Osteuropa

Eine politische Freundschaft Viktor Orbán und Helmut Kohl

Viktor Orban (1989 auf dem Hosök-Platz in Budapest)
Viktor Orban (hier als angehender Politiker 1989 bei einer Kundgebung in Budapest) ist Kohl dankbar dafür, dass er die ungarische Reformpolitik in den 1980er-Jahren unterstützte, die schließlich zum Sturz der kommunistischen Ordnung führte. Aber er ist ihm später auch ganz persönlich verbunden – Kohl war gewissermaßen sein Mentor, als er 1989 seine politische Karriere begann. Bildrechte: dpa
Viktor Orban (1989 auf dem Hosök-Platz in Budapest)
Viktor Orban (hier als angehender Politiker 1989 bei einer Kundgebung in Budapest) ist Kohl dankbar dafür, dass er die ungarische Reformpolitik in den 1980er-Jahren unterstützte, die schließlich zum Sturz der kommunistischen Ordnung führte. Aber er ist ihm später auch ganz persönlich verbunden – Kohl war gewissermaßen sein Mentor, als er 1989 seine politische Karriere begann. Bildrechte: dpa
Viktor Orban 1998
1989 gehört der Jurist Viktor Orban zu den Gründern des Bundes Freier Demokraten (Fidesz) in Budapest. 1998 gewinnt Fidesz überraschend die Parlamentswahlen und der Parlamentsabgeordnete Viktor Orban soll neuer Ministerpräsident werden. Orban steht vor der schwierigen Aufgabe einer Regierungsbildung. Er weiß nicht, wie er am besten vorgehen soll. Und so reist er zunächst einmal nach Berlin, zu Helmut Kohl: "Ich war 35 Jahre alt und fragte ihn um Rat, wie man das macht." Bildrechte: IMAGO
Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl (l) legt am bei einer Wahlkampfveranstaltung in Gyor den Arm um den ungarischen Ministerpräsidenten Victor Orban.
Frühjahr 2002: In Ungarn finden Parlamentswahlen statt. Es ist ein heißer Wahlkampf – Viktor Orban und sein sozialdemokratischer Herausforderer Ferenc Gyurcsany
liegen in den Umfragen fast gleichauf. Helmut Kohl reist nach Ungarn und engagiert sich auf Kundgebungen der Fidesz für seinen Freund Orban. "Sie müssen dafür sorgen, dass Viktor Orban Ministerpräsident Ihres Landes bleibt!", beschwört er etwa am 16. April 2002 Einwohner von Györ. Aber die Unterstützung Kohls verfängt nicht – die Regierung Orban wird abgewählt.
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Viktor Orban wird als ungarischer Premierminister vereidigt
Acht Jahre später Orbans Comeback. Seine rechtskonservative Fidesz-Partei gewinnt 2010 mit 52 Prozent der abgegebenen Stimmen die Parlamentswahlen und Viktor Orban wird zum Ministerpräsidenten gewählt. Bildrechte: IMAGO
Viktor Orban Prädident Ungarn
Orban beginnt, das Land nach seinen Vorstellungen umzubauen. Kritiker sprechen von einer "Orbanisierung Ungarns". So beschränkt die neue Regierung etwa die Befugnisse des Verfassungsgerichtes und in einer 2011 verabschiedeten neuen Verfassung sind die Liebe zu Gott und Vaterland ebenso verankert wie die Begriffe Christentum und Familie. Zudem versucht sie, unliebsame Journalisten mittels verschärfter Mediengesetze unter Kontrolle zu bringen. Dass die Minderheitenrechte von Roma drastisch verletzt werden und sich offener Rassismus im Land breit macht – die Regierung Orban unternimmt nichts oder kaum etwas dagegen. Bildrechte: IMAGO
Viktor Orban
Kohls Brief ist für Viktor Orban eine höchst willkommene Wahlkampfhilfe. Er veröffentlicht ihn umgehend auf seiner Facebook-Seite und zitiert aus ihm in seinen Wahlkampfreden. Orban weiß: Der deutsche Ex-Kanzler erfreut sich noch immer hoher Wertschätzung in Ungarn. Sein Wort hat Gewicht. Viktor Orban gewinnt die Wahlen und beginnt eine dritte Amtszeit. Bildrechte: IMAGO
Bernhard Vogel Viktor Orban 2015 Budapest
Aus Anlass des 85. Geburtstages von Helmut Kohl am 3. April 2015 würdigt ein von der CDU-nahen Konrad- Adenauer-Stiftung veranstaltetes Symposion in Budapest die "Verdienste" des Altkanzlers "um Osteuropa". Prominentester Gast der Veranstaltung – Ministerpräsident Viktor Orban (auf dem Foto gemeinsam mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Thüringen, Bernhard Vogel). Helmut Kohl kann an dem Symposium nicht teilnehmen – er liegt nach einer Darmoperation auf der Intensivstation. In seinem Redebeitrag sagt Orban: Kohls Erbe – das vereinte Deutschland und die EU-Osterweiterung - seien "eine Garantie für Ungarns Freiheit". Bildrechte: IMAGO
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