Der Überläufer Ex-KGB-General Kalugin

Oleg Kalugin war bis 1990 ein hochrangiger General des sowjetischen Geheimdienstes KGB, für den er seit 1959 arbeitete. Er machte eine steile Karriere: Bereits in den Sechziger Jahren leitete Kalugin das Büro des KGB in der sowjetischen Botschaft in Washington DC. Bereits ab 1974 – im Alter von nur 40 Jahren – wurde Kalugin in den Rang eines Generals erhoben und mit der Leitung der Abteilung für Gegenspionage des KGB betraut: Kalugin rekrutierte in westlichen Sicherheitsdiensten Agenten, die den Sowjets brisante Informationen zuspielten. Oleg Kalugin ist ein Karrierist, der sich in der Hierarchie des sowjetischen Geheimdienstes bis nach ganz oben arbeitete.

Vom Saulus zum Paulus

Als die Sowjetunion mit dem Fall des Eisernen Vorhangs begann auseinanderzubrechen, übte ausgerechnet Oleg Kalugin Systemkritik und sprach offen über die Vergangenheit des Geheimdienstes. Er gabt unter anderem zu, dass der KGB in den "Regenschirmmord" an dem bulgarischen Journalisten Georgi Markov verwickelt war.

Kalugin wechselt die Seiten

1995 wechselte Oleg Kalugin endgültig die Seiten: Er emigrieret in die USA, hielt Vorträge und verfasste Bücher über seine Geheimdiensttätigkeit. In Russland wurden ihm wegen Geheimnisverrats seine militärischen Ränge aberkannt. 2002 wurde der Ex-General in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt: Das Gericht befand, Kalugin habe bereits während des Kalten Krieges Informationen an die USA verraten. Ins Gefängnis ging Kalugin jedoch nie: Seit 2003 ist er US-amerikanischer Staatsbürger.