Saudi-Arabien fördert Islamismus im Kosovo

Kosovo, Kfor
Gewissermaßen unter den Augen der Kfor würde sich der Kosovo zu einem islamistischen Zentrum auf dem Balkan entwickeln, heißt es in der Linke-Bundestagsfraktion. Die Kfor (Kosovo Force) ist eine multinationale militärische Formation, der es obliegt, für Sicherheit und Ordnung im Kosovo zu sorgen. Die Kfor war nach dem Ende des Kosovo-Krieges 1999 aufgestellt worden. Hilflos würde sie jetzt zusehen, wie Saudi-Arabien massiv Einfluss in der Region nimmt. Bildrechte: IMAGO
Kosovo, Kfor
Gewissermaßen unter den Augen der Kfor würde sich der Kosovo zu einem islamistischen Zentrum auf dem Balkan entwickeln, heißt es in der Linke-Bundestagsfraktion. Die Kfor (Kosovo Force) ist eine multinationale militärische Formation, der es obliegt, für Sicherheit und Ordnung im Kosovo zu sorgen. Die Kfor war nach dem Ende des Kosovo-Krieges 1999 aufgestellt worden. Hilflos würde sie jetzt zusehen, wie Saudi-Arabien massiv Einfluss in der Region nimmt. Bildrechte: IMAGO
Menschen auf einer Straße in Pristina.
Dabei hat im Kosovo der Islam nie eine zentrale beziehungsweise tatsächlich beherschende Rolle gespielt. Das Kosovo war und ist ein eher säkularer Staat. Versuche, die kleinen islamischen Gemeinden im Kosovo zu stärken, gibt es freilich schon lange, spätestens seit dem Ende des Kosovo-Krieges 1999. Vor allem Saudi-Arabien versuchte Einfluss zu nehmen. (Bild: Straße im Zentrum von Pristina.) Bildrechte: IMAGO
Eine Moschee ist mitten in der Landschaft zu sehen
Staatliche und halbstaatliche Institutionen Saudi-Arabiens, Nichtregierungsorganisationen oder auch Privatleute finanzierten die Restaurierung oder den Neubau von Moscheen im Kosovo, förderten die Ausbildung der Imame und unterstützten die Gemeinden. Aus Saudi-Arabien kamen aber auch Prediger in das Kosovo und warben für die wahhabitische Interpretation des Islam, die in Saudi-Arabien praktiziert wird. (Bild: Restaurierte Moschee in der Nähe von Pristina.) Bildrechte: dpa
Moschee in Mitrovica - Kosovo
Seit einigen Jahren aber verstärkt Saudi-Arabiens sein Engagement im Kosovo noch einmal zusehends. Und der kosovarische Staat ist zu schwach, dem Paroli bieten zu können. Er schaut mehr oder weniger tatenlos zu, wie die islamischen Prediger ganze Bereiche des öffentlichen Lebens im Kosovo besetzen. (Bild: Moschee in Mitrovica) Bildrechte: IMAGO
Männer bei Freitagsgebet
Ursachen dafür, dass mehr und mehr Menschen im Kosovo den Heilsbotschaften der Wahhabiten verfallen, gibt es freilich genug: Die wirtschaftliche Misere des Kosovo (die Arbeitslosigkeit liegt bei etwa 50, die Jugendarbeitslosigkeit gar bei 80 Prozent), Korruption und Vetternwirtschaft sowie der Verdruss über eine EU, die dem Kosovo keine echten Perspektiven für eine Integration in die Union bietet. (Bild: Freitagsgebet in einer Moschee in Obilic.) Bildrechte: IMAGO
Erdogan und Thaci
Doch nicht allein Saudi-Arabien baut seinen Einfluss im Kosovo beständig aus. Auch die Türkei möchte im Kosovo mitmischen, um das eigene Einflussgebiet auszudehnen und somit außenpolitisch an Gewicht zu gewinnen. (Im Bild: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan und Hashim Thaçi, Präsident der Republik Kosovo.) Bildrechte: dpa
Kosovo, Moschee in Mitrovica
Die Türkei finanziert im Kosovo vorwiegend religiöse Projekte wie etwa die Ausbildung von Predigern oder die Restaurierung von Moscheen. Bestes Beispiel: Die Restaurierung der Emin-Pascha-Moschee in Kosovos historischer Stadt Prizren 2016. Das Gotteshaus galt als eines der schönsten im einstigen Osmanischen Reich. Das türkische Entwicklungsministerium finanzierte die Restaurierung. Die feierliche Einweihung der Moschee wurde vom türkischen Präsidenten Erdoğan per Videoschaltung begleitet. Erdogan sagte, Kosovo werde von der Türkei als ein uns freundlich gesinntes Land betrachtet. Bildrechte: IMAGO
Kosovo, Moschee in Dacici
Ein auf den ersten Blick friedliches Bild: Eine sorgfältig restaurierte kleine weiße Moschee in einer fast menschenleeren Gegend an der Grenze zu Montenegro. Doch das Geld für die Restaurierung des noch vor nicht allzulanger Zeit halb verfallenen Gotteshauses stammt - aus Saudi-Arabien.
(Über dieses Thema berichtete der MDR im TV auch in: Heute im Osten, 23.07.2016 | 13.15 Uhr)
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