Die Mini-Trumps in Osteuropa: Bulgariens Veselin Mareshki

Donald Trump ist ein reicher Geschäftsmann, polternder Populist und erfolgreicher Wahlkämpfer. Ein Typus, der seit längerem in Osteuropa verbreitet ist, zeigt die Serie "Mini-Trumps". Heute: Bulgariens Veselin Mareshki.

Karte Bulgarien
Veselin Mareshki hat sich in Bulgarien ein Geschäftsimperium aufgebaut. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn Veselin Mareshki einmal in Fahrt kommt, dann wird es ruppig: Er wolle den "Dreck rauskehren", wiederholt der 50-Jährige immer wieder seine zentrale Botschaft gegen die allgegenwärtige Korruption in Bulgarien. Außerdem wolle er die Migration in sein Land stoppen und drumherum Zäune errichten lassen.

Zwei Überraschungserfolge in fünf Monaten

Der Geschäftsmann lässt keinen Zweifel daran, wer sein Vorbild bei solchen Forderungen ist. "Ich halte mich für einen Anti-Establishment-Kandidaten wie Donald Trump", sagte Mareshki kurz vor der Parlamentswahl im März gegenüber der New York Times. Und: "Wir werden die Welt verändern."

Am Ende erreichte seine Partei "Volya" gut vier Prozent der Stimmen und errang so zwölf Parlamentssitze. Die Anlehnung an den Trump'schen Wahlkampf-Duktus hatte Mareshki bereits zuvor ein Überraschungsergebnis als unabhängiger Kandidat bei der Präsidentschaftswahl im November 2016 eingebracht: etwas mehr als elf Prozent der Stimmen.

Selfmade-Millionär durch Pharma-Imperium

Geboren wurde Mareshki 1967 in der Küstenstadt Varna, der drittgrößten Stadt Bulgariens. Er studierte in Moskau und brachte es nach dem Zerfall der Sowjetunion zu erheblichem Reichtum. Vor allem durch die nach ihm benannte Apotheken-Kette, die mittlerweile mehr als 350 Fillialen im ganzen Land betreibt.

Zusammen mit anderen Pharmaunternehmen bilden sie die Grundlage seines Geschäftsimperiums, das dutzende Unternehmensbeteiligungen umfasst. Darunter der Fußball-Erstligist "PFC Lokomotiv Plovdiv" und die Tankstellenkette "VM Petroleum", die Mareshki seit 2015 in Bulgarien aufbaut und mit ihr auch den internationalen Markt ins Visier nimmt.

Politaufsteiger im Visier der Staatsanwaltschaft

Mareshkis politische Karriere begann 2007 im Gemeinderat seiner Heimat Varna. Zwei Jahre zuvor gründete er bereits die nationalistisch-populistische Partei NDSD, die Vorgängerin von Volya. Seitdem gibt es immer wieder Anschuldigungen gegen Mareshki, die von illegalem Bauvorhaben bis zu Körperverletzung reichen. Juristisch bewiesen wurde diese jedoch nie.

Auch seine aggressiven Geschäftsgebahren sollen sich mindestens an der Grenze zur Legalität bewegen. Die beschäftigen daher mittlerweile die bulgarische Staatsanwaltschaft. Ende Juni beantragte diese, die Immunität des Parlamentabgeordneten Mareshki aufzuheben. Der Verdacht gegen ihn: Amtsmissbrauch und Erpressung.

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Über dieses Thema berichtete der MDR auch im: TV | 19.05.2017 | 17:45 Uhr