Russland CONIFA: Die alternative Fußball-WM

Ein Fußballspiel
In Londoner Vorortstadien herrscht WM-Stimmung. Dort trägt die CONIFA – Confederation of Independent Football Associations - ihr wichtigstes Turnier aus. Der Weltverband versteht sich ausdrücklich als Gegenentwurf zur FIFA – keine Korruption und maximale Transparenz. Für die Conifa gilt: Fußball hat nichts mit Politik zu tun. Bildrechte: Con Chronis
Ein Fußballspiel
In Londoner Vorortstadien herrscht WM-Stimmung. Dort trägt die CONIFA – Confederation of Independent Football Associations - ihr wichtigstes Turnier aus. Der Weltverband versteht sich ausdrücklich als Gegenentwurf zur FIFA – keine Korruption und maximale Transparenz. Für die Conifa gilt: Fußball hat nichts mit Politik zu tun. Bildrechte: Con Chronis
Ein Mann spricht vor Publikum, hinter ihm wird Text an die Wand projiziert
Außerdem steht CONIFA für freien Zugang zum internationalen Fußball für alle. "Wir möchten, dass alle, unabhängig von Rasse, Religion oder politischer Lage, die Möglichkeit erhalten, Fußball zu spielen", betonte auch der Pressesprecher des Verbands während der Auftaktpressekonferenz. So gehören zu CONIFA unabhängige Regionalverbände, nationale Minderheiten und völkerrechtlich nicht anerkannte Staaten. Bildrechte: Con Chronis
Fans feiern ihr Team beim CONIFA Fussballcup
Dass das nicht so einfach ist, zeigt bereits das erste Spiel des Turniers zwischen der Auswahl von Tibet und der Nationalmannschaft aus Abchasien. Während sich die Fans beider Teams im Stadion in familiärer Atmosphäre auf das Spiel einstimmen ... Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Demonstrantinnen vor dem Stadion
... herrscht draußen Aufregung: Einige ältere Damen haben sich mit einer Georgienfahne und Protestplakaten vor dem Stadion eingefunden. Ihrer Meinung nach kann es keine abchasische Nationalmannschaft geben, denn Abchasien sei ein Teil von Georgien. Die abchasischen Fans sehen das ganz anders: Abchasien hat sich zurecht unabhängig gemacht und ist sehr wohl eine eigenständige Nation. 1993 war das. Der Unabhängigkeit ging der Zerfall der Sowjetunion und ein blutiger Bürgerkrieg voraus. Und selbst 25 Jahre später kochen noch Leidenschaften hoch, wenn Georgier und Abchasier dieses Thema berühren.

Bildrechte: Denis Kliewer/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Beslan Adschindschal am Spielfeldrand blickt auf seine Mannschaft
So spielt für den abchasischen Trainer Beslan Adschindschal (Mitte) neben dem sportlichen auch der politische Effekt der CONIFA-WM eine große Rolle. Natürlich möchte man über die Teilnahme am Turnier auch eine möglichst große Aufmerksamkeit auf die internationale Isolation und die Belange der Region Abchasien und ihrem Wunsch nach Unabhängigkeit lenken. Entsprechend groß ist auch der Druck, im Turnier möglichst weit zu kommen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
abchasischen Fans jubeln
Am Ende des Auftaktspiels können die abchasischen Fans jubeln: Ihr Team gewinnt gegen Tibet 3:0. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Fußballer in gelben und grünen Trikots
Doch schon im nächsten Gruppenspiel gibt es eine Niederlage für die abchasischen Kicker (in Grün). Ihr Gegner ist das Team Karpatalya (in Gelb-Blau) – eine ungarische Minderheit im äußersten Westen der Ukraine. In dem Gebiet Transkarpatien stellt sie immerhin 12,1 Prozent der dortigen Bevölkerung. Bei der CONIFA-WM steht die Mannschaft im Finale und hat gute Chancen, Weltmeister zu werden. Bildrechte: Con Chronis
Fußballer in grünen Trikots
Abchasien dagegen ist nach der Gruppenphase bereits ausgeschieden. Bildrechte: Con Chronis
Fußballer in blauen Trikots
Und auch Mannschaft der Szekler – einer ungarischen Minderheit in Rumänien – kam nur bis zum Halbfinale. Die Szekler haben eine jahrhundertealte Tradition in der rumänischen Region Siebenbürgen. Aktuell kämpft die Minderheit um größere Autonomierechte im Land. Bildrechte: Alvaro Velazquez Photography
Fans jubeln ihrer Mannschaft im Stadion zu
Fußball ist eben nicht unpolitisch. Auch nicht bei der anstehenden FIFA-WM in Russland.   
(Über dieses Thema berichtete der MDR im Radio, 3.8.2017 | 03:15 Uhr.)
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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