Bulgarien Gestrandet im Flüchtlingslager Harmanli

Flüchtlingslager in Harmanli
In Harmanli, einer kleinen Stadt im Süden Bulgariens, kaum 70 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, befindet sich das größte Flüchtlingslager Bulgariens und eines der größten auf dem gesamten Balkan. Mehr als 3.000 Menschen sind in dem Lager untergebracht, die meisten von ihnen stammen aus Afghanistan. Doch auch Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien leben im Camp Harmanli. Bildrechte: IMAGO
Flüchtlingslager in Harmanli
In Harmanli, einer kleinen Stadt im Süden Bulgariens, kaum 70 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt, befindet sich das größte Flüchtlingslager Bulgariens und eines der größten auf dem gesamten Balkan. Mehr als 3.000 Menschen sind in dem Lager untergebracht, die meisten von ihnen stammen aus Afghanistan. Doch auch Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien leben im Camp Harmanli. Bildrechte: IMAGO
Harmanli Zaun
Das Flüchtlingslager Harmanli ist steng von der Außenwelt abgeschottet - ein über zwei Meter hoher und mit Stacheldraht bewehrter Metallzaun umschließt das Gelände. Bildrechte: IMAGO
Militärfahrzeug patroulliert in Harmanli
Bewacht wird das Flüchtlingslager von Polizei und Soldaten der bulgarischen Armee. Bildrechte: IMAGO
Eine Familie im Flüchtlingslager
Herbst 2013: Weit mehr als 10.000 Migranten sind über die Türkei nach Bulgarien gekommen. Die meisten von ihnen sind Syrer, die dem Bürgerkrieg in ihrem Land entkommen und in den Westen weiter wollen. Die bulgarische Regierung ist auf die hohe Zahl von Migranten nicht vorbereitet und völlig überfordert. In einer verfallenen Kaserne in Harmanli wird eilends eine Flüchtlingsunterkunft eröffnet. Geplant ist sie für 400 Menschen, im Januar 2014 hausen aber schon weit mehr 1.500 im Camp. Bildrechte: Iwan Atanasow
Flüchtlinglager
Weil die Kasernengebäude unbewohnbar sind, werden Zelte aufgestellt. Sie sind unbeheizt, es fehlt an Betten und Decken; 50 Menschen teilen sich eine Toilette, Duschen gibt es nur ein knappes Dutzend. Infektionskrankheiten grassieren, es gibt viele Fälle von Lungenentzündungen. Bildrechte: Iwan Atanasow
Harmanli - Essen
Auch fehlt es an medizinischer Betreuung und an Medikamenten. Nur die "Ärzte ohne Grenzen" kümmern sich um die Migranten. Lebensmittel sind auch knapp. Hilfsorganisationen teilen Essen aus. Bildrechte: Iwan Atanasow
Viele Menschen
"Bei uns bekommen die Menschen nur ein Dach über dem Kopf und Essen", sagt der Leiter der Flüchtlingsunterkunft Harmanli 2014. Ab und an erreichen Spenden das Camp - Kleidung und Decken und warme Schuhe. Die Kisten mit den Hilfsgütern werden einfach auf die Straße gestellt.
33 Euro Taschengeld stellen die bulgarischen Behörden 2014 monatlich noch jedem Flüchtling zur Verfügung. Nach einem Jahr werden die Zahlungen jedoch eingestellt - zu teuer.
Bildrechte: Iwan Atanasow
Harmanli neue Wohnungen
"Weiße Häuser" nennen die Flüchtlinge die nach und nach im Camp aufgestellten Wohncontainer mit jeweils zwei Zimmern. Sie reichen natürlich längst nicht für alle. Hinter den "weißen Häusern" lebt die Mehrzahl der Migranten weiterhin in zugigen Zelten. Bildrechte: Iwan Atanasow
Harmanli   dies Bild möchte ich bearbeitet haben.  Quelle/Rechte: Lilia Kostowa  Danke, Steffen Lüddemann 4831
Die "weißen Häuser" teilen sich in der Regel zwei Familien. Privatsphäre gibt es nicht. Ein Laken trennt die Wohnbereiche voneinander. Bildrechte: Iwan Atanasow
Harmanli Kind
Gefangen in Harmanli: Für die meisten Flüchtenden sollte Bulgarien nur eine Station auf ihrem Weg gen Westen sein, aber sie kommen nicht weiter, die Grenzen sind seit 2016 geschlossen, die sogennnte Balkanroute gibt es nicht mehr. Nun sitzen die Flüchtlinge fest und versuchen, einen möglichst normalen Alltag zu leben. Bildrechte: Iwan Atanasow
Mit Schneemann
Spielen im Schnee - für die Kinder aus Syrien ein ungewohntes Freizeitvergnügen. Seit einiger Zeit gehen sie im Camp auch zur Schule; organisiert wird der Unterricht von bulgarischen Freiwilligen und im Camp lebenden syrischen Flüchtlingen. Bildrechte: Iwan Atanasow
Harmanli   dies Bild möchte ich bearbeitet haben.  Quelle/Rechte: Lilia Kostowa  Danke, Steffen Lüddemann 4831
Ende November 2016 liefern sich 1.500 Flüchtlinge, die meisten von ihnen Afghanen, stundenlange Kämpfe mit der Polizei. Sie werfen Steine, zünden Reifen an. Die Polizei setzt Wasserwerfer ein. 29 Polizisten und 20 Flüchtlinge werden verletzt. Der Grund für die Proteste: Die Lagerleitung hat den Einwohnern das Verlassen des Camps verboten, da bei 128 von ihnen Windpocken und andere Infektionskrankheiten diagnostiziert worden sind. Bildrechte: Iwan Atanasow
Boyko Borissow
Bulgariens Ministerpräsident Boiko Borissow kündigt nach den Ausschreitungen in Harmanli an, dass Flüchtlinge, die "sich nicht an die Regeln halten", zunächst "isoliert" und dann so bald als möglich "ausgewiesen" werden. Bildrechte: IMAGO
Weinendes Mädchen hockt neben einem Auto.
In Harmanli sollen in Zukunft, so kündigt Borissow weiterhin an, nur noch syrische Familien untergebracht werden. Die Flüchtlinge aus Afghanistan würden dagegen schleunigst in ihr Heimatland abgeschoben werden. Das erste Flugzeug startet noch im Dezember 2016. Für die afghanischen Familien hat sich damit der Traum von einem besseren Leben im Westen erledigt. Alle Strapazen der Flucht - umsonst.
Doch auch im Westen hätten sie keine Perspektive mehr. Auch aus Deutschland werden Afghanen ausgewiesen - Mitte Dezember 2016 wird die erste Massenabschiebung von Afghanen durchgeführt.
Bildrechte: Iwan Atanasow
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