Der Traum eines Präsidenten Kasachstans Hauptstadt umbenannt: Aus Astana wird Nursultan

Die kasachische Hauptstadt Astana wird umbenannt in Nursultan. Dieser Schritt scheint nur konsequent, war es doch der kürzlich zurückgetretene Langzeitpräsident Nursultan Nasarbajew, der die Stadt nach seinen Vorstellungen aus der kasachischen Steppe stampfen ließ.

Präsidentenpalast in Astana , Kasachstan.
Als Langzeitpräsident Nursultan Nasarbajew 1991 an die Macht kam, hatte er einen Traum. Er wollte eine eigene Hauptstadt haben. Sechs Jahre dauerte es, dann zog die Regierung von der alten Hauptstadt Almaty ins 1.200 Kilometer entfernte Astana. Eine Retortenstadt mitten in der kasachischen Steppe, in der am Anfang nicht viel mehr stand als der Präsidentenpalast. Bildrechte: imago/photothek
Präsidentenpalast in Astana , Kasachstan.
Als Langzeitpräsident Nursultan Nasarbajew 1991 an die Macht kam, hatte er einen Traum. Er wollte eine eigene Hauptstadt haben. Sechs Jahre dauerte es, dann zog die Regierung von der alten Hauptstadt Almaty ins 1.200 Kilometer entfernte Astana. Eine Retortenstadt mitten in der kasachischen Steppe, in der am Anfang nicht viel mehr stand als der Präsidentenpalast. Bildrechte: imago/photothek
Der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew äußert sich ei einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast in Astana (Kasachstan).
Auch die Namensgebung mutete ein wenig schlicht an. "Astana" ist nämlich kasachisch und heißt übersetzt "Hauptstadt". Das ändert sich nun. Nach dem Rücktritt von Nasarbajew hat dessen Nachfolger, Kassym-Schomart Tokajew, als erste Amtshandlung angeordnet, "Astana" in "Nursultan" umzubenennen. Das entsprechende Dekret hat er am 23. März 2019 unterschrieben. Bildrechte: dpa
Kasachstans Hauptstadt Astana / Nursultan
Die Umbenennung passt ins Konzept. Schließlich heißt die Universität der Stadt "Nasarbajew", und das Wahrzeichen der Stadt, der 97 Meter hohe Bajterek-Turm, ist angeblich ein Entwurf des Präsidenten. Er symbolisiert einen Baum, auf dessen Krone der kasachische heilige Vogel Samruk ein goldenes Ei abgelegt hat. Bildrechte: imago/robertharding
Kasachstans Hauptstadt Astana / Nursultan
Und im Inneren dieses Eis hat Nursultan Nasarbajew persönlich seinen goldenen Handabdruck hinterlassen. Besucher können ihre Hand in die des Landesvaters legen, das bringt Glück, so der Glaube. Gleichzeitig wird die Nationalhymne des Landes abgespielt. Auch die hat Nasarbajew komponiert, heißt es. Bildrechte: imago/robertharding
Palast des Friedens und der Versöhnung  - Pyramide von Sir Norman Foster in Astana.
Für seine Vision von einer maßgeschneiderten Hauptstadt hat Nasarbajew Star-Architekten aus aller Welt eingekauft. Kasachstan ist reich an Öl, wirtschaftlich geht es dem Land gut. Also konnte man es sich leisten, Sir Norman Foster für den Bau einer "Pyramide des Friedens und der Eintracht" einzuspannen, die dem Louvre in Paris verblüffend ähnlich sieht. Bildrechte: imago/robertharding
Kasachstans Hauptstadt Astana / Nursultan
Auch das Vergnügungszentrum "Khan Shatyr" stammt aus Fosters Feder, ist jedoch eine ganz einzigartige Kreation. Übersetzt heißt der Bau "königliches Zelt" und soll an eine Jurte erinnern, in der die Kasachen jahrhundertelang gelebt haben, während sie als Nomaden mit ihren Pferden durch ihr riesiges Land zogen. Im Khan Shatyr befindet sich eine tropische Landschaft mit Wellenbad und Sand von den Malediven. Bildrechte: IMAGO
Blick auf den Grünen Boulevard mit dem Wahrzeichen der Stadt Astana, dem Bajterek - Turm.
Es scheint, als sei für die Hauptstadt nichts zu pompös, nichts zu teuer gewesen. Die beiden goldenen Türme dienen diversen Staatsunternehmen als Sitz. Von den Kasachen werden sie liebevoll "Bierdosen" genannt. Bildrechte: imago/photothek
Kasachstans Hauptstadt Astana / Nursultan
Wer durch Astana, künftig Nursultan, streift, wird häufiger den Eindruck haben, bestimmte Gebäude schon einmal irgendwo auf der Welt gesehen zu haben. Das ist beim Opernhaus der Stadt so. Bildrechte: IMAGO
Triumph von Astana, ein Wohngebäude in der Hauptstadt Kasachstans.
Das trifft aber auch auf dieses Wohnhaus zu, das die achte Schwester der Stalin-Bauten in Moskau sein könnte. Astana war anfangs bei den Kasachen sehr unbeliebt. Viele Regierungsmitarbeiter mussten quasi zwangsumgesiedelt werden vom grünen, klimatisch angenehmen Almaty ins karge Astana, durch das der eiskalte Steppenwind fegt. Doch die Stadt wächst rasant. Mittlerweile leben mehr als eine Million Menschen hier. Bildrechte: imago/photothek
Shabyt Palast der Künste und Palast der Unabhängigkeit in Astana.
Für viele war Astana anfangs auch deshalb so unattraktiv, weil es außer dem Besichtigen von Shopping-Malls nicht viel zu tun gab in der Freizeit. Doch auch dafür hat Nasarbajew mittlerweile gesorgt. Der Shabyt Kunst Palast (li.) ist ein Kreativzentrum für alle Arten von Kunst. Seine Form soll an die Linse einer Kamera erinnern. Bildrechte: imago/robertharding
Kasachstans Hauptstadt Astana / Nursultan
Und auch für das seelische Wohl ist gesorgt. Die "Nur-Astana-Moschee" ist die größte in Zentralasien und bietet Platz für 5.000 Gläubige. Bezahlt wurde sie übrigens von Katar. (Über dieses Thema berichtete der MDR auch im Hörfunk: MDR aktuell, 20.03.2019, 10:30 Uhr) Bildrechte: IMAGO
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