der Schneewettlauf. Beim Pferdeschlittenrennen oder Kumoterki-Wettlauf fahren Goralenpaare in zweisitzigen Schlitten um die Wette oder lassen sich auf Ski von Pferden ziehen. Bildrechte: MDR/Wojciech Kubina
Gorale in typischen Trachten und mit Äxten zeigen einen Tanz auf einer Bühne.
Echte Bergbewohner, so die Übersetzung für Góralen, werfen sich dann außerdem in ihre Lederhose und Feiertagstracht und tanzen den "Taniec Zbojnicki", den Räubertanz. Der mit Beilen ausgeführte Tanz ist ein Relikt der wilden Vergangenheit der Goralen. Bildrechte: MDR/Wojciech Kubina
Karnevalsessen Faworki
Das gemeinsame Essen und Backen gehört zu den wichtigsten Karnevalstraditionen. "Faworki" - hierzulande als Raderkuchen bekannt - haben in diesen Tagen Hochkonjunktur. Zu Karneval gibt es keine Familie, die das Schmalzgebäck nicht auf dem Tisch hat. Bildrechte: MDR/Katarzyna Woynowska-Szeląg
Karnevalsessen Paczek
Bei den Polen geht der Karneval durch den Magen: Die Weiberfastnacht heißt "Tłusty Czwartek", also Dicker Donnerstag. An diesem Tag gibt es für alle "pączki". Das kultige Schmalzgebäck ist die polnische Version von Berlinern, Krapfen oder Pfannkuchen. Bildrechte: MDR/Archiv A. Blikle
Karneval Studentenball
In Großstädten wie Warschau oder Krakau feiert man Karneval eher schick. Sehr angesagt ist vor allem bei Warschauer Studenten der legendäre "Bal Karnawałowy". In der Technischen Universität mischen sich dann elegante Pärchen in Kostümen der Zwanziger Jahre unter die Partygäste. Bildrechte: MDR/Katarzyna Tutko
Karneval Nonne
Auch in den sozialen Netzwerken wird unter #Karnawał fleißig gepostet. Besonders gern werden die Obrigkeiten dabei aufs Korn genommen. Und so gibt es zum Karneval im katholischen Polen viele Mönche, Priester und Nonnen. Diese beiden hier "warten auf Vergebung". Bildrechte: MDR/Iwona Stachurka
Kinderkarneval Biene Maja
Das Präsentieren der selbstgebastelten Outfits via Social Media ist aber auch bei jungen Müttern beliebt. Und so posiert auch Pola alias "Biene Maja" für das Instagram-Bild der Mama. Bildrechte: MDR/Paulina Dobrowolska
Kinderkarneval Cowboy
Jungs finden neben Star-Wars-Kostümen nach wie vor die Klassiker total hipp: Milosz präsentiert auf Instagram stolz sein Cowboy-Outfit. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk
Kinderkarneval Prinzessin
Am gefragtesten sind aber nach wie vor Prinzessinnen. So wie bei Lena, Maja und Emilka aus Lebork an der Ostsee. Bildrechte: MDR/Malgorzata Marzecka
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Thüringen

Gorale in typischen Trachten und mit Äxten zeigen einen Tanz auf einer Bühne.
Echte Bergbewohner, so die Übersetzung für Góralen, werfen sich dann außerdem in ihre Lederhose und Feiertagstracht und tanzen den "Taniec Zbojnicki", den Räubertanz. Der mit Beilen ausgeführte Tanz ist ein Relikt der wilden Vergangenheit der Goralen. Bildrechte: MDR/Wojciech Kubina