S wie Sport

Sammler

Alter Mann trägt großen Feldstein 2 min
Bildrechte: Dranbleiben mit Pfiff

Der neue Rostocker Hafen brauchte natürlich auch eine Mole, die als Hafenmauer dienen sollte. Um Steine für die Mole zu besorgen, brach eine wahre Sammelleidenschaft aus.

MDR FERNSEHEN Fr 18.06.1982 20:00Uhr 02:12 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video293336.html

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St. Petersburg

Wodka für St. Petersburg 2 min
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Eine Frau im Pelz und ein Mann vor einem Flugzeug 5 min
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Der 41-Jährige Bauunternehmer Oleg Gluschenko aus St. Petersburg hat sich zur Entspannung ein kleines Sportflugzeug geleistet. Jetzt träumt der Millionär von einem Düsenflugzeug.

MDR FERNSEHEN So 10.04.2005 16:05Uhr 05:02 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video186636.html

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Video
transparent

Was wird aus ungenutzten Fabrikbauten? Ob in Leipzg, Łódź oder St. Petersburg: Durch viele Hallen weht ein frischer Wind, wenn Lofts, Cafés oder Ateliers in die Hallen einziehen.

Mi 25.09.2013 12:02Uhr 06:02 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video150620.html

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Schatzsuche

Osteuropa

Grafik Schatzsucher 2 min
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Schauspieler

Bild vom November 1962. Lech (links) und Jaroslaw-kaczynski während der Dreharbeiten zum Kinofilm ("Über zwei, die den Mond gestohlen haben")
Lech (links) und Jaroslaw Kaczynski legten ab Mitte der 1990er-Jahre eine atemberaubende politische Karriere hin. Ihren Landsleuten waren sie allerdings schon längst wohlbekannt – als Schauspieler. 1962 waren die Zwillinge zu Stars des polnischen Kinos avanciert, nachdem sie die Hauptrollen in dem Märchenfilm "Die zwei Monddiebe" gespielt hatten. Bildrechte: IMAGO

Schifffahrt

Urlauberschiff MS "Arkona" 3 min
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Schlösser

Schmuggler

Schriftsteller

Schröder, Gerhard

Schule

HIO Uniformklassen Polen
Wissenstest beim Landesausscheid. Immer öfter entscheiden sich übrigens auch Mädchen für Schulen mit militärischem Profil. Allerdings sind sie dort noch eine Minderheit.

Über dieses Thema berichtete MDR AKTUELL auch im:
TV | 22.03.2019 | 17:45 Uhr
Bildrechte: Europejskie Centrum Edukacji dla Bezpieczeństwa
Eingliederung der Roma 3 min
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Die Arbeitslosigkeit in Tschechen nimmt zu, als Sündenbock für die Situation müssen die Roma herhalten. Die Benachteiligung der Roma beginnt schon in der Schule.

Mi 16.10.2013 19:30Uhr 02:50 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video197832.html

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Osteuropa

Vladimir Putin 3 min
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Frauen in russischen Luderschulen.
"In der Schule "Schenskij Mir" - das bedeutet “Frauenfrieden” - lerne ich, wie ich durch meditativen Tanz erotischer werde. Dieser Crashkurs wirkt etwas bizarr auf mich. Doch die Trainerin hat tatsächlich eine sehr anziehende Wirkung auf mich. Der Kurs kostet 66 Euro und ist für die meisten Moskauerinnen erschwinglich. In der Schule wimmelt es von Frauen - jeden Alters." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Urban 6 min
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Schwarzes Meer

Nessebar 1 min
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Urlaubsspezial "Wo der Osten Urlaub machte": Bulgarien Nessebar - damals und heute

Nessebar - damals und heute

Anke und Bernd Lehmann aus Rostock sind enttäuscht: In Nessebar - früher ein ursprünglicher bulgarischer Ort am Schwarzen Meer - regiert heute die Tourismusindustrie.

MDR FERNSEHEN Di 22.06.2004 20:45Uhr 00:59 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video139278.html

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Ein merkwürdig geformtes Gebäude 2 min
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Das Seebad Albena wurde in nur drei Monaten für den Massentourismus aus dem Boden gestampft und im August 1969 eingeweiht. Fast jedes Hotelzimmer hat Meerblick.

MDR FERNSEHEN Di 22.06.2004 20:45Uhr 02:11 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video139276.html

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SED

6./7. Oktober 1989 Die letzte Geburtstags-Party der DDR

Es soll die große Jubelfeier sein. Mit Aufmärschen, einer Parade und Festprogramm will die SED den 40. DDR-Geburtstag feiern. Doch schon der FDJ-Fackelzug am Vorabend verläuft suboptimal. Und es kommt noch schlimmer.

Fackelzug der Freien Deutschen Jugend FDJ am 6. Oktober 1989 in Ost-Berlin
Mit einem Fackelzug der "Freien Deutschen Jugend" beginnen am Abend des 6. Oktober 1989 in Ost-Berlin die offiziellen Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik. 70.000 FDJ-ler aus allen DDR-Bezirken nehmen daran teil. Der Marsch der Blauhemden vom Brandenburger Tor zum Marx-Engels-Platz soll die Dankbarkeit der DDR-Jugend für die Segnungen des Arbeiter- und Bauernstaates zum Ausdruck bringen. Bildrechte: IMAGO
Fackelzug der Freien Deutschen Jugend FDJ am 6. Oktober 1989 in Ost-Berlin
Mit einem Fackelzug der "Freien Deutschen Jugend" beginnen am Abend des 6. Oktober 1989 in Ost-Berlin die offiziellen Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der Deutschen Demokratischen Republik. 70.000 FDJ-ler aus allen DDR-Bezirken nehmen daran teil. Der Marsch der Blauhemden vom Brandenburger Tor zum Marx-Engels-Platz soll die Dankbarkeit der DDR-Jugend für die Segnungen des Arbeiter- und Bauernstaates zum Ausdruck bringen. Bildrechte: IMAGO
FDJ-Fackelzug zum 40. Jahrestag der DDR am 6. Oktober 1989 in Berlin
Auch die üblichen "SED, FDJ"-Rufe und andere sinnfreie Artikulationen sind zu hören. Kurz zuvor einstudierte Sprechchöre wie "FDJ, SED, alles ist bei uns o.k.!" deuten aber auch an, dass im Land scheinbar doch nicht alles "o.k." ist. Tatsächlich meldet die Stasi später, dass sie Demonstrationsteilnehmer festgenommen hat, die mit Schildern wie "Mehr Freiheit" oder einfach nur "Scheiße" unterwegs waren. Auch Rufe wie "Gorbi, Gorbi" - statt "Honni, Honni" - "Perestroika" oder "Gorbatschow hilf" sind aus dem FDJ-Fackelzug heraus zu hören. Bildrechte: dpa
Gorbatschow und Honecker am Rande des FDJ-Fackelzuges am 6. Oktober 1989 in Berlin
Er ist der Adressat der aufmüpfigen Blauhemden: KPdSU-Generalsekretär Michail Sergejewitsch Gorbatschow (1. Reihe, 2. von links) gilt als Hoffnungsträger - auch in der DDR. Viele Menschen im Osten Deutschlands wünschen sich, dass die von Gorbatschow initiierte Politik von Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umbau) auch die verkrusteten Verhältnisse in der DDR überwindet. Doch SED- und Staatschef Erich Honecker (1. Reihe, rechts) sieht das anders. Honecker antwortet mit Weisheiten wie: "Wenn Freunde neu tapezieren, müssen die anderen ja auch nicht renovieren." Gorbatschow hält dem entgegen: "Wenn wir zurückbleiben, bestraft uns das Leben sofort." Später wurde daraus der weltberühmte Satz: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." Bildrechte: dpa
NVA-Parade zum 40. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1989 in Ost-Berlin
Einen Tag später, am 7. Oktober 1989, muss sich Honecker zunächst aber keine unangenehmen Sprechchöre und Kritiken anhören. Der Marschschritt tausender Soldaten, die Klänge des NVA-Musikkorps und das Motorengedröhn und Kettengerassel zahlreicher Militärfahrzeuge übertönen jeden Misston. Mit einer der größten Militärparaden ihrer Geschichte feiert die DDR ihr 40-jähriges Bestehen. Bildrechte: IMAGO
Staats- und Parteiführung der DDR am Rande der Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag am 07.10.1989
Auch die FDJ und andere DDR-Massenorganisationen paradieren an diesem Tag noch einmal an einem sichtlich froh gelaunten Erich Honecker und anderen SED-Größen sowie deren internationalen Gästen vorbei. Bildrechte: IMAGO
Volkspolizei-Kette am Abend des 7. Oktober 1989 in Ost-Berlin
Doch das Bild täuscht. Am späten Nachmittag ziehen Demonstranten zum "Palast der Republik", wo die SED-Führung und ihre internationalen Gäste beim Bankett versammelt sind. Auf Sprechchöre wie "Wir sind das Volk", "Demokratie jetzt oder nie" oder "Gorbi, Gorbi, hilf uns" reagiert die Staatsmacht mit Absperr- und Abdrängungsmaßnahmen. Bildrechte: IMAGO
Volkspolizei geht am 7. Oktober 1989 in Ost-Berlin mit Gummiknüppel auf Demonstranten los
Später am Abend eskaliert die Lage. Volkspolizei und Staatssicherheit drängen die Demonstranten zum Prenzlauer Berg ab, wo sie - wie es in einem späteren Untersuchungsbericht heißt - "mit unglaublicher Härte" gegen sie vorgehen. Auch in Leipzig, Dresden, Plauen und anderen Städten der DDR geht die Staatsmacht mit unverhältnismäßiger Härte gegen das eigene Volk vor. Die DDR erlebt in diesem Jahr ihren letzten Geburtstag. Bildrechte: dpa
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Serbien

Heute im Osten-Logo und ein Foto mit zwei Frauen vor einer Kirche in Belgrad. 14 min
Bildrechte: MDR/ Efthymia Mourgela

Web-Reporterin Efthymia Mourgela entführt uns in Serbiens Hauptstadt Belgrad. Sie lotet bei Erwachsenen und Kindern die Beziehung zu Europa aus und erlebt manche Überraschung.

MDR FERNSEHEN Mi 19.06.2013 19:33Uhr 14:16 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video130204.html

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Video
Moderatorin Bibiana Barth 4 min
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Heute im Osten | Web-TV | 11.09.2015 Transitland Serbien

Transitland Serbien

Täglich kommen Tausende Flüchtlinge in Serbien an. Obwohl fast alle weiterreisen, gibt es Hasstiraden in einigen Medien. Ein Grund für viele Serben zum Fremdschämen.

Fr 11.09.2015 10:00Uhr 03:52 min

https://www.mdr.de/heute-im-osten/video296324.html

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Serbisch-bosnische Liebe in Srebrenica. 4 min
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Damals 2 min
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Junger Mann am Lenkrad eines Lasters bitte alle Größen. 5 min
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Sibirien

Siebenbürgen

Slowakei

Kraxenträger transportieren Gepäck auf Berghütte 11 min
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Familie Neutsch aus Halle-Neustadt ist begeistert von der Hohen Tatra - dem kleinsten Hochgebirge Europas. Seit 30 Jahren fahren sie immer wieder in die Slowakei.

Di 28.08.2007 11:56Uhr 10:34 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video288982.html

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Damals 2 min
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Drahtflechter 4 min
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Slowenien

Osteuropa

Karte Slowenien 1 min
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Slowenien erklärte sich im Juni 1991 zum unabhängigen Staat. Das Land ist Mitglied der EU und der NATO.

Fr 08.07.2016 09:51Uhr 00:41 min

https://www.mdr.de/heute-im-osten/video-31582.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Ein kroatisch-slowenischer Grenzübergang 4 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sofia

"Heute im Osten" - Wohnhaus mit Wandmalerei eines jungen Mädchens 3 min
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Manche haben so viel Kreativität, da reicht kein DIN-A4-Blatt. Praktisch, dass in Sofia so viele Plattenbauten stehen.

Fr 10.04.2015 10:00Uhr 02:54 min

https://www.mdr.de/heute-im-osten/video263886.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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Bulgarien, Proteste der bulgarischen Türken. 1 min
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Solidarnosc

Solidarnosc - Vorbote des Umbruchs

Sie war Vorbote des Umbruchs - die Gewerkschaft Solidarnosc. 1980 aus der Streikbewegung hervorgegangen, kämpfte sie zunächst für grundlegende Bürgerrechte. 1989 gewann sie die Parlamentswahlen in Polen.

Menschen scharen sich vor dem Tor der Danziger Leninwerft am zweiten Tag des Streiks, am 15.08.1980.
1980 steckte Polen in einer Wirtschaftskrise. Die Lebensbedingungen vieler Polen verschlechterten sich von Monat zu Monat. Als die Regierung im Sommer drastische Preissteigerungen für Lebensmittel ankündigte, gingen die Arbeiter auf die Straße. Nach und nach legten sie das gesamte Land lahm. Am 15. August schlossen sich die Arbeiter der Danziger Lenin-Werft dem Streik an und besetzten ihre Werft. Bildrechte: imago/Forum
Menschen scharen sich vor dem Tor der Danziger Leninwerft am zweiten Tag des Streiks, am 15.08.1980.
1980 steckte Polen in einer Wirtschaftskrise. Die Lebensbedingungen vieler Polen verschlechterten sich von Monat zu Monat. Als die Regierung im Sommer drastische Preissteigerungen für Lebensmittel ankündigte, gingen die Arbeiter auf die Straße. Nach und nach legten sie das gesamte Land lahm. Am 15. August schlossen sich die Arbeiter der Danziger Lenin-Werft dem Streik an und besetzten ihre Werft. Bildrechte: imago/Forum
Lech Walesa hält eine Rede während des Streiks auf der Lenin-Werft in Danzig 31.08.1980.
Zu ihrem Anführer bestimmten die Arbeiter ihren Kollegen Lech Walesa. Der 37-Jährige ist zu diesem Zeitpunkt Elektriker auf der Lenin-Werft. Die Werft-Arbeiter fordern von der Regierung neben besseren Arbeits- und Lebensverhältnissen auch die Wiedereinstellung ihrer Kollegin, der Kranführerin Anna Walentynowicz, die wegen unbotmäßiger politischer Äußerungen entlassen worden war. (Im Bild: Lech Walesa bei einer Rede auf der Lenin-Werft im August 1980.) Bildrechte: imago/Forum
Die polnische Polizei setzt bei einer Demonstration für die verbotene Gewerkschaft Solidarnosc Tränengas ein.
Die Polen wollen weder das Kriegsrecht noch das Verbot der Solidarnosc so einfach hinnehmen. In allen Teilen des Landes kommt es zu teils gewaltsamen Demonstrationen und Auseinandersetzungen mit Polizei und Militär. Bildrechte: dpa
Lech Walesa, Polnische Gewerkschaft Solidarität 1980
Die Regierung in Warschau erklärt schon nach wenigen Tagen, die Forderungen der Werft-Arbeiter erfüllen zu wollen. Der Streik scheint damit beendet zu sein. Die Arbeiter aber wollen sich damit nicht zufrieden geben. Sie wollen auf weitere Reformen drängen. Am 17. August 1980 rufen sie ein "Überbetriebliches Streikkomitee" ins Leben, das mehr als 300 Betriebe repräsentiert und einen 21 Punkte umfassenden Forderungskatalog erarbeitet. Zu den Forderungen gehört das Recht auf freie Meinungsäußerung, das Streikrecht und das Recht auf unabhängige Gewerkschaften. Zum Vorsitzenden des Streikkomitees wird Lech Walesa gewählt. Aus dieser Bewegung entwickelt sich in den nächsten Tagen die "Unabhängige Selbstverwaltete Gewerkschaft Solidarität". (Im Bild: Lech Walesa. Vor ihm, mit Brille: Anna Walentynowicz.) Bildrechte: dpa
Vize-Ministerpräsident Mieczyslaw Jagielski (l) und der Vorsitzende des überbetrieblichen Streikkomitees, Lech Walesa (M) am 31. August 1980 bei der Unterzeichnung des Danziger Abkommens.
Die "Polnische Vereinigte Arbeiterpartei" (PVAP) muss weitere Zugeständnisse machen. Am 31. August 1980 unterzeichnen Lech Walesa und der stellvertretende Ministerpräsident Mieczyslaw Jagielski das "Danziger Abkommen". "Es gibt weder Sieger noch Verlierer", sagt der Ministerpräsident anschließend. Er irrt sich gewaltig. Erstmals wird in einem sozialistischen Land eine unabhängige Gewerkschaft zugelassen. Zudem werden der Solidarnosc das Streikrecht sowie der Zugang zu den Massenmedien eingeräumt. In den folgenden Jahren treten fast zehn Millionen Polen der unabhängigen Gewerkschaft bei, mehr als die Hälfte der polnischen Arbeitnehmer. Bildrechte: dpa
Der Papst bei einer Rede.
Von Anfang an erfährt die Gewerkschaft Solidarnosc Unterstützung vom aus Polen stammenden Papst Johannes Paul II. In einem offenen Brief an die polnischen Bischöfe ruft er dazu auf, die Arbeiter in ihrem Kampf zu unterstützen. Bildrechte: imago/ZUMA/Keystone
General Wojciech Jaruzelski
In Moskau will man die reformatorischen Prozesse in Polen nicht hinnehmen. Der Vorsitzende der KPdSU, Leonid Breschnew, fordert die Genossen in Warschau auf, resolut gegen die Solidarnosc vorzugehen. Am 13. Dezember 1981 verhängt Ministerpräsident Armeegeneral Wojciech Jaruzelski das Kriegsrecht. Die Solidarnosc wird verboten, ihre Anführer zeitweilig inhaftiert. Bildrechte: imago/ZUMA/Keystone
Wojciech Jaruzelski im Gespräch Lech Walesa, Bronislaw Gerek und Mieczyslaw Rakowski, 1989.
Die Regierung bekommt die Proteste nicht unter Kontrolle. Auf Hilfe aus Moskau kann Jaruzelski aber nicht mehr hoffen. Dort ist mittlerweile Michail Gorbatschow an der Macht, der den Umbau der UdSSR plant und für mehr Offenheit einsteht. In dieser Situation wendet sich Jaruzelski an seinen Widersacher, den Gewerkschaftsführer Walesa. Er bittet ihn, ihm bei der Beendigung der Streiks zu helfen. Walesa sagt seine Hilfe zu, einzige Bedingung: Die Einführung eines "Runden Tischs". Bildrechte: dpa
Blick in den Tagungsraum, wo sich Vertreter von Regierung und Opposition am 6.2.1989 zu einer Konferenz um den Runden Tisch eingefunden haben.
Am 6. Februar 1989 beginnen die Gespräche am "Runden Tisch". Oppositionelle sitzen an ihm gleichberechtigt neben Vertretern der Regierung. Die Verhandlungen dauern bis zum 5. April 1989 und bringen den Systemwechsel entschieden voran. Unter anderem beschließt die Runde freie Wahlen im Sommer und die baldige Wiederzulassung der Gewerkschaft Solidarnosc. Bildrechte: dpa
Lech Walesa (Mitte) während einer Kundgebung von Solidarnosc in Danzig.
Lech Walesa, der die Solidarnosc seit 1980 geleitet hatte, wird im Dezember 1990 zum Präsidenten Polens gewählt. Er bleibt bis 1995 im Amt.

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: Heute im Osten | 05.05.2016 | 18:05 Uhr
Bildrechte: imago/Eastnews
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Lech Walesa, Polnische Gewerkschaft Solidarität 1980
Die Regierung in Warschau erklärt schon nach wenigen Tagen, die Forderungen der Werft-Arbeiter erfüllen zu wollen. Der Streik scheint damit beendet zu sein. Die Arbeiter aber wollen sich damit nicht zufrieden geben. Sie wollen auf weitere Reformen drängen. Am 17. August 1980 rufen sie ein "Überbetriebliches Streikkomitee" ins Leben, das mehr als 300 Betriebe repräsentiert und einen 21 Punkte umfassenden Forderungskatalog erarbeitet. Zu den Forderungen gehört das Recht auf freie Meinungsäußerung, das Streikrecht und das Recht auf unabhängige Gewerkschaften. Zum Vorsitzenden des Streikkomitees wird Lech Walesa gewählt. Aus dieser Bewegung entwickelt sich in den nächsten Tagen die "Unabhängige Selbstverwaltete Gewerkschaft Solidarität". (Im Bild: Lech Walesa. Vor ihm, mit Brille: Anna Walentynowicz.) Bildrechte: dpa

Sorben

Sowjetunion

Verlassenes Amra-Restaurant auf Stelzen
Abchasien galt in der Sowjetzeit als mondän und war bei den sowjetischen Touristen ein äußerst begehrtes Urlaubsziel. Doch das sollte sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion jäh ändern – davon zeugen heute die verfallenen Strandanlagen. Bildrechte: imago/ITAR-TASS
Blaues Warnschild am Newski Prospekt in St. Petersburg aus dem Zweiten Weltkrieg. Es informierte die Menschen, dass diese Straßenseite bei Artilleriebeschuss besonders gefährlich war.
Leningrad lag währen der Blockade aber auch regelmäßig unter Beschuss. Diese blauen Schilder, wie hier noch am bekannten Newski Prospekt erhalten geblieben, waren in vielen Teilen der Stadt angebracht. Darauf steht, dass die Straßenseite bei Artilleriebeschus besonders gefährlich ist. Bildrechte: MDR/Maxim Kireev

Ende eines Riesenreiches Der Zerfall der Sowjetunion

Sie war die sozialistische Supermacht: 22,5 Millionen Quadratkilometer, 290 Millionen Einwohner. Doch 1991 zerbricht das Riesenreich. Die Folgen: Kriege und Wirtschaftskrisen. Was geschah beim Zerfall der Sowjetunion?

Mai-Demonstration auf dem Roten Platz in Moskau 1983
In den 1980er-Jahren ist die Sowjetunion neben den USA unangefochten die zweite Supermacht der Welt. Doch die Führungsmacht des sozialistischen Lagers mit ihren knapp 290 Millionen Einwohnern steckt tief in der Krise. Auch die jährlichen Großdemonstrationen - wie hier zum 1. Mai 1983 in Moskau - können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Volkswirtschaft schrumpft und viele soziale Probleme nicht gelöst sind. Bildrechte: imago/ITAR-TASS
Mai-Demonstration auf dem Roten Platz in Moskau 1983
In den 1980er-Jahren ist die Sowjetunion neben den USA unangefochten die zweite Supermacht der Welt. Doch die Führungsmacht des sozialistischen Lagers mit ihren knapp 290 Millionen Einwohnern steckt tief in der Krise. Auch die jährlichen Großdemonstrationen - wie hier zum 1. Mai 1983 in Moskau - können nicht darüber hinweg täuschen, dass die Volkswirtschaft schrumpft und viele soziale Probleme nicht gelöst sind. Bildrechte: imago/ITAR-TASS
Sowjetische Soldaten in einem Gefecht gegen Mudschahedin am Salang Pass in Nord-Afghanistan 1986
Vor allem die 1979 unter dem damaligen KPdSU- und Staatschef Leonid Breschnew begonnene Intervention in Afghanistan offenbart sich als gewaltiges Fiasko. Der Krieg gegen die von den USA unterstützten islamischen Mudschahedin verschlingt Milliarden und kostet bis 1989 rund 15.000 sowjetischen Soldaten das Leben. Bildrechte: IMAGO
Michael Gorbatschow im Juli 1990 auf dem 28. KPdSU-Kongress
Nachdem zwischen 1982 und 1985 drei Staatschefs verstorben sind, wird im März 1985 der Reformkommunist Michail Gorbatschow zum neuen Generalsekretär der KPdSU und Staatschef der Sowjetunion gewählt. Der 54-Jährige tritt mit dem Versprechen an, den Afghanistan-Krieg zu beenden. Außerdem will er mit seiner Politik von "Glasnost" (Offenheit) und "Perestroika" (Umgestaltung) den Sozialismus und die Gesellschaft in der UdSSR reformieren. Bildrechte: IMAGO
Sowjetische Truppen ziehen auf einer Brücke über den Fluss Amu-Darya 1989 auf Afghanistan ab.
Gorbatschow hält Wort: Zwischen 1988 und 1989 werden alle sowjetischen Soldaten aus Afghanistan abgezogen. Am 15. Februar 1989 kehrt das letzte Bataillon über die Brücke, die den Grenzfluss Amu-Darja überspannt, in die Heimat zurück. Der Rückzug ändert aber nichts daran, dass der zehn Jahre dauernde Afghanistan-Krieg (1979-1989) und seine enormen Kosten das Ende der Sowjetunion eingeleitet haben. Bildrechte: IMAGO
Ausgelassen feiern die Berliner am 31. Dezember 1989 Silvester auf der Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor.
Auch sonst bricht Gorbatschow in Vielem mit der Politik seiner Vorgänger. So ersetzt er unter anderem die "Breschnew-Doktrin", die es der Sowjetunion gestatten, in anderen sozialistischen Ländern zu intervenieren, durch eine Politik der Nicht-Einmischung. Die später so genannte "Sinatra-Doktrin" ("I did it my way") ist ein wesentlicher Grund für den Erfolg der "Friedlichen Revolution" in der DDR samt dem Mauerfall 1989. Bildrechte: dpa
Freiheitskundgebung in Riga am 23. August 1991
Diese und andere Revolutionen in den Ostblock-Staaten tragen auch zum Zerfall der Sowjetunion bei. So erklären im Frühjahr 1990 die baltischen Republiken Litauen, Estland und Lettland ihre Unabhängigkeit. Der Versuch der sowjetischen Führung, den Abspaltungsprozess durch Interventionen zu verhindern, scheitert. Im August 1990 tritt auch Armenien, im April 1991 Georgien aus der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) aus. Bildrechte: IMAGO
Schützenpanzer der Putschisten in Moskau 1991
Gorbatschow, der seit März 1990 Staatspräsident der UdSSR ist, will den Zerfall der Sowjetunion durch deren Reorganisation als Konföderation ("Union Souveräner Staaten") verhindern. Einen Tag vor der Unterzeichnung des neuen Unionsvertrages, am 19. August 1991, putschen jedoch erzkonservative KPdSU-Funktionäre und Generale gegen Gorbatschow. Sie fürchten unter anderem, dass die Unionsrepubliken mit dem neuen Vertrag zu viel Macht erhalten. Bildrechte: IMAGO
Boris Jelzin während des August-Putsches 1991 in Moskau auf einem Panzer
Der Augustputsch scheitert jedoch am Widerstand der Bevölkerung und an der fehlenden Unterstützung durch die Masse der Streitkräfte. Zum Zentrum des Widerstandes wird das Regierungsgebäude der russischen Teilrepublik, das "Weiße Haus" in Moskau, wo deren Präsident Boris Jelzin am 19. August 1991 den Umsturzversuch auf einem Panzer stehend wirkungsvoll verurteilt. Am 21. August bricht der Putsch zusammen. Jelzin verbietet danach die KPdSU auf russischem Gebiet. Bildrechte: IMAGO
Karte der Sowjetunion mit abgespaltenen Republiken 1990/91
Nach dem Augustputsch 1991 ist das Auseinanderbrechen der Sowjetunion nicht mehr aufzuhalten: Hatten bis dahin bereits Litauen (11. März 1990), Estland (30. März 1990), Lettland (4. Mai 1990), Armenien (23. August 1990) und Georgien (9. April 1991) ihre Unabhängigkeit erklärt, folgen nun alle übrigen Sowjetrepubliken. So erklären nacheinander auch die Ukraine (24. August), Weißrussland (25. August), Moldawien (27. August), Kirgisistan (31. August), Usbekistan (1. September), Tadschikistan (9. September), Aserbaidschan (18. Oktober), Turkmenistan (27. Oktober), Russland (12. Dezember) und Kasachstan (16. Dezember 1991) ihre Unabhängigkeit. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Krawtschuk, Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew, Jelzin und Schuschkewitsch (v.l.n.r.) nach der Vertragsunterzeichnung in der kasachischen Hauptstadt Alma Ata.
Am 8. Dezember 1991 unterzeichnen die Präsidenten von Russland, der Ukraine und Weißrussland, Boris Jelzin, Leonid Krawtschuk und Stanislau Schuschkewitsch, den Vertrag von Minsk, der die Auflösung der Sowjetunion und die Gründung der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) festhält. Dies wird am 21. Dezember mit der sogenannten Alma-Ata-Erklärung durch zwölf der 15 Nachfolgestaaten der UdSSR bestätigt. Die drei baltischen Staaten Litauen, Estland und Lettland gehören nicht zu den Unterzeichnern. Bildrechte: dpa
UdSSR-Präsident Michael Gorbatschow auf dem 5. Kongress der Volksdeputierten September 1991
Der sowjetische Präsident Gorbatschow ist damit ein Präsident ohne Land. Vier Tage nach der Alma-Ata-Erklärung, am 25. Dezember 1991, tritt er von seinem Amt zurück. Seine Entmachtung war bereits nach dem Augustputsch eingeleitet worden, als Russlands Präsident Jelzin die KPdSU verboten hatte, deren Generalsekretär Gorbatschow ja war. Diese demütigende Machtdemonstration hat maßgeblich den Abspaltungsprozess der übrigen Sowjetrepubliken beschleunigt. Bildrechte: IMAGO
Armenische Soldaten im Kampf um Berg-Karabach 1993
Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion brechen zahlreiche bewaffnete Konflikte auf. Bereits 1988 kommt es zu blutigen Auseinandersetzungen um die überwiegend von Armeniern bewohnte und zu Aserbaidschan gehörende Region Bergkarabach, die 1991 ihre Unabhängigkeit erklärt. 1992 weitet sich der Konflikt zum offenen Krieg aus, in den 1993 auch die armenische Armee eingreift. In dem Krieg, der 1994 durch ein Waffenstillstandsabkommen ausgesetzt wird, sterben bis zu 50.000 Menschen, über eine Million werden vertrieben. Bildrechte: IMAGO
Russische Soldaten auf Schützenpanzerwagen im Tschetschenien-Krieg 1999
Die mit Abstand blutigsten Konflikte im Zuge des Zerfalls der Sowjetunion sind die beiden Kriege um die russische Teilrepublik Tschetschenien, die 1991 ihre Unabhängigkeit von Russland erklärt. Dabei sterben zwischen 1994 und 1996 mindestens 80.000 und zwischen 1999 und 2009 nochmals bis zu 80.000 Menschen. Anlass des zweiten Tschetschenien-Krieges sind Anschläge tschetschenischer Terroristen in Russland. Der Terroristen-Anführer Schamil Bassajew und der nicht anerkannte Präsident Aslan Maschadow werden getötet. Bildrechte: IMAGO
Eine Frau steht in einem leeren Lebensmittelladen in Zaoksky in Russland, 1991.
Die Auflösung der Sowjetunion und der damit einhergehende Zusammenbruch der staatlichen Planwirtschaft haben auch verheerende Folgen für die Produktion in Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Das Bruttoinlandprodukt in Russland fällt bis 1996 um 40 Prozent. Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und anderen Waren kommt fast zum erliegen. In Lebensmittelgeschäften wie hier im russischen Zaoksky stehen die Menschen vor leeren Regalen. Bildrechte: IMAGO
Straßenmarkt in Moskau 1992
Private Märkte wie hier in Moskau übernehmen im ganzen Land die Funktion der nicht mehr funktionierenden staatlichen Handelsorganisationen. Zahlreiche Menschen sind gezwungen, quasi das "letzte Hemd" zu verkaufen, um sich und ihre Familien über Wasser zu halten. Auch die Schwarzmärkte blühen. Viele Russen werden in dieser Zeit bettelarm, andere werden steinreich. In Kirgisistan gelten 1993 rund 75 Prozent der Menschen als arm. Bildrechte: IMAGO
Demonstration der russischen Opposition 1992 in Moskau
Gegen die grassierende Armut, die Korruption und den Zerfall der staatlichen Macht regt sich in Russland landesweiter Protest. Vor allem die Kommunisten bringen noch immer zahlreiche Anhänger auf die Straße, wie eine Demonstration der Opposition 1992 in Moskau erahnen lässt. Bildrechte: IMAGO
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15. Oktober 1990 - Gorbatschow erhält Friedensnobelpreis Michail Gorbatschow - Ein Leben in Bildern

Er wurde als Held gefeiert, der den Mauerfall einleitete. Vor 28 Jahren erhielt Michail Gorbatschow den Friedensnobelpreis wegen seiner Rolle im Friedensprozess zwischen West und Ost.

Michail Gorbatschow bei der Eröffnung der vom 28. Juni - 1. Juli 1988 tagenden Parteikonferenz der Kommunistischen Partei in Moskau.
Michail Gorbatschow - über sechs Jahre lang mächtigster Mann der Kommunistischen Partei (KPdSU) - hatte Ende der 1980er-Jahre eine Vision: Er wollte das riesige sowjetische Imperium erneuern. Bei einem Parteikongress in Moskau 1988 warb er für Reformen und für den grundlegenden Umbau seines Landes. Bildrechte: dpa
Bruderkuss zwischen Michail Gorbatschow und Erich Honecker
Der KPdSU-Chef erntete für seine kühnen Pläne viel Kritik. Auch der Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, hielt von Gorbatschows Reformkurs nur wenig. Im Oktober 1989 lud er den Chef des sowjetischen Bruderlandes nach Ost-Berlin, um von ihm Rückendeckung bei den Feiern zum 40. Jahrestag des DDR-Bestehens zu erhalten. Honecker stand zu diesem Zeitpunkt bereits unter gehörigem Druck: Seine Bürger flohen scharenweise in den Westen. Bildrechte: dpa
US-Präsident Ronald Reagan (r) und der sowjetische Parteichef Michail Gorbatschow
Gorbatschow trieb nicht nur politische Reformen voran, sondern auch die weltweite Abrüstung - wenngleich der Kalte Krieg zwischen den Machtblöcken in seiner Amtszeit gerade auf dem Höhepunkt war. Von 1985 an trafen sich Gorbatschow und US-Präsident Ronald Reagan regelmäßig. Nach Gorbatschows Worten hielt er Reagan zunächst für einen "echten Dinosaurier" und dieser ihn für einen "starrköpfigen Bolschewiken". Dank des Dialogs handelten sie Ende 1987 den sogenannten INF-Vertrag aus: Er sieht den Abbau aller atomarer Mittelstreckenwaffen vor. Bildrechte: dpa
Mihail Gorbatschow und Wladimir Putin (Archivbild vom 21. Dezember 2004)
Gorbatschow ist kein Freund des aktuellen Kremlchefs Wladimir Putin (rechts). Immer wieder hatte er ihm in den vergangenen Jahren Demokratiedefizite und Korruption vorgeworfen. Doch in der Krim-Frage unterstütze er Putins Vorgehen und die Wiedervereinigung der Halbinsel mit Russland. Im Ukraine-Konflikt tadelte Gorbatschow den Westen für seine Sanktionspolitik gegen den Kreml. Bildrechte: dpa
Michail Gorbatschow bei der Eröffnung der vom 28. Juni - 1. Juli 1988 tagenden Parteikonferenz der Kommunistischen Partei in Moskau.
Michail Gorbatschow - über sechs Jahre lang mächtigster Mann der Kommunistischen Partei (KPdSU) - hatte Ende der 1980er-Jahre eine Vision: Er wollte das riesige sowjetische Imperium erneuern. Bei einem Parteikongress in Moskau 1988 warb er für Reformen und für den grundlegenden Umbau seines Landes. Bildrechte: dpa
Michail Gorbatschow, 1985
Perestroika (Umgestaltung) und Glasnost (Offenheit) - zwei Begriffe, die der im März 1931 in Südrussland geborene Gorbatschow mit Leben erfüllte, wie kein anderer Politiker des ausgedehnten Landes. Der studierte Jurist und Agraringenieur hatte die Vorstellung von einer modernen Sowjetunion. Er wollte verlustreiche Unternehmen schließen, die Korruption eindämmen und mit einer Politik der Transparenz und Offenheit das verkrustete politische System erneuern. Bildrechte: imago/Sven Simon
Die Ehrentribüne auf der Karl-Marx-Allee während der Militärparade am 7. Oktober 1989 in Ost-Berlin, u.a. mit Michail Gorbatschow und Erich Honecker
Zwar absolvierte Gorbatschow das übliche Pflichtprogramm. Doch nutzte er den DDR-Besuch auch, um dem SED-Politbüro eines deutlich zu machen: "Wenn wir zurückbleiben, bestraft uns das Leben sofort". Journalisten machten daraus: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben" - ein geflügeltes Wort, das man seither mit Gorbatschow verbindet. Bildrechte: dpa
Demonstranten ziehen am 23.10.1989 durch das Zentrum von Leipzig und fordern Reformen und Veränderungen in der politischen Situation in Ost-Deutschland
Wenige Tage nach dem Gorbatschow-Besuch forderten Bürger in der Innenstadt von Leipzig Reformen und Veränderungen. Vor dem Konsument-Warenhaus hielten sie Ende Oktober 1989 ein Gorbatschow-Foto in die Höhe. Für viele Ostdeutsche ist "Gorbi", wie sie den sowjetischen Staatschef warmherzig nennen, ein großer Hoffnungsträger. Perestroika und Glasnost wünschten sie sich auch für die DDR. Bildrechte: dpa
US-Präsident Ronald Reagan während seiner Rede vor der Berliner Mauer am Brandenburger Tor am 12.06.1987.
US-Präsident Reagan war es auch, der im Sommer 1987 auf Westberliner Seite vor dem Brandenburger Tor an den sowjetischen Staatschef Gorbatschow appellierte: "Wenn Sie die Liberalisierung wollen, dann kommen Sie hierher zu diesem Tor. ... Herr Gorbatschow, reißen Sie die Mauer nieder!" Damals war es unvorstellbar, dass ... Bildrechte: dpa
Ausgelassen feiern die Berliner am 31. Dezember 1989 Silvester auf der Berliner Mauer vor dem Brandenburger Tor.
... bis zum Jahreswechsel 1989/1990 der DDR-Staatschef Honecker gestürzt und die Berliner Mauer fallen würde. Gorbatschow hatte dafür im Vorfeld eine wichtige Bedingung geschaffen: Ende der 1980er-Jahre sagte er sich von der Breschnew-Doktrin los, mit der sich die Sowjetunion ein Interventionsrecht gesichert hatte, falls in einem der Bruderländer der Sozialismus bedroht sein sollte. Das Ende der Doktrin führte zu einer Reihe von friedlichen Revolutionen in Osteuropa. Bildrechte: dpa
Michail Gorbatschow und Bundeskanzler Helmut Kohl beim Austausch der Urkunden, 1989
Noch vor dem Mauerfall stattete Gorbatschow im Somer 1989 dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl einen Besuch ab. Die westdeutschen Medien feierten ihn zu diesem Zeitpunkt als Superstar. Als die Mauer fällt, wird Gorbatschow zum Helden erklärt, der die friedliche Einheit des Landes ermöglicht hatte. Ein Jahr später, am 15. Oktober 1990, wurde bekanntgegeben, dass er für seine Rolle im Friedensprozess mit dem Nobelpreis geehrt wird. Bildrechte: dpa
Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow und Bundeskanzler Helmut Kohl unterhalten sich am 15.07.1990 an einem rustikalen Arbeitstisch im Garten von Gorbatschows Gästehaus in Archiz
Im Juli 1990 lud Gorbatschow den damaligen Kanzler Kohl (rechts in Strickjacke) und den damaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher auf sein Datscha-Grundstück im kaukasischen Ort Archys. Dort wurde Zeitgeschichte geschrieben: Die Männer berieten acht Monate nach dem Fall der Mauer über den sowjetischen Truppenabzug aus Ostdeutschland. Dass Gorbatschow auch einer gesamtdeutschen Nato-Mitgliedschaft zustimmte, belohnte Bonn mit einer finanziellen Unterstützung der Sowjetunion, die zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich schwer angeschlagen ist. Bildrechte: dpa
Der russische Wirtschaftswissenschaftler und Reform-Politiker, Moskauer Oberbürgermeister von 1991-1992, Gawriil Popow (l), mit dem sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow.
Für Gorbatschow, hier rechts im Bild, war 1990 ein äußerst ereignisreiches Jahr: Der damals 59-Jährige wurde im März 1990 zum Staatspräsidenten der Sowjetunion bestimmt - bei den ersten freien Wahlen im Land. Wenig später kündigte er in seinem Land den "kontrollierten Übergang" zur Marktwirtschaft an. Am 16. Oktober 1990 verkündet das Nobelkomitee die Vergabe des Friedensnobelpreises an Gorbatschow - für seine Rolle im weltweiten Friedensprozess und bei der friedlichen deutschen Wiedervereinigung. Mit seinem Land ging es jedoch immer mehr wirtschaftlich bergab. Es steckte in einer existenziellen Krise. Bildrechte: dpa
Der russische Präsident Boris Jelzin (3.v.l.) spricht mit geballter Faust, auf einem Panzer stehend, am 19.08.1991 vor dem russischen Regierungsgebäude in Moskau zur versammelten Menschenmenge und ruft zum Generalstreik auf.
Gorbatschow, der angetreten war, das Sowjet-Imperium zu reformieren und die zentralistischen Zügel zu lockern, konnte das Riesenreich nicht mehr zusammenhalten. Im Sommer 1991 putschten reaktionäre Kräfte gegen den Sowjetchef. Der Augustaufstand, der die Welt in Atem hielt, scheiterte - auch weil sich der Staatschef der sowjetischen Teilrepublik Boris Jelzin (links, mit geballter Faust) der putschenden Clique aus kommunistischen Hardlinern entgegenstellte. Jelzin ging gestärkt aus der Aktion hervor, Gorbatschow hingegen war stark geschwächt. Bildrechte: dpa
Boris Jelzin und Michail Gorbatschow, 1991
Jelzin (links) nutzte die Gunst der Stunde und schaffte Fakten: Im Dezember 1991 schlossen sich die Teilrepubliken Russland, Ukraine und Weißrussland zu einem Bund zusammen: die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) war geboren, die Sowjetunion war Geschichte. Gorbatschow trat Ende 1991 als letzter Präsident des Landes zurück. Der neue starke Mann im Kreml war nun Jelzin. Bildrechte: IMAGO
TV-Moderator Thomas Gottschalk mit seinen Gästen Raissa und Michail Gorbatschow
Das Bild zeigt Gorbatschow mit seiner Frau Raissa im Dezember 1996 im Studio der damaligen Gottschalk-Sendung "Wetten das ...?". Seine Ehefrau war Gorbatschow Gefährtin und Ratgeberin zugleich. 1999 starb sie in Münster, wo sie wegen Leukämie behandelt worden war. Bildrechte: dpa
Michail Gorbatschow
Auch in seinem autobiografischen Buch "Das neue Russland" rechnete Gorbatschow 2015 mit dem Westen ab und wies ihm die Schuld an den neuen geopolitischen Spannungen zu. So sei es höchste Zeit, dass der Westen verstehe, dass jeder Druck auf Russland nichts außer Schaden bringe. Statt Konfrontation müsse Europa auf Dialog setzen. Bildrechte: dpa
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Bruderkuss zwischen Michail Gorbatschow und Erich Honecker
Der KPdSU-Chef erntete für seine kühnen Pläne viel Kritik. Auch der Staatsratsvorsitzende der DDR, Erich Honecker, hielt von Gorbatschows Reformkurs nur wenig. Im Oktober 1989 lud er den Chef des sowjetischen Bruderlandes nach Ost-Berlin, um von ihm Rückendeckung bei den Feiern zum 40. Jahrestag des DDR-Bestehens zu erhalten. Honecker stand zu diesem Zeitpunkt bereits unter gehörigem Druck: Seine Bürger flohen scharenweise in den Westen. Bildrechte: dpa

Soziales und Sozialpolitik

Osteuropa

Eine Frau liest mit einem Jungen in einem Buch 3 min
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Osteuropa

Russische Duma diskutiert über Rentenreform
Um die Russen milde zu stimmen, hat die Putin-nahe Partei "Einiges Russland" einen Gesetzentwurf in die Duma eingebracht. Er sieht vor, Geld, das im Zuge von Korruptions- Ermittlungen eingenommen wurde, in den Rentenfonds umzuleiten. Bildrechte: IMAGO
Mutter mit Kind am Wasser. 6 min
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Soziale Medien

Osteuropa

VKontakte wird neue Heimat für rechte Gruppen 2 min
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Moderatorin vor Grafikhintergrund. 9 min
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Ein junger Mann mit dem Schriftzug "#erhasht". 3 min
Bildrechte: mdr

Spiele und Spielzeug

Geschichte

Monopoly
Dieses "Monopoly"-Spiel wurde 1987 von einer 15- und einer 11-jährigen Schülerin aus dem Erzgebirge nachgebaut. Als Vorlage diente ihnen ein ebenfalls nachgebautes Spiel. Ein originales "Monopoly" hatten die beiden Schülerinnen nie gesehen. Der liebevoll bemalte Karton war ursprünglich… Bildrechte: MDR/Conrad Weigert
Screenshot eines Videospiels 3 min
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Spielfilme

Flugabsturz einer polnischen Tu-154 im russischen Smolensk nahe des Flughafens. An Bord der Maschine saßen am 11. April 2010 der polnische Präsident Lech Kaczynski und zahlreiche andere Regierungsmitglieder. 5 min
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Di 06.09.2016 10:22Uhr 04:42 min

https://www.mdr.de/heute-im-osten/video-44770.html

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Video

Sport

Stalin, Josef

Strand

Urlaubsparadies für DDR-Bürger 1 min
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Grenze Boltenhagen 1 min
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Straßen

Serpentinenartige Transfogarascher Hochgebirgsstraße
Transfogarascher Hochstraße, Rumänien Die Redakteure des BBC-Automagazins "Top Gear" nannten die rumänische Transfogarascher Hochstraße in einer Sendung von 2009 die "schönste Straße der Welt". Viel Lob für die 92 Kilometer lange spektakuläre Hochgebirgsstraße, die über das siebenbürgische Fogarasch-Gebirge führt und die Diktator Nicolae Ceausescu bauen ließ. In einer Rekordzeit von vier Jahren (1970 bis 1974) wurden drei Millionen Tonnen Stein bewegt – mithilfe von 6.500 Tonnen TNT. 40 Menschen sollen bei den Bauarbeiten gestorben sein. Mit der Straße gab es erstmals eine direkte Verbindung zwischen dem nördlichen Siebenbürgen und dem walachischen Süden. Ceausescu hatte strategische Gründe dafür: Er wollte gegen eine mögliche Invasion sowjetischer Truppen gewappnet sein, nachdem sich Rumänien geweigert hatte, am Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei zu beteiligen. Die Invasion der Sowjets blieb aus, damit änderten sich auch die Pläne für die Straße. Bildrechte: MDR/Annett Müller

Spektakuläre Straßen in Osteuropa

Ob an der kroatischen Adria, in Siebenbürgen oder in den Weiten Russlands: Auf den Straßen Osteuropas unterwegs zu sein lohnt sich. Unglaubliche Aussichten sind garantiert, neue Perspektiven nicht ausgeschlossen.

Grüne Berge und Meer.
Makarska Riviera, Kroatien Oben, an den Hängen des massiven Biokovo-Gebirges, windet sich eine schmale Straße entlang. Sie misst 45 Kilometer und verbindet die dalmatinischen Adriastädtchen Brela und Gradac. Oben die sandfarbenen Erhebungen des Gebirges, an die sich winzige mittelalterliche Dörfer schmiegen, tief unten und soweit das Auge reicht – die Adria mit ihren Inseln. Nirgendwo im Mittelmeer soll das Wasser blauer und klarer sein als hier – an der Makarska Riviera. Und die schmale Straße, die an ihr entlang führt, gilt als eine der schönsten Routen der Welt. Bildrechte: IMAGO
Grüne Berge und Meer.
Makarska Riviera, Kroatien Oben, an den Hängen des massiven Biokovo-Gebirges, windet sich eine schmale Straße entlang. Sie misst 45 Kilometer und verbindet die dalmatinischen Adriastädtchen Brela und Gradac. Oben die sandfarbenen Erhebungen des Gebirges, an die sich winzige mittelalterliche Dörfer schmiegen, tief unten und soweit das Auge reicht – die Adria mit ihren Inseln. Nirgendwo im Mittelmeer soll das Wasser blauer und klarer sein als hier – an der Makarska Riviera. Und die schmale Straße, die an ihr entlang führt, gilt als eine der schönsten Routen der Welt. Bildrechte: IMAGO
Brsec an der Opatija Riviera
Opatija Riviera, Kroatien Auf einem knapp zweihundert Meter hohen Felsen hoch über dem Meer thront das mittelalterliche Städtchen Brseč. Der Blick reicht bis hinüber auf die Inseln Cres und Krk und selbst die knapp 50 Kilometer entfernte Stadt Rijeka ist noch gut auszumachen. Brseč ist gleichzeitig der höchstgelegene Punkt an der Opatija Riviera. Von hier führt die schmale, von Pinien und Zypressen gesäumte Panoramastraße noch einige Kilometer oben, auf den Ausläufern des Učka-Gebirges entlang, ehe sie sich hinunterschlängelt an die Küste. Sie passiert einige zwischen Meer und Gebirge gezwängte Fischerdörfer und Städtchen, ehe sie in Opatija ihr Ende findet. Bildrechte: IMAGO
Blick auf den kroatischen Ferienort Opatija an der Adriaküste.
Opatija Opatija ist Kroatiens ältestes Seebad, das wegen seines milden Klimas bereits im 19. Jahrhundert ein beliebter Erholungsort war. Auf der Gästeliste des Städtchens: Anton Tschechow, James Joyce, Isidora Duncan, Gustav Mahler, Giacomo Puccini, Franz Lehar... In großen Gärten am Meer stehen prachtvolle Villen, am Lido hochherrschaftliche Hotels aus der Belle Époque. Und überall eine üppige subtropische Pflanzenpracht: Mammutbäume, Magnolien, Palmen, Kamelien, Bananen. Opatija erinnert an Zeiten, als das Wort Tourismus noch gänzlich ohne den Zusatz "Massen" auskam. Bildrechte: IMAGO
Ein überfüllter Viehtransporter parkt am Straßenrand- in der Bucht von Kotor in Montenegro
Jadranska Magistrala, Montenegro "Als unser Planet entstand, muss sich die schönste Begegnung zwischen Meer und Land an der montenegrinischen Küste zugetragen haben", schrieb der englische Dichter Lord Byron in sein Reisetagebuch, als er vor etwa 100 Jahren die Bucht von Kotor sah: Schroffe, teils über 200 Meter hohe Felsen, die steil ins Meer hinabfallen. Durch diese Landschaft, hoch oben, auf den Felsen, windet sich eine Straße, die Jadranska Magistrala, zu Deutsch: die Adria Magistrale. Es ist eine enge, kurvenreiche Straße, die von Olivenbäumen, Zypressen und Pinien gesäumt ist und den Blick freigibt auf das ungeheure Blau des adriatischen Meers. Freilich: Die Straße ist gefährlich. Momente der Unachtsamkeit führen hier stets zu schwersten Unfällen. Bildrechte: IMAGO
Ein Verkehrszeichen an einer Straße über den zugefrorenen Baikalsee
Straße nach Olchon, Russland Olchon ist die größte und einzige bewohnte Insel im Baikalsee. Sie ist etwa 70 Kilometer lang und 12 Kilometer breit und wird von knapp 1.700 Menschen bewohnt. Im Sommer verkehren alle paar Stunden Fähren vom Festland auf die Insel, im Winter wird hingegen eine offizielle Straße eingerichtet. Eine Winterstraße. Sie ist knapp fünf Kilometer lang und führt geradenwegs über den zugefrorenen Baikalsee. Es sind Straßenschilder aufgestellt und auch der Winterdienst funktioniert – jeden Tag wird der Schnee von der Eispiste geräumt. Erlaubt sind übrigens nur etwa 50 km/h auf der Straße nach Olchon und der Sicherheitsabstand muss 200 Meter betragen. Kontrollen soll es freilich noch kaum gegeben haben ... Bildrechte: IMAGO
Straße mit Straßenschild am Baikalsee
Transsibirische Magistrale, Russland Wer mit dem Auto oder dem Motorrad von Moskau nach Wladiwostok fahren will, reist auf der Transsibirischen Straße. Mit mehr als 9.100 Kilometern ist sie eine der längsten Autopisten der Welt. Dass man vom europäischen Teil Russlands bis in den fernen Osten nun überhaupt einigermaßen bequem fahren kann, ist erst dank eines Lückenschlusses möglich. 2010 wurde die mehr als 2.000 Kilometer lange Strecke (R297) zwischen Tschita und Chabarowsk fertiggestellt. Bildrechte: IMAGO
Serpentinenartige Transfogarascher Hochgebirgsstraße
Transfogarascher Hochstraße, Rumänien Die Redakteure des BBC-Automagazins "Top Gear" nannten die rumänische Transfogarascher Hochstraße in einer Sendung von 2009 die "schönste Straße der Welt". Viel Lob für die 92 Kilometer lange spektakuläre Hochgebirgsstraße, die über das siebenbürgische Fogarasch-Gebirge führt und die Diktator Nicolae Ceausescu bauen ließ. In einer Rekordzeit von vier Jahren (1970 bis 1974) wurden drei Millionen Tonnen Stein bewegt – mithilfe von 6.500 Tonnen TNT. 40 Menschen sollen bei den Bauarbeiten gestorben sein.

Mit der Straße gab es erstmals eine direkte Verbindung zwischen dem nördlichen Siebenbürgen und dem walachischen Süden. Ceausescu hatte strategische Gründe dafür: Er wollte gegen eine mögliche Invasion sowjetischer Truppen gewappnet sein, nachdem sich Rumänien geweigert hatte, am Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei zu beteiligen. Die Invasion der Sowjets blieb aus, damit änderten sich auch die Pläne für die Straße.
Bildrechte: MDR/Annett Müller
Gletschersee Balea Lac, der an der Transfogarascher Hochstraße auf einer Höhe von über 2.000 Metern liegt und als Touristenattraktion in Rumänien gilt.
In den 1980er-Jahren träumte der rumänische Diktator von einem riesigen Wintersportgebiet an der Strecke – mit Skiliften, Rodelbahnen und Hotels, nur hatte Ceausescu nicht das Geld dafür. Heute ist die Alpinstraße, die bis auf eine Höhe von 2.042 Metern reicht, dennoch eine Touristenattraktion. An der Strecke liegt der Gletschersee Balea Lac, der täglich Hunderte Besucher anzieht. Zugleich gibt es zahlreiche Wanderwege ins Fogarasch-Gebirge. Doch die Transfogarascher Hochstraße ist lediglich vier Monate pro Jahr für den Verkehr geöffnet: Denn so schön sie ist, so gefährlich ist die Alpinstraße. Bei schlechter Witterung drohen dort Lawinen, Steinschläge und Erdrutsche. Bildrechte: MDR/Annett Müller
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Rücksicht kommt an 4 min
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Mit dem Fall der Mauer ist auf den Straßen und Autobahnen plötzlich viel mehr los. Das birgt viele Gefahren - sehen Sie eine Ratgebersendung für Fahrer von "hüben und drüben".

MDR FERNSEHEN Fr 17.07.1992 20:03Uhr 04:09 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video143892.html

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Tannenbäume wurden in Schlaglöcher gepflanzt 1 min
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Die originellste Art, auf die kaputten Straßen nach dem Winter hinzuweisen, fand man im Erzgebirge: Dort pflanzten findige Bürger über Nacht kleine Fichten in Schlaglöcher.

MDR FERNSEHEN So 30.12.2012 17:15Uhr 01:00 min

https://www.mdr.de/zeitreise/stoebern/damals/video96838.html

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Streik

Grafiken "Wer beherrscht den Osten?" + Video
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Claus Weselsky 1 min
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lachender Wismut-Kumpel mit Bierflasche 2 min
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